Am Samstagabend kam es gegen 20.25 Uhr zu einem größeren Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsatz an der Niedersedlitzer Straße in Dresden. In einem griechischen Restaurant hatten bislang unbekannte Personen einen reizgasartigen Stoff freigesetzt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielten sich nach Angaben der Feuerwehr rund 80 bis 90 Gäste in den Räumlichkeiten auf.
Klagen über Reizung von Augen und Atemwegen
Mehrere Anwesende klagten unmittelbar über Atemnot sowie Reizungen der Augen und Atemwege. Die Gäste verließen das Restaurant daraufhin selbstständig. Aufgrund der zunächst unklaren Lage und der gemeldeten Vielzahl möglicher Betroffener forderten die zuerst eintreffenden Einsatzkräfte zusätzliche Rettungsmittel nach. Es handelt sich bereits um den zweiten bekannten Reizgas-Vorfall in einem Dresdner Lokal innerhalb weniger Tage.
MANV-Alarm vorsorglich ausgelöst
Die Integrierte Regionalleitstelle Dresden löste gemäß den geltenden Einsatzplänen vorsorglich einen MANV-Alarm (Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten) aus. Damit wurden weitere Einsatzkräfte und Führungsstrukturen alarmiert sowie umliegende Krankenhäuser über eine mögliche größere Anzahl an Patienten informiert.
Einsatzkräfte können Stoff nicht messen
Der mutmaßliche Reizstoff war beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits nicht mehr wahrnehmbar und konnte messtechnisch nicht nachgewiesen werden. Insgesamt wurden vor Ort 24 Personen medizinisch gesichtet. Mehrere Betroffene erhielten eine notärztliche beziehungsweise ambulante Behandlung. Ein Transport in Krankenhäuser war nach Angaben der Feuerwehr nicht erforderlich.
Restaurant belüftet – Straße zeitweise gesperrt
Parallel zur medizinischen Versorgung wurde das Restaurant kontrolliert und intensiv belüftet. Weitere Reizwirkungen traten im Anschluss nicht mehr auf. Die betroffenen Gäste wurden vorübergehend in einem Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe betreut und konnten später wieder in die Gaststätte zurückkehren.
Während des Einsatzes war die Niedersedlitzer Straße zeitweise voll gesperrt.
Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort
Im Einsatz befanden sich rund 90 Kräfte der Berufsfeuerwehr Dresden, der Stadtteilfeuerwehren Wilschdorf und Weixdorf, mehrerer Rettungswachen sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und ein Leitender Notarzt. Nach Abschluss der Lageerkundung und der medizinischen Maßnahmen wurde der Kräfteansatz schrittweise reduziert. Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen.
Update der Polizei Dresden, 18.01., 10.05 Uhr
Am Samstagabend hat ein Unbekannter mehrere Menschen in einem Restaurant an der Niedersedlitzer Straße verletzt.
Der Unbekannte saß mit weiteren Begleitern an einem Tisch des Restaurants. Unvermittelt sprühte er mit einem unbekannten Gegenstand eine neblige Wolke in die Räumlichkeiten, woraufhin die Gäste mit Atemwegsreizungen die Gaststätte verlassen musste. 24 Menschen wurde medizinisch betreut, ins Krankenhaus musste niemand. Der Täter verließ den Tatort. Die Polizei ermittelt wegen der gefährlichen Körperverletzung.




