Meister vorzeitig gekürt: Robin Siegert dominiert den Moto4 Northern Cup

Junger Erzgebirger feierte im Moto4 Northern Cup in Oschersleben seine Saisonsiege neun und zehn sowie vorzeitig den Titelgewinn

Oschersleben

Er hat es schon wieder getan. Beim sechsten von sieben Saisonevents des zunächst auf die Moto3-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft abzielenden Moto4 Northern Cup feierte Robin Siegert seine nächsten beiden Rennsiege.

Es waren die Nummer neun und zehn von bis dato zwölf möglichen, wobei er bereits nach seinem ersten Triumph an diesem Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben im Rahmen der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto den Meistertitel vorzeitig eintüten konnte.

Überwältigt nach abgeschlossener Mission

Dieser ist wiederum die kostenlose Eintrittskarte für den Red Bull MotoGP Rookies Cup (2027), der regelmäßig im Rahmen europäischer Motorrad Grand Prix, wie zum Beispiel zuletzt auf dem Sachsenring, läuft und damit vor den Augen wichtiger Entscheidungsträger aus dem WM-Paddock. „Ich weiß auch nicht so richtig was ich sagen soll – im Moment bin ich ziemlich überwältigt und einfach nur glücklich“, stammelte der 15-Jährige aus Pockau-Lengefeld kurz nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Mission.

Mit etwas Abstand fügte er hinzu: „Der Titel war in diesem Jahr mein Ziel. Dass es nun mit bislang zehn Siegen ziemlich eindeutig geklappt hat, ist natürlich mega.“ Seine seit der zweiten Saisonstation, ebenfalls auf dem Sachsenring, allerdings im Mai im Rahmen der Euro Moto, andauernde Siegesserie könnte er beim Saison-Halali im September im niederländischen Assen noch ausbauen. Mit seinem Titel hat er einen wichtigen Schritt auf der „Road to MotoGP“, dem Förderprogramm der MotoGP Sports Entertainment Group (ehemals Dorna), gemacht.

Vize-Titel in Reichweite

Der Titel im Moto4 Northern Cup war auch das Ziel von Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg, was zwar nun nicht ganz geklappt hat, doch immerhin ist der Vize-Titel für die aktuelle Gesamtzweite in Reichweite. Nach der Vorschlussrunde, bei der sie sich mit technischen Problemen kämpfend auf den für sie ungewohnten Positionen neun und sieben wiederfand, hat sie zumindest ein Zehn-Punkte-Polster auf den Drittplatzierten Thias Wenzel aus Niedersachsen.

Neben den beiden sächsischen Spitzenkräften waren in Oschersleben auch wieder Danny Hinkelmann aus Königsfeld, Jason Rudolph aus St. Egidien und die ebenfalls für den AMC Sachsenring startende Smilla Göttlich aus Eibau im Moto4 Northern Cup mit von der Partie. Hinkelmann belegte die Plätze sieben und 13, Rudolph die Plätze elf und 15 und Göttlich schaffte nach ihrem Ausfall im ersten Rennen am Samstagnachmittag tags darauf immerhin Rang zwölf.

Horror-Massencrash zum Glück ohne schwere Folgen

Im ersten Rennen der Euro-Moto-Top-Klasse Superbike kam es im ersten Rennen zu einer haarsträubenden Situation. In der Bremszone der engen Hasseröder-Kurve verlor die Yamaha des Niederländers Twan Smits infolge eines technischen Defekts plötzlich eine Menge Flüssigkeit, auf der er selbst sowie vier weitere Fahrer spektakulär stürzten.

Dass beim Massencrash mit fünf Piloten des Vorderfeldes und fünf umher fliegenden Maschinen, zum Teil über den Sicherheitsstreifen hinaus und einen Hang hinauf, nichts Schlimmeres passiert ist und alle Involvierten den Unfallort nach einem mächtigen Schreckmoment auf eigenen Füßen verlassen konnten, grenzte an ein Wunder.

Natürlich wurde dieses Rennen nach nur sechs Runden abgebrochen und dennoch gewertet. Auf Grund der geringen zurückgelegten Renndistanz gab es nur die halben Meisterschaftspunkte, wobei der Ducati-Pilot Lukas Tulovic aus Eberbach im Norden Baden-Württembergs als Sieger geehrt wurde.

Ebenos Marcel Schrötter aus Pflugdorf in Bayern und Jan-Ole Jähnig aus Nobitz OT Lehndorf in Ostthüringen (beide auf BMW des Pirnaer Teams GERT56 by RS Speedbikes unterwegs) als Zweiter bzw. Dritter. Während der Krostitzer Toni Finsterbusch und Kevin Orgis aus Arnsdorf zu den Sturzopfern gehörten, landete Leon Orgis, Kevins jüngerer Bruder, auf Platz vier.

Im zweiten Rennen lief alles glatt und an dessen Ende fuhr Lukas Tulovic wieder als Sieger über die Ziellinie. Diesmal folgten ihm die weiteren Sturzopfer von Lauf eins, Markus Reiterberger aus Obing in Bayern und Florian Alt aus Nümbrecht in NRW aufs Podest. Kevin Orgis wurde Sechster, zwei Plätze vor Leon. Finsterbusch sah nach einem weiteren Sturz keine Zielflagge.

Zwei Podestplätze und Platzierungen im Vorderfeld

Während die Superbiker ihre beiden Rennen wie üblich am Sonntag austrugen, waren jene aller anderen Klassen wieder auf den Samstag und Sonntag verteilt. In der Klasse Euro Moto Supersport kam der Dresdner Lennox Lehmann jeweils als Zweiter ins Ziel.

Marvin Siebdrath aus Wildenfels belegte die Plätze sechs und fünf und Freddie Heinrich aus Lunzenau jeweils hinter ihm die Plätze sieben und sechs, gleichbedeutend mit Heinrichs besten Saisonresultaten.

In der Klasse Euro Moto Sportbike ist nur ein (west-)sächsischer Fahrer am Start, und zwar Marvin Siebdraths jüngerer Bruder Mika. Er düste in beiden Rennen als Sechster am schwarz-weiß-karierten Tuch vorüber.

Nur kurze Freude über die Tabellenführung

Nach dem ersten Rennen zum ADAC Junior Cup durfte sich Fillin Lorenz aus Glauchau, trotz nur Platz vier, über die gerade eroberte Tabellenführung freuen. Im zweiten Lauf schied er per Sturz aus und war diese somit wieder los.

Collin Langer aus Neuhausen wurde im ersten Rennen Fünfter und im zweiten zum dritten Mal in diesem Jahr Dritter. Luis Mensching aus Wechselburg wurde einmal Elfter und einmal Zwölfter. Ryley Schwarze aus Leipzig verpasste zunächst als 16. die Punkteränge und holte danach als 15. den letzten ausgelobten Zähler.

Im Kawasaki Ninja ZX-4RR Cup wurde Ben Wiegner aus Plauen in beiden Rennen Zweiter. Jolina Grosschopp aus Lichtenstein wurde im ersten Rennen 14. und schied im zweiten mit technischen Problemen aus.

Der nächste Euro-Moto-Lauf geht vom 14. bis 16. August im niederländischen Assen über die Bühne.

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