SuperEnduro-WM-Auftakt machte Lust auf Riesa

Sächsische Endurofahrer fluteten die Europa-Klasse

Gliwiche/POL.

Der Auftakt zur neuen SuperEnduro-Saison 2025/206 erfolgte am gestrigen Samstag im polnischen Gliwice und war somit die erste Standortbestimmung auf die Kräfteverhältnisse in den beiden Weltmeisterschaftsklassen Prestige und Junior sowie Youth (World Cup) und Europe (Cup). Der zweite Event findet traditionell wieder am ersten Samstag des neuen Jahres, im aktuellen Fall am 3. Januar 2026, in Riesa statt. Hier zeichnet seit 2015 die Eventmanufaktur Auerswald aus Hohndorf bei Stollberg als Promoter verantwortlich, die schon vor geraumer Zeit wieder eine bereits ausverkaufte Halle vermelden konnte. Das dürfte auch einigen sächsischen Akteuren gefallen und einen zusätzlichen Motivationsschub bedeuten. Sie rollten sich in Polen allesamt in der EM-Klasse ein.

Sechs Sachsen versuchten ihr Glück

Für den EM-Fünften des letzten Winters Edward „Eddi“ Hübner aus Penig, Pascal Sadecki aus Zschopau, den Dittmannsdorfer Florian Görner, Kenny Riedel aus Zwönitz sowie die Brüder Arvid und Einar Meyer aus Reinsdorf bestand die herausfordernde Hauptaufgabe zunächst darin, sich in den Trainings oder gegebenenfalls einem der beiden Hoffnungsläufe unter 34 Bewerbern einen Startplatz der besten 14 für die Wertungsläufe am Abend in der hochmodernen und mit rund 13.000 Fans gefüllten Arena zu sichern. Dies gelang letztendlich nur Pascal Sadecki, Eddi Hübner, Florian Görner und Arvid Meyer. Für Einar Meyer und Kenny Riedel war hingegen schon im Last-Chance-Heat Endstation. Die anderen schlugen sich in den beiden Rennen durchaus wacker oder wurden etwas unter Wert geschlagen. So sorgte Florian Görner mit Platz sechs im zweiten Lauf für das beste Einzelergebnis. Zusammen mit seinem zwölften Rang im ersten Heat reichte es für ihn in der Tageswertung beider Läufe zu Platz neun. Mit zwei zehnten Plätzen fand sich Pascal Sadecki am Ende auf Rang elf wieder. Eddi Hübner wurde gesundheitlich angeschlagen mit einem elften und einem 14. Platz Gesamt-13. vor Arvid Meyer, der jeweils als 13. ins Ziel kam. Alles in allem waren das zwar ausbaufähige, aber dennoch respektable Ergebnisse.

Die nächste Bolt-Show

In der Premium-Klasse Prestige war der Weltmeister der letzten fünf Jahre, der Brite Billy Bolt, erneut das Maß der Dinge. Er gewann zwei der drei Läufe und wurde einmal Zweiter. Damit konnte er sich am Ende der Kampfhandlungen zum 27. Mal in Folge als Grand-Prix-Sieger feiern lassen. Ihm folgten sein Landsmann Jonny Walker, der den mittleren Heat gewann, und Eddie Karlsson aufs Podest. Der Schwede hatte mit seinem dritten Platz für das erste SuperEnduro-Podium eines Elektro-Bikes gesorgt.

Der Bayer Manuel Lettenbichler, der sich beim GetzenRodeo in Grießbach im Oktober zum vierten Mal in Folge zum (Outdoor-)Hard-Enduro-Weltmeister krönte, belegte bei seinem SuperEnduro-Comeback den achten Platz. Damit landete er zwei Plätze hinter seinem KTM-Teamkollegen Josep Garcia. Der Spanier hatte sich, eine Woche vorm GetzenRodeo, beim WM-Finale im klassischen Enduro „Rund um Zschopau“ zum zweiten Mal den Weltmeistertitel in der klassenübergreifenden EnduroGP-Wertung gesichert und schnupperte nun ausnahmsweise mal ins SuperEnduro. Mit Platz sechs darf man von einem gelungenen Debüt sprechen.

Tim Apolle aus Sachsen-Anhalt wurde Gesamtzwölfter.

Deutscher Sieger machte sich zum Titelfavoriten

Nach den ebenfalls drei Rennen der in diesem Jahr offiziell zur WM-Klasse erhobenen Junior-Kategorie wurde am Ende sogar die deutsche Nationalhymne gespielt. Milan Schmüser aus Schleswig-Holstein hatte alle drei Heats ziemlich eindrucksvoll gewonnen und demzufolge auch die Tageswertung. Mit ihm, dem Niedersachsen Henry Strauss, dem Hessen Fynn Hannemann und dem von der Eventmanufaktur Auerswald unterstützten Profi-Motocrosser Maximilian Spies aus Ortrand an der sächsisch-brandenburgischen Bundeslandgrenze hatten sich vier der fünf deutschen Probanden für das Abendprogramm qualifiziert. Sie belegten die Plätze sieben, elf und zwölf.