6270 Wahlberechtigte sind am Sonntag, dem 25. Januar, aufgerufen, zu bestimmen, wer in der 7500-Einwohner-Stadt Altenberg im Osterzgebirge mit seinen 22 Ortsteilen die Geschicke im Rathaus lenkt. Eine Frau und vier Männer bewerben sich um den Chefposten in dem überregional insbesondere für den Wintersport bekannten Erholungsort.
Diese Kandidaten stehen zur Wahl
Es kandidiert Sozialpädagogin Johanna Franz (35), Kitaleiterin aus Bärenstein, parteiunabhängig. Ohne Parteibuch treten an: Kriminalpolizist Attila Dorkó (49), der erst im Sommer mit seiner Familie Altenberg zu seiner Heimat machte, Diplomingenieur Ökonom Lars Schlegel (62) aus Zinnwald sowie Kriminalist Steffen Götze (53), der von der Wählervereinigung Geising (WVG) nominiert wurde, im Brandenburgischen Landkreis Oberhavel lebt, und in Geising seinen Nebenwohnsitz hat. Außerdem steht André Barth (56), Landtagsabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), auf dem Stimmzettel. Er führt seit dem Wegfall des vormaligen Stadtoberhaupts als Erster Stellvertretender Bürgermeister kommissarisch die Amtsgeschäfte in Altenberg.
Rücktritt des früheren Bürgermeisters machte Wahl nötig
Die Bürgermeisterwahl in der Urlaubs- und Wintersportregion Altenberg war außerplanmäßig notwendig geworden, weil der erst im Sommer 2022 gewählte vormalige Rathauschef Markus Wiesenberg (CDU) nach zweieinhalb Jahren im Amt im März 2025 überraschend seinen Rücktritt zum Jahresende 2025 erklärte und zurückgetreten war. Als Grund hatte der Politiker damals Finanzprobleme, ein Millionenloch im Stadthaushalt, fehlender Mut der Stadträte, das anzugehen, zu wenig Unterstützung und inakzeptable Rahmenbedingungen in Land und Bund, Unstimmigkeiten zwischen Verwaltung und Stadtrat sowie gesundheitliche Gründe angegeben.
Diskrepanzen zwischen Verwaltung und Stadtrat
Als einen der Hauptgründe nannte Wiesenberg "Diskrepanzen" zwischen Stadtrat und Verwaltung. Es gebe zahlreiche interne Probleme innerhalb der Verwaltung. Die Unstimmigkeiten seien zuletzt immer deutlicher geworden, so Wiesenberg im März 2025. Angesichts der großen finanziellen Probleme, vor denen Altenberg gegenwärtig steht, sehe er sich nicht mehr in der Lage, sein Amt entsprechend zu führen.
Mögliche Stichwahl im Februar 2026
Wiesenberg wurde 2022 mit 71,2 Prozent der Stimmen für sieben Jahre ins Amt gewählt. Er setzte sich damals deutlich gegen einen AfD-Kandidaten durch, der als Zweitplatzierter 15,6 Prozent der Stimmen erhielt. Markus Wiesenberg arbeitete seit 2016 in der Stadtverwaltung Altenberg im Einwohner- und Gewerbeamt, ab 2020 leitete er bis zu seiner Wahl das Bürgerbüro. Erhält am Sonntag, 25. Januar 2025, keiner der fünf Bewerber die absolute Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen, fällt die Entscheidung, wird ein zweiter Wahlgang notwendendig und der ist für den 22. Februar 2026 terminiert.
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