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Auch Demi Lovato hat einen Gastauftritt als Mitchie. Bild: Disney
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16 Jahre nach „Camp Rock 2“ kehrt die Disney-Reihe mit Jonas Brothers, Demi Lovato und einer neuen Generation zurück. Doch trotz Nostalgie und großer Promophase bleibt Teil 3 überraschend blass.
Disney versucht es… Disney scheitert. Bereits nach der großen 20-jährigen Hannah Montana-Reunion hätte es klar sein sollen – Disney sollte seine großen musikalischen Reallife-Highlights der 2000er Jahre einfach beerdigt lassen und sich einfach auf neue spannende Animationsgeschichten konzentrieren oder?
Die Vorfreude war riesig, als Disney im vergangenen Jahr nach 16 Jahren (!) einen dritten Teil der „Camp Rock“-Filmreihe für 2026 ankündigte. Nachdem Disney mit dem Hannah Montana-Jubiläum Anfang 2026 bereits viel negative Kritik erntete, versprach die wirklich intensive Promophase rund um „Camp Rock 3“ einen vielversprechenden neuen Musikfilm aus dem Hause Disney. Eine neue Generation an Jugendlichen und auch altbekannte Gesichter sollten wieder mit dabei sein.
Am Freitag, 14. August, war es endlich so weit: Nach 16 Jahren erschien die Fortsetzung der beliebten „Camp Rock“-Filmreihe mit den Jonas Brothers, Demi Lovato und einer ganzen Reihe neuer Gesichter. Auch im Film sind 16 Jahre vergangen und er spielt im gleichen Camp wie damals. Hier, wo sich der junge Sänger Shane Gray (Joe Jonas) und Schülerin Mitchie Torres (Demi Lovato) 2008 im Feriencamp kennenlernten und gemeinsam für die Musik und den Erhalt des Camps kämpften, treffen sich in diesem Sommer die neuen Camper.
Wieder mit dabei sind natürlich auch die Jonas Brothers, die nun viele Jahre später als erfolgreiche Band Connect 3 im Erwachsenenleben angekommen sind und einen Opening Act für ihre Tour suchen. Dafür kommen sie zurück ins Camp.
Zu Beginn sieht man die Band beim Dreh ihres neuen Musikvideos, als die Nachricht reinflattert, dass sich der Opening Act ihrer Tour aufgelöst hat. Zudem scheint ein flacher Konflikt innerhalb der Band im Raum zu stehen, die sich nicht mehr so ganz zu verstehen scheint, doch dieser wird bis zum Ende des Films nicht ansatzweise erklärt oder gar gelöst. Die Misere scheint perfekt. Einzig die Idee einer Talentsuche im Camp Rock soll Connect 3 retten.
Das Camp wird mittlerweile von Mitchies Mutter Connie Torres (Maria Canals-Barrera) geleitet, warum auch immer? Eigentlich hatte sie ja früher einen Catering-Service und Brown Cessario (Daniel Fathers) hat als Leiter früher eigentlich ziemlich gefetzt. Der scheint aber über alle Berge. Nun ist jedenfalls Connie da und begrüßt die Talente. Schnell lernen wir die neuen Charaktere kennen, die jedoch so austauschbar wie Smarties sind. Dabei stehen besonders Schülerin Sage (Liamani Segura) und ihr Bruder Desi (Hudson Stone) sowie der Waisenjunge Fletch (Malachi Barton) im Vordergrund. Auch eine rothaarige Zicke namens Maddison (Ava Jean) versucht ein paar schlecht-ausgedachte Intrigen zu spinnen.
Was besonders auffällt: Die Musik ist nochmal um einiges schlechter geworden als bei „Camp Rock 2: The Final Jam“. Wobei die Songs des zweiten Teils im Vergleich heute eigentlich ziemlich solide abschneiden. Man hat sich 2026 an den größten Hits der vergangenen Filme bedient und diese neu eingebaut, was eigentlich ziemlich okay ist und Nostalgie erweckt. Auch der neue Hit „One Beat Away“, den Disney während der Promophase auf und ab bewarb, ist ein echter Banger. Leider ist es auch der einzige Hit im ganzen Film.
Die Musik ist also genauso austauschbar wie die Charaktere. Es fehlt insgesamt an Tiefe in den Dialogen und man hat das Gefühl, man hätte alle neuen Schauspieler irgendwelche anderen Jugendlichen ersetzen können. Was auffällt: Liamani Segura, die hier die Hauptrolle spielt, sieht extrem aus, wie eine junge Jessica Alba und Malachi Barton wie der junge Joe Jonas. Sicher waren das auch Gründe für die Auswahl der Darstellenden.
Die Teenager müssen im Verlauf des Films verschiedene Prüfungen absolvieren, um ihrem Traum, der Opening Act von Connect 3 zu werden, näherzukommen. Diese Prüfungen erscheinen ziemlich willkürlich und seltsam. Der Gesangs- und Tanzwettbewerb ergibt zumindest noch Sinn, doch als sie eine Nacht in einem Schulbus verbringen müssen, um für das Leben auf Tour gewappnet zu sein, war es vorbei. Gingen den Machern hier die Ideen aus?
Einer der großen Konflikte ist die Herkunft von Fletch, dessen Mutter verstorben ist und der mit einem Polizeiauto ins Camp gebracht wurde und damit für Aufsehen sorgt. Hier versucht Disney das Image eines harten Jungen zu konstruieren, der aber eigentlich vom Gericht kommt und darauf wartet, was nach dem Camp mit ihm geschieht, also ob er ins Waisenhaus muss oder bei einem Familienmitglied leben darf. Ein weiterer Konflikt: Sage verpetzt ihren angehimmelten Fletch, weil dieser nicht wie alle anderen sein Handy bei der Campleitung abgegeben hat. Dann ist da noch die Intrige von Maddison, die die Instrumente und Klamotten der fünf Finalisten verunstaltet hat, was in einer Farbschlacht endet. Es wirkt einfach alles so an den Haaren herbeigezogen und man fragt sich nur: „Warum?“
Am Ende des Final Jams kommt es, wie es kommen soll: Alle fünf verbliebenen Talente spielen einen Song zusammen und werden als Gruppe von Connect 3 auserwählt, anstatt dass ein Sänger oder eine Sängerin einzeln als Opening Act engagiert wird. Oh, das war ja gar nicht abzusehen.*hust*
Dann hat Mitchie (Demi Lovato) plötzlich ihren Auftritt und erscheint am Bühnenrand, um ihre Mutter zu begrüßen. Der Zuschauer erfährt absolut nichts über Mitchie und was aus ihr geworden ist, außer, dass sie scheinbar selbst Sängerin ist und einen Tag Pause auf Tour hat. Auch das Zusammentreffen von Shane und Mitchie ist ernüchternd. Es gibt kaum Dialog, obwohl alle wissen wollen, was aus ihrer Liebesgeschichte geworden ist und wie ihre Leben heute aussehen. Es ist zwar nett, dass Mitchie hier auftaucht, aber ohne Inhalt auch ziemlich sinnlos.
Die einzig coolen Charaktere sind meiner Meinung nach Connect 3-Mitglied Jason, der schon immer als der witzige Bruder Teil der Band war und nun ein Baby hat, das er versorgt und immer mal irgendwo vergisst. Auch der jugendliche Drummer Cliff (Casey Trotter) ist ziemlich erfrischend, da er den typischen lustigen Außenseiter mimt und dabei ein stiller Held wird.
Fazit des Films: Ganz nett, aber unnötig. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass wir keine Reunion von „High School Musical“ bekommen haben, nachdem, was Disney sich mit „Camp Rock“ und „Hannah Montana“ ausgedacht hat.
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