Sächsisches Titel-Triple in der Enduro-DM

Jeremy Sydow, Eddi Hübner und Luca Fischeder sorgen für den totalen Triumph

Burg

Bei der 30. Int. ADAC Geländefahrt Burg endete am 1. November die diesjährige Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (DEM) – und wie! In allen drei Meisterschaftsklassen im Männerbereich stellte Sachsen den Klassen-Champion und dazu in der alle Hubraum- und Altersklassen übergreifenden Gesamtwertung den Internationalen-Deutschen-Enduro-Meister 2025.

Der Schnellste war am Ende nicht der Erste

In der kleinsten Hubraumklasse E1 hatte der Seriensieger in dieser Kategorie und auch „Overall“, der Chemnitzer Jeremy Sydow, den Titel schon bei der Vorschlussrunde in trockene Tücher gebracht. In Burg bei Magdeburg musste er im Championat nur noch den Sack zumachen, doch Pustekuchen. Bereits wieder deutlich in Führung liegend, spielte ihm die Technik seiner Sherco einen Streich, sodass er vorzeitig Feierabend hatte und den zum Greifen nahen Championatstitel an die Esse schreiben musste. Statt ihm feierte Luca Fischeder aus Geringswalde den ersten frei gewordenen Tagessieg in dieser Saison bzw. Saison-übergreifend sogar seit Oktober 2023 respektive 16 Rennen. Gleichzeitig sicherte er sich den Meistertitel in der E3 und überflügelte im Championat „Jere“ Sydow noch.

Fragwürdiges Punktesystem

Die Schizophrenie des Punktesystems im Enduro- und Motocross-Sport gleichermaßen, bei dem der beste Fahrer trotz Überlegenheit am Ende mit fast leeren Händen dasteht, verdeutlicht folgende Tatsache. Während der (Klassen-)Sieger 25 Punkte kassiert, wird der Zweite mit deren 22 belohnt. In der komplizierten deutschen Championatswertung beträgt der Unterschied zwischen Sieger und Zweitplatzierten in der Regel nur rund fünf Prozent, zum Beispiel 73 zu 69 Punkte. Somit ist es schlicht unmöglich, Pech, wie im Fall von Jeremy Sydow, auszugleichen. Seine Dominanz kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass er in diesem Jahr bis zu seinem Ausfall 51 der 60 möglichen Sonderprüfungsbestzeiten heraus fuhr. Wie dem auch sei, so sind die Spielregeln, und die sind für alle gleich.

Drei von drei

In der „Mittelklasse“ E2 sicherte sich in Burg zudem Edward „Eddi“ Hübner aus Penig den Titel. Es war der siebente des mittlerweile 37-jährigen Dauerbrenners. Obendrein okkupierten die drei sächsischen Klassen-Meister auch in der prestigeträchtigsten Championatswertung die ersten drei Plätze in der Reihenfolge Fischeder, Sydow, Hübner.

In den beiden Klassen der Deutschen-Enduro-Junioren-Meisterschaft J1 und J2 ging jeweils Silber und Bronze nach Sachsen. In der stärker besetzen und umkämpften J1 wurde Pascal Sadecki aus Zschopau Zweiter vor Jeremy Nimmrich aus Gelenau und ebenso in der J2 Niclas Leon Kallmeyer aus Schindelbach vor Sky Maddox Dombrowski aus Marienberg.

Auch das B-Championat war fest in sächsischer Hand

Und damit immer noch nicht genug der sächsischen Erfolge. In der zweiten Liga, dem DMSB-Enduro-Cup, siegte Luca Reinhold aus Dittmannsdorf im B-Championat sowie in der Klasse E3B. Mit Kenny Riedel aus Zwönitz in der E1B und Eddi Hübners Bruder Julius in der E2B gingen auch hier alle Einzeltitel gen Metropolregion des deutschen Enduro-Sports.

Und auch im DMSB-Enduro-Damen-Cup hatte am Ende eine Sächsin die Nase ganz vorn, und zwar die ehemalige Motorrad-Straßenrennfahrerin Lucy Glöckner aus Waldkirchen.