ESC 2026: Deutschland sucht seinen Act - ohne Raab und mit neuem Auswahlverfahren

Deutschland sucht seinen ESC-Act für Wien: Ohne Stefan Raab, mit neuem Auswahlverfahren – und begleitet von politischen Debatten rund um den Eurovision Song Contest 2026.

Deutschland

Im Februar ist es wieder soweit: Deutschland wählt in der Sendung "Eurovision Song Contest - Das deutsche Finale" seinen Act für den Eurovision Song Contest 2026. Das Finale des ESC wird in diesem Jahr 16. Mai 2026 in der Stadthalle Wien stattfinden, nachdem JJ im vergangenen Jahr mit dem Song "Wasted Love" gesiegt hatte. Das Motto des Contests lautet 2026 "United by Music".

Stefan Raab 2026 nicht dabei

Im vergangenen Jahr wurde verkündet, dass der SWR ab 2026 die Durchführung des deutschen Vorentscheids übernehmen werde. 2025 waren noch der NDR in Kooperation mit RTL und Stefan Raab verantwortlich. Der Vertrag wurde nicht verlängert.

Doch hat man zum Auswahlverfahren im Vorfeld kaum etwas mitbekommen, der SWR hielt sich bedeckt und schlug den anonymen Weg ein.

Neue Herangehensweise des SWR

Die Vorgehensweise, um einen geeigneten Act für den ESC zu finden, unterscheidet sich mit dem SWR deutlich von seinem Vorgänger. Man sei diesmal auch gezielt auf Acts, Managements und Plattenfirmen zugegangen.

In Songwritingcamps seien Songs entstanden, die dann in einer internationale Marktforschungsstudie mit simuliertem ESC-Voting geprüft wurden. Auch Experten der Branche seien zu Rate gezogen worden. Aus diesen Ergebnissen hat der SWR wohl weitere Entscheidungen über die finale Auswahl der Acts getroffen.

Anforderungen an die Bewerber und Bewerberinnen

Die Webseite ESC kompakt berichtet über angebliche Anforderungen, die die Acts 2026 erfüllen mussten:

  • Einreichung bisheriger Erfolge (z.B. Auftritte, Streamingzahlen…)
  • Vorweisung professionelles Businessumfeld und Bühnen-/Medienerfahrung
  • Internationales Appeal
  • Nur ein Song pro Act durfte eingereicht werden
  • Kein Einsatz von KI
  • Mindestalter von 18 Jahren und EU Staatsangehörigkeit mit Deutschlandbezug
  • Maximal 6 Personen auf der Bühne (Vorgabe der EBU)

Wann läuft das "deutsche Finale"

Am 28. Februar wird die Sendung "Das deutsche Finale" um 20.15 Uhr in der ARD live gezeigt.

Gerüchte um erste Teilnehmer-Acts

Gerüchte ranken sich um erste Teilnehmende, die womöglich am 28. Februar im Finale zum Vorentscheid dabei sein könnten. Die Sängerin Lyriel, die bürgerlich Jessica Thierjung heißt, soll dabei sein. Musikalisch ist sie im Symphonic Celtic Metal verankert.

Einige Bands und Sänger/innen hatten bereits öffentlich auf ihren sozialen Kanälen veröffentlicht, dass sie im Bewerbungsverfahren waren und die ersten Absagen eingetrudelt seien.

Debatte um Teilnahme Israels - Mehrere Länder nehmen nicht am ESC 2026 teil

Auf Grundlage der aktuellen politischen internationalen Entwicklungen werden beim Eurovision Song Contest 2026 nur 35 Länder teilnehmen und damit so wenige, wie noch nie.

Spanien, Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien ziehen sich aufgrund der Teilnahme Israels zurück. Es hagelte Kritik am ESC, da Länder wie Russland und Belarus bereits durch Kriegstätigkeiten ausgeschlossen wurden und Israel noch immer am Wettbewerb teilnehmen darf. Die Debatte um Israels Teilnahme gab es bereits im vergangenen Jahr. Der Sieger des ESC 2024, Nemo (Schweiz), kündigte im Dezember an, aufgrund der Entscheidung der EBU, Israel weiter teilnehmen zu lassen, seine Siegertrophäe zurückzugeben. Ebenso verhielt sich auch Charlie McGettiga, die 1994 für Irland gewann. Auch sie gibt ihre Trophäe zurück.

Dafür nehmen 2026 Bulgarien, Rumänien und Moldau wieder am Wettbewerb teil. Die Slowakei gab an, dass man aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln 2026 nicht teilnehmen werde.

Auslosung der Halbfinals

Am 12. Januar werden die Teilnehmerländer auf die beiden Halbfinals und deren Starterreihenfolge ausgelost. Deutschland gehört zu den Big 5 und wird auf jeden Fall im Finale und einem der Halbfinals auftreten.

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