Silvester an der Ostsee: Geheimtipp oder überlaufener Hotspot?

Winterliche Auszeit zwischen Meeresbrise, Natur und Feuerwerk

Prerow

Nach den Weihnachtsfeiertagen ging es für mich über Silvester an die Ostsee - genauer gesagt nach Prerow auf dem Darß. Nachdem ich mir mehrere Tage lang den Bauch mit Festessen vollgeschlagen hatte, standen nun vor allem viel Bewegung, Natur und frische Meeresbrise auf dem Plan.

Die Ankunft

Als Unterkunft hatten wir ein klassisches Ferienhaus gebucht, nicht weit vom Strand entfernt. Nach sieben Stunden Fahrt, inklusive zwei Stunden Stau, kamen wir endlich an. Trotz der langen Anreise ging es direkt noch einmal zum Strand, um die letzten Momente des Sonnenuntergangs zu genießen. Für diesen Anblick hatte sich die Fahrt definitiv gelohnt.

Glühwein, soweit das Auge reicht

Überraschend war für mich, dass es sowohl im Ort als auch auf der Strandpromenade mehrere kleine Buden mit Glühwein und anderen Leckereien gab - fast wie auf einem Weihnachtsmarkt. Dadurch entstand schnell ein heimisches, gemütliches Gefühl, das gut zur Jahreszeit passte.

Wanderung im Nationalpark

Am ersten Tag war es zwar kühl, aber sonnig - perfektes Wetter für eine Wanderung durch die Boddenlandschaft zum Darßer Leuchtturm. Die Landschaft war sehr beeindruckend, und mit etwas Glück konnte man sogar einige der dort heimischen Tiere beobachten. Besonders schön waren die vereinzelten Stege, die als Wege direkt durch den Nationalpark und die Sanddünen führen. Zurück ging es ganz klassisch am Strand entlang, um noch einmal ordentlich Meeresbrise zu schnuppern.

Rostock und die neue Seebrücke in Prerow

An den darauffolgenden Tagen besuchten wir Rostock, schlenderten durch die Stadt und spazierten am kleinen Stadthafen entlang. Auch dort waren noch vereinzelt Buden des Weihnachtsmarktes geöffnet.

Außerdem unternahmen wir lange Strandspaziergänge und liefen die neue Seebrücke in Prerow ab. Diese ist sehr modern gestaltet und wurde nach über zwei Jahren Bauzeit im Oktober 2024 neu eröffnet. Am Ende der 720 Meter langen Brücke befindet sich der hufeisenförmig angelegte neue Inselhafen. Am Brückenkopf gibt es zudem eine große Aussichtsterrasse mit perfektem Blick auf die Ostsee. Trotz des großen Andrangs und der stürmischen Verhältnisse lohnt sich der Ausblick allemal - nicht zuletzt, weil die Prerower Seebrücke die längste an der Ostseeküste ist.

Der Silvesterabend

Auch am Silvesterabend war an der Seebrücke und entlang der Strandpromenade einiges geboten. Für die kleineren Gäste begann das Programm bereits um 17 Uhr mit einem anschließenden Kinderfeuerwerk. Für Erwachsene startete die Party gegen 22.45 Uhr, und um 0.30 Uhr gab es ein weiteres Feuerwerk an der Seebrücke.

Wir kamen erst zum Feuerwerk nach Mitternacht. Vor Ort waren viele Menschen, doch wir kämpften uns bis zum Strand vor. Dort hatte man den besten Blick auf die Seebrücke und das etwa 15 Minuten dauernde Feuerwerk. Es war ein wirklich schöner und passender Abschluss des Silvesterabends.

Fazit: Ist die Ostsee an Silvester zu überlaufen?

Insgesamt hat mir der Silvesterurlaub an der Ostsee sehr gut gefallen - nicht zuletzt, weil wir großes Glück mit dem Wetter hatten. Natürlich waren zum Jahreswechsel viele Menschen vor Ort, doch abgesehen vom Silvesterabend selbst verlief sich alles relativ gut.

Gerade für alle, die kein Geld für privates Feuerwerk ausgeben möchten oder darauf bewusst verzichten, ist das organisierte Feuerwerk an der Seebrücke eine echte Alternative. Es ist etwas Besonderes, sehr schön anzusehen und schafft eine gemeinsame, festliche Atmosphäre. Wer Natur, frische Luft und einen ruhigeren Jahreswechsel abseits großer Städte sucht, ist an der Ostsee zu Silvester definitiv gut aufgehoben.

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