Wut über Preispolitik: Bauern setzen nächtliches Zeichen vor Lidl und kippen Mist ab

Der LSV warnt vor weiteren Bauernprotesten aufgrund der Unzufriedenheit mit der Lebensmittelpolitik

Dresden

Die Landwirte sind sauer. In der Nacht zu Freitag gab es eine Protestaktion gegen die Lebensmittelkette Lidl in Dresden.

Mit Flyer wird auf das eigentliche Problem hingewiesen

Auf der Zufahrt zur Lidl-Filiale an der Georg-Palitzsch-Straße kippten, vermutlich verärgerte Landwirte, einen Misthaufen ab. Gleichzeitig wurde mit Plakaten auf die eigentlichen Probleme hingewiesen.

Mit extrem niedrigen Lebensmittelpreisen würden die Lebensmittelhändler wie Lidl, Rewe, Edeka und andere den Bauern ihre Existenzgrundlage wegnehmen. Seit Jahren protestieren die Landwirte gegen die Preispolitik des Lebensmittelhandels.

LSV fordert faire Preise

LSV fordert faire Preise In einer offiziellen Mitteilung des Landwirtschaft verbindet Deutschland e. V. (LSV) vom Donnerstag, 11. Dezember, wurden Proteste angekündigt. "Dramatisch fallende Erzeugerpreise und zunehmende politische Unsicherheiten führen direkt zu erneuten Protestaktionen durch Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland und ganz Europa. Besonders kritisch sehen die Betriebe die anhaltende Preisschwäche bei Getreide, Milch und Fleisch, während gleichzeitig neue Freihandelsabkommen zusätzlichen Wettbewerbsdruck schaffen sollen."

"Unsere Betriebe geraten immer stärker unter existenziellen Druck"

"Unsere Betriebe geraten immer stärker unter existenziellen Druck" Marc Berger, Vorstand von Landwirtschaft verbindet Deutschland: "Unsere Betriebe geraten immer stärker unter existenziellen Druck. Es kann nicht sein, dass wir höchste Standards erfüllen sollen, während zugleich die wirtschaftliche Basis weg brechen darf."

Gefordert werden "gewinnbringende Preise, verlässliche Verträge und ein Ende des ruinösen Preiswettbewerbes. Wer Regionalität und hohe Standards bewerbe, müsse diese auch angemessen bezahlen, so der LSV. "Die Politik muss endlich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, Marktmachtmissbrauch eindämmen und gleiche Standards für Importware durchsetzen. Sonst verlieren wir unsere heimische Landwirtschaft - und mit ihr ein Stück Versorgungssicherheit", warnt Berger.

Bis es Lösungen von Seiten der Politik gebe, wurden Proteste der Bauern angekündigt.


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