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Durchbruch in der Forschung: Kommt der Corona-Impfstoff jetzt ganz schnell?

Pandemie Präperat einer Mainzer Firma bietet 90-prozentigen Schutz

Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Nun scheint eine baldige Zulassung möglich. Das Mainzer Unternehmen Biontech hat gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer erste Ergebnisse aus der laufenden Studie zu ihrem Impfstoff-Kandidaten vorgelegt. Demnach soll er einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bieten. Bislang seien zudem keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten.

Verteilungsplan für die ersten Impfstoffe

Bezüglich der Verteilung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Deutschen Ethikrat, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, einen Verteilungsplan für die Impfstoffe zu entwickeln, die möglicherweise schon Anfang 2021 in einer begrenzten Zahl zur Verfügung stehen.

In einem gemeinsamen Leitfaden für eine Impfempfehlung, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde, wird festgehalten, dass die Priorisierung medizinischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien folgen muss. Diese seien der Bevölkerung in verständlicher Form darzulegen. Die selbstbestimmte Impfentscheidung erfordere eine kontinuierliche transparente Information und Aufklärung der Bevölkerung zur Wirksamkeit der Impfung und möglichen Risiken. Um solche Impfrisiken rechtzeitig zu erkennen und zu mindern, müsse es ein System zur raschen Erfassung und Bewertung unerwünschter Nebenwirkungen geben.

Ziel: Verhinderung von schweren Verläufen und Todesfällen

Evidenzbasierte Begründungen müssten transparent gemacht und begründet werden, sonst lasse sich die bevorzugte Behandlung bestimmter Personengruppen nicht rechtfertigen, heißt es in dem Leitfaden, der Gerechtigkeit und Rechtsgleichheit einfordert. Zuständig für die Impfung sollen nicht Hausärzte, sondern staatlich mandatierte Impfzentren (etwa Gesundheitsämter oder ähnliche Institutionen) sein. Davon erhoffen sich Leopoldina, Stiko und Ethikrat vor allem, dass die Priorisierung nicht unterlaufen wird.

Leitend soll für die Impfstoffverteilung sein, schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle zu verhindern (allein das Alter oder kognitive Beeinträchtigungen machen einen Menschen noch nicht zum Hochrisikopatienten). Die Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen in der Langzeitpflege müssten ebenso prioritär geimpft werden wie Personen, die aufgrund ihres Alters oder vorbelasteten Gesundheitszustandes ein signifikant höheres Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben.

Derzeit über 200 Impfstoffe in letzter Testphase

Derzeit werden weltweit zudem mehr als 200 Kandidaten für einen Impfstoff zum Schutz gegen Covid-19 entwickelt und befinden sich schon in der dritten Phase der Erprobung. Dennoch werden sofort nach der Zulassung längst nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen. Wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit noch weitgehend offen.

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