Weltraummissionen 2023: Das plant die internationale Raumfahrt

Blick auf 2023 Der nächste Schritt in Richtung Mars

2023 ist ein Jahr, in dem raumfahrttechnisch viele Grundsteine gelegt werden. Ein langfristiges Ziel der Menschheit ist eine Weltraummission zum Mars, dafür werden aktuell viele Untersuchungen und Experimente durchgeführt. Was wird aus der Internationalen Raumstation ISS? BLICK hat sich international umgeschaut und informiert euch über die geplanten Missionen der großen Raumfahrtnationen.

Grundsteine für die 1. Marsmission geplant

In Zukunft soll ein dauerhaftes Basislager auf dem Mond erbaut werden. Die neue Raumstation Lunar Gateway stellt ein Forschungsraumschiff, sowie einen "Umsteigebahnhof" für zukünftige Marsmissionen dar.

Das steckt hinter "Artemis I bis IV"

Die NASA (National Aeronautics and Space Administration), die Raumfahrtbehörde der USA, arbeitet derzeit an vier neuen Mondmissionen namens "Artemis", die von der ESA (European Space Agency) unterstützt werden. Im Dezember 2022 startete die erste, noch unbemannte, Mission mit dem Ziel, neu entwickelte Systeme gemeinsam zu testen. Darunter: Die Orion-Raumschiffe, die Rakete SLS (Space Launch System) und verschiedene Bodensysteme.

Neue Mond-Raumstation wird geplant

Die "Artemis II" (für Mai 2024 geplant) wird mit vier Astronauten an Bord den Mond umrunden und die "Artemis III" (2025) wird schließlich auf dem Mond landen. Die "Artemis IV" soll erstmals Menschen auf die Lunar Orbit Raumstation bringen.

Deutschland liefert essenzielle Mitarbeit für NASA-Missionen

Wusstet ihr, dass die ESA, darunter auch das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wichtige Zuarbeit leistet? Ein wichtiger Bestandteil der neuen Orion-Raumschiffe ist das Europäische Servicemodul ESM, was maßgeblich in Deutschland gebaut wird. Darin befindet sich das Haupttriebwerk, es liefert Strom, reguliert Klima und Temperatur an Bord und lagert außerdem für die Crew Sauerstoff, Treibstoff und Wasservorräte. Außerdem hat Deutschland für die "Artemis I" zwei baugleiche Messpuppen, die "Zwillinge Helga und Zohar" für das Experiment MARE gebaut. Mit ihnen wird die Strahlenbelastung vor allem für Frauen im Orbit Thema. Helga fliegt ungeschützt und Zohar hat eine neuartige Strahlenschutzweste verbaut.

ESA: Endlich startet das Weltraumteleskop "Euclid"

Die ESA hat allerdings noch eigene Programme, an denen sie maßgeblich in Deutschland arbeitet. Dazu gehört das Weltraumteleskop "Euclid", das mit der Falcon-9-Rakete (von Space-X) 2023 nach über zehn Jahren Arbeit ins All geschickt wird. Ziel ist es sechs Jahre lang das Weltall zu durchleuchten und neue Erkenntnisse über dunkle Materie zu gewinnen. Dann soll eine große 3D-Karte erstellt werden, die über ein Drittel des Himmels abbilden soll. Außerdem will die ESA den Satelliten "Juice" im April in Richtung Jupiter schicken.

Ausbildung der 17 neuen Astronauten der ESA beginnt in Stuttgart

Nachdem 2019 verkündet wurde, dass erstmals seit 2009 wieder Astronauten bei der ESA ausgebildet werden, bewarben sich über 22.500 Menschen, von denen in einem sechsstufigen Auswahlverfahren die 17 "Astronauten-Azubis", darunter ein Astronaut mit körperlicher Behinderung, im Oktober 2022 ausgewählt wurden. Die Ausbildung erfolgt in Stuttgart. Unter den 17 Azubis sind zwei aus Deutschland: Amelie Schoenenwald und Nicola Winter. Neun Personen sind Frauen. Sie werden womöglich die Nachfolger der deutschen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer, die bereits ins All zur ISS geflogen sind. 

"SpaceX" und "Blue Origin" und der Weltraumtourismus

Das private Raumfahrtunternehmen "SpaceX" von Elon Musk hat das langfristige Ziel 2030 zum Mars zu fliegen. Doch bevor es soweit ist will der Konzern 2023 einen bemannten Flug um den Mond für private Personen anberaumen. Einer der Passagiere wird ein Milliardär aus Japan sein, der das Projekt mitfinanziert. Wird er der erste Weltraumtourist? Auch das Unternehmen von Jeff Bezos "Blue Origin" arbeitet daran, Passagiere ins Weltall zu bringen. Dafür werden neue Raketen gebaut.

Japan und "MMX"

Auch in Japan steht der Mond ganz oben auf der Weltraummissionenliste. Für das Artemis-Programm der NASA wird Japan den ersten japanischen Astronauten zum Mond schicken. Zusätzlich arbeitet die Jaxa an Landetechnologie zur Erkundung des Mondes. In Sachen Mars plant Jaxa eine eigene Mission unter dem Namen "Martian Moons Exploration" (MMX). 2024 soll eine Sonde die Mars-Monde Phobos und Deimos erkunden und Bodenproben von Letzterem einholen. Man rechnet damit, dass 2029 die Proben auf der Erde ankommen.

China plant eine eigene Raumstation

Die Chinesen planen eine eigene Raumstation namens "Tiagong" (Himmelspalast" mit einem dazugehörigen Raumteleskop. Außerdem will China gemeinsam mit Russland an einer Forschungsstation auf dem Mond arbeiten. Für eigene Marsmissionen in der Zukunft sollen Proben vom Mars geholt werden.

Steht Russlands Raumfahrt still?

Im Februar schickt Russland gemeinsam mit den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS (International Space Station). Andrej Fedjajew von Roskosmos wird Russland auf der Mission "SpaceX Crew-6" vertreten. Um Russland wurde es raumfahrttechnisch seit dem Russland-Ukrainekrieg sehr still. Dennoch möchte das Land die Raumsonde "Luna 25" zum Mond bringen.

Saudi-Arabien schickt eine Frau in den Weltraum

Saudi-Arabien möchte 2023 erstmals eine Frau ins All schicken.

Mehr zum Thema 2023 findet ihr in unserem Special "Blick auf 2023"

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