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Sechs Monate im Orbit

Raumfahrt Matthias Maurer fliegt am 31. Oktober zur ISS

Anikas Kommentar

Sechs Monate im Orbit. Könntet ihr Euch das vorstellen? Ein halbes Jahr getrennt von Familie und Freunden mag man ja noch verkraften, aber rund 180 Tage nicht einmal auf unserem Planeten, der Erde, verweilen, das ist schon eine krasse Hausnummer. Matthias Maurer wird genau das tun. Der 51-Jährige aus dem Saarland ist nämlich Astronaut bei der European Space Agency und wird gemeinsam mit zwei weiteren internationalen Kollegen am 3. November vom Kennedy Space Center in Florida zur internationalen Raumstation ISS fliegen. 

Die unendliche Weite des Orbits

Mich fasziniert das Thema Raumfahrt schon lang, weil man sich irgendwie gar nicht so richtig vorstellen kann, wie weit und grenzenlos das All ist und wie bedeutungslos jeder kleine Mensch hier auf der Erde vielleicht ist. Geht es euch auch so? Ich habe schon oft über beispielsweise die Youtube-Kanäle der NASA oder ESA Videos gesehen, wie sich Astronauten auf die Zeit in der Schwerelosigkeit vorbereiten. Das ist hart.

Astronaut wird man nicht einfach so. Auch Matthias Maurer hat eine super heftige Ausbildung hinter sich, über mehrere Jahre, manche bereiten sich ihr ganzes Leben auf so eine Mission vor. Während Matthias' Ausbildung zählten auch Überlebenstraining auf einem Schiff mitten im Meer und zwei Wochen unter Wasser dazu. In dem ausführlichen Artikel von mir erfahrt ihr zur Person Matthias Maurer und der Mission etwas mehr. Was ich aber so spannend finde, die Astronauten sind ja nicht einfach zum Vergnügen im Orbit. Sie führen wichtige wissenschaftliche Experimente durch, die für Medizin, Physik und so viele andere Fachgebiete enormes Wissen bringen können. Auch Reparaturaufgaben an der Raumstation gehören dazu. 

Das Leben auf der ISS: 16 Sonnenaufgänge pro "Tag"

Auf der ISS können die Astronauten ganz normal ohne Anzug atmen, essen, trinken und sogar Sport machen. Das ist auch enorm wichtig, weil der Körper in der Schwerelosigkeit die Muskulatur durch geringe Nutzung sonst abbauen und das für die Rückkehr auf die Erde große Schwierigkeiten mit sich bringen würde. So ein Training im All sieht witzig aus, weil die Besatzung an Trainingsgeräte angeschnallt wird und dann z.B. in der Schwerelosigkeit joggt.

Auch das Geschäft verrichten stelle ich mir witzig vor. Man hat unter seinem Hintern eine Art Saugvorrichtung, damit nichts einfach so umher fliegen kann. Doch das wohl Verrückteste, was der Körper bewältigen muss, ist meiner Meinung nach, dass es einfach kein Oben und kein Unten gibt. Unser Gleichgewichtssinn gerät völlig aus dem Wanken und wie soll man bitte schlafen, wenn man schwebt? Auch hier haben die Astronauten Schlafsäcke und sie schnallen sich in sie hinein. Merkwürdig ist dabei nur, dass die Sonne auf der ISS 16 Mal  in 24 Stunden aufgeht, da die Raumstation mit einer Geschwindigkeit von 28.800 Kilometern pro Stunde die Erde umkreist. Wie unvorstellbar das klingt. 

Den Start per Livestream verfolgen

Ich kann mir all die Dinge gar nicht richtig vorstellen, obwohl ich sie auf Videos und Bildern bereits gesehen habe. Ich frage mich, ob Matthias nicht auch höllische Angst hat, dass etwas beim Start oder später auf der ISS schiefgehen könnte und er womöglich nie wieder zu seiner Familie zurückkehrt. Wahrscheinlich ist das der Pakt, den er und jeder Astronaut mit sich geschlossen hat: Entweder einmal das erleben, was den wenigsten Menschen irgendwie möglich ist, dann aber mit vollem Risiko oder aber sicher auf der Erde bleiben und das Gefühl außerhalb der Erde nie kennenlernen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf das Ereignis und werde den Start der Rakete per Livestream verfolgen. Viele Anbieter, wie die NASA und ESA bieten Livestreams an dem Tag an. Start der Rakete der Mission "Cosmic Kiss" ist um 7.21 Uhr (deutscher Zeit). Matthias Maurer ist der zwölfte Deutsche im All. Zuletzt war Alexander Gerst im Jahr 2018 für sechs Monate auf der ISS. Abschließend möchte ich noch sagen: Wie krass ist das bitte, dass die Menschheit sowas schafft und einfach auf einer Art Raumschiff im All für mehrere Monate lebt und dann wieder zurückkommt. Das hätte man sich vor 100 Jahren wahrscheinlich noch nicht so richtig vorstellen können. Ich freue mich auf die Zukunft und was der Menschheit diesbezüglich noch gelingt. Übrigens gibt es Gerüchte, dass Russland bereits Bauvorhaben für eine Art "neue ISS" haben würde.