Nutri-Score einfach erklärt: Darum wirkt die Lebensmittel-Ampel oft widersprüchlich

Der Nutri-Score soll aufklären, doch verwirrt oft: Viele Produkte wirken gesund und landen trotzdem im roten Bereich, andere überraschen im grünen Bereich. Wir erklären, wie die Lebensmittel-Ampel wirklich funktioniert.

Sicher ist vielen von Euch schon einmal beim Einkaufen im Supermarkt diese bunte Kategorisierung auf Lebensmittelverpackungen aufgefallen: Der Nutri-Score. Die meisten Lebensmittel sind seit 2019/2020 mit dem Nutri-Score versehen. Ich habe mich schon immer gefragt, was dieser genau aussagt, da er mich öfters eher verwirrt hat.

Das große Fragezeichen

Manchmal esse ich Lebensmittel, bei denen ich aus dem Bauch heraus sagen würde, dass diese nicht gerade super gesund sind. Verwirrt bin ich dann, wenn sie einen grünen Nutri-Score aufweisen und bei manchen Lebensmitteln, die ich definitiv als gesünder wahrnehme, ist der Nutri-Score dann manchmal im orange-roten Bereich. In meinem Kopf war deshalb lang ein großes Fragezeichen. Deshalb klären wir heute ein für alle Mal auf, was es mit dem Nutri-Score auf Lebensmittelverpackungen eigentlich auf sich hat.

Was der Nutri-Score wirklich aussagt

Der Nutri-Score ist eine Nährwerterweiterungsanzeige, die Lebensmittelhersteller freiwillig auf ihren Produkten aufbringen können. Sollten sie sich dazu entscheiden, den Nutri-Score zu verwenden, müssen sie ihn jedoch auf allen Produkten die zu einer Marke gehören aufbringen. Beispiel: Wenn Edeka sich dazu entscheidet die Edeka-zuhause-Marke damit zu versehen bedeutet das nicht, dass automatisch auch die "gut und günstig"-Produktreihe gekennzeichnet werden muss. Das ist eine freiwillige Entscheidung. Innerhalb einer Markenpalette müssen dann aber alle Produkte gekennzeichnet werden.

Wie wird der Nutri-Score gebildet?

Mit dem Nutri-Score lassen sich Lebensmittel einfacher vergleichen, gerade für Menschen die besonders auf ihre Ernährung achten müssen, wie beispielsweise Diabetiker. Dabei reicht der Score von A (grün und eher günstigere Nährwertzusammensetzung) bis E (rot und eher ungünstigere Nährwerte).

Wer also ein A-Produkt kauf, kann davon ausgehen, dass Ballaststoffe, Proteine, sowie der Anteil an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten höher ist, als bei den anderen Scorestufen. Ungünstig sind hingegen Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren sowie ein hoher Energiegehalt. Die Berechnung des Nutri-Score erfolgt wissenschaftlich. Hierbei werden Portionsgrößen von 100g für die Punktevergabe herangezogen.

Der entscheidende Unterschied

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Score nicht per se angibt, welche Lebensmittel gesund oder ungesund sind, sondern nur angibt, wie viele Nährstoffe in dem besagten Produkt enthalten sind. So kann man verschiedene Produkte einer Kategorie besser miteinander vergleichen. Das heißt, der Score vergleicht sozusagen beispielsweise Käse mit anderen Käsen oder Getränke mit anderen Getränken. Ein Fruchtjogurt kann zum Beispiel als B kategorisiert, sein und ein Hartkäse als D, dennoch kann der Hartkäse das bessere Lebensmittel für den Körper sein.

Warum manche gesunden Lebensmittel dennoch schlechter abschneiden

Nüsse haben meist einen Nutri-Score von C, also im Mittelfeld, sind jedoch sehr gesund und nährstoffreich. Das hängt damit zusammen, dass sie dennoch viele Kalorien und Fett beinhalten, was sie schlechter abschneiden lässt.

Der Nutri-Score beachtet nämlich keine Vitamine, Mineralstoffe (Calcium, Magnesium,…) oder Omega-3-Fettsäuren. Auch Zucker und Salz haben laut des Nutri-Score eine starke negative Gewichtung.

Welche Lebensmittel überraschen

Hat ein Lebensmittel also viel Zucker, wie Honig, ist es im schlechteren Bereich eingeordnet. Selbst kleine Mengen an Zucker oder Salz können also schon den Ausschlag der Kategorie geben.

Light-Softdrinks beispielsweise schneiden eher gut im Nutri-Score ab, da sie wenig Kalorien und Zucker haben, sind aber eher ungesund. Olivenöl ist ein sehr gesundes Öl, schneidet aber im Mittelfeld C ab, da es viel Fett inne hat.

Der Nutri-Score ist also ganzheitlich betrachtet kein Gesundheitsurteil, sondern ein Vergleichswerkzeug, um ähnliche Produkte zu bewerten.

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