Sturmtief "Elli" wütet über Deutschland, oder: Wenn die Gute-Laune-Fee zum Sturmtief wird
Wie es ist, wenn man eigentlich für gute Laune steht – und plötzlich für Schneesturm sorgt. Zwischen Glatteis, Schneesturm und umgestürzten Bäumen: Ein persönlicher Blick auf den Sturm, der meinen Namen trägt von Simone "Elli" Esper
Ein persönlicher Blick auf den Sturm, der meinen Namen trägt. Foto: MNStudio - stock.adobe.com
2/5
Jetzt trägt das neue Sturmtief meinen Namen. Und mit ihm kommen: Schneesturm, Glätte, Verwehungen, mögliche Schulschließungen. Foto: Katerina - stock.adobe.com
3/5
Man schippt für den kranken Nachbarn mit, teilt Streusalz, Kekse, – oder einfach ein Lächeln. Man hilft. Man hält zusammen. Und plötzlich fühlt sich alles… ein bisschen näher an. Foto: Milan - stock.adobe.com
4/5
Und ich? Ich bin nur Elli. Die mit dem Kinderpunsch. Nicht verantwortlich für das Wetter – nur für das Wunschdenken... Foto: Simone Esper
5/5
Ein bisschen mehr Umsicht. Ein bisschen mehr Miteinander. Das wär doch was, das bleiben darf – selbst wenn der Schnee längst geschmolzen ist. Foto: Dream Studio - stock.adobe.com
Chemnitz
Ich bin Elli. Redakteurin bei Blick.de, Kinderpunschliebhaberin, Optimistin - meistens mit einem Lächeln unterwegs, das gern abfärbt. Ich mag Schnee. Dieses leise, knirschende Weiß, das die Welt verlangsamt. Und ja - ich hab ihn mir gewünscht. Mehrfach. Laut.
Tja. Wünsche gehen in Erfüllung. Manchmal eben... stärker, als gedacht.
Jetzt trägt das neue Sturmtief meinen Namen. Und mit ihm kommen: Schneesturm, Glätte, Verwehungen, mögliche Schulschließungen - und ein Handy, das ununterbrochen vibriert. Die Reaktionen? Charmant besorgt - als wär's meine Schuld. Dabei wollte ich doch einfach nur gut gelaunt in den Tag starten.
Pippi Langstrumpf und der Sturm...
Wenn jemand sagt: "Der Sturm wird stärker", sag ich wie Pippi Langstrumpf: "Das macht nichts - ich auch." Und sowieso: Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. Oder ich - was durchaus passieren könnte.
Zwischen Schnee und Sturm liegt auch was Schönes. Ja, es wird kalt. Chaotisch. Vielleicht sogar gefährlich. Aber manchmal braucht es genau das, damit wir uns wieder wirklich sehen.
Man schippt für den kranken Nachbarn mit, teilt Streusalz, Kekse, - oder einfach ein Lächeln. Man hilft. Man hält zusammen. Und plötzlich fühlt sich alles… ein bisschen näher an.
Das Leben selbst ist selten eine gerade Spur...
Man tastet sich voran, rutscht mal aus, fällt hin - steht wieder auf. Mit roten Wangen, klopfendem Herzen - und oft mehr Wärme im Inneren als zuvor.
Eher wie eine verschneite Nebenstraße: Mal kommt man gut durch. Mal bleibt man stecken. Mal friert man - und plötzlich taut etwas ganz anderes in einem auf.
Genau das macht es lebendig. Nicht perfekt. Aber echt.
Danke an alle, die rausmüssen...
An die, die schieben, retten, versorgen. Die unterwegs sind, wenn wir drinnen Tee trinken.
Ihr seid die, die es warm halten - auch wenn's friert.
Und ich? Ich bin nur Elli.
Die mit dem Kinderpunsch. Nicht verantwortlich für das Wetter - nur für das Wunschdenken.
Und ich? Ich bin nur Elli. Die mit dem Kinderpunsch. Nicht verantwortlich für das Wetter – nur für das Wunschdenken... Foto: Simone Esper
Wenn Elli weiterzieht… (also das Tief - ich bleib),
... dann bleibt hoffentlich nicht nur Schneematsch zurück, sondern auch das Gefühl:
Wir sind gemeinsam ausgerutscht - und gemeinsam wieder aufgestanden.
Ein bisschen mehr Umsicht. Ein bisschen mehr Miteinander. Das wär doch was, das bleiben darf – selbst wenn der Schnee längst geschmolzen ist. Foto: Dream Studio - stock.adobe.com
Noch ein Wunsch - vielleicht erfüllt er sich genauso gründlich.
Vielleicht ist gerade jetzt der Moment gekommen, ein wenig mehr aufeinander zu achten:
Den älteren Nachbarn nicht aus dem Blick verlieren.
Dem Kollegen eine Mitfahrgelegenheit anbieten.
Für jemanden einkaufen, der kaum noch vor die Tür kommt.
Arbeitgeber, die Homeoffice ermöglichen - wo immer es machbar ist.
Menschen, die einander etwas abnehmen, statt sich Aufgaben zuzuschieben.
Ein bisschen mehr Umsicht. Ein bisschen mehr Miteinander. Das wär doch was, das bleiben darf - selbst wenn der Schnee längst geschmolzen ist.