Zwischen all den schlechten Nachrichten: Warum uns der „Hopecore“-Trend auf TikTok wieder glücklicher macht

Kriege, Krisen, schlechte Nachrichten: Viele fühlen sich überfordert. Ein neuer Social-Media-Trend setzt bewusst auf Hoffnung und positive Inhalte.

Wir befinden uns aktuell in einer Zeit, die geprägt ist von schlechten Nachrichten: Krieg, Verderben, verletzte Menschenrechte, steigende Lebenshaltungskosten, Verschwörungstheorien, steigende Extremismuszahlen, Rückentwicklung in Sachen Gleichberechtigung und wahrscheinlich könnte ich die Liste noch unendlich fortführen.

Der Algorithmus merkt sich, was man oft konsumiert

Wer aktuell die Nachrichten verfolgt, kann eigentlich nur negativ gestimmt sein. Angst und fehlende Zuversicht machen sich bei vielen breit. Das kann so weit führen, dass sich Probleme bei Körper und Psyche bemerkbar machen. Nicht selten haben Menschen auch wegen der weltpolitischen Lage Depressionen. Wie lange hält man so eine Zeit voller Negativschlagzeilen aus, vor allem, wenn man den ganzen Tag damit konfrontiert ist?

Vor allem auf Social Media wurde man regelrecht mit Negativität in den letzten Jahren zugeschüttet. Je nachdem, was man auf seinen Account liked und konsumiert, merkt sich der Algorithmus natürlich, was er mehr vorschlagen sollte und tut genau das. Genau hier setzt aber seit wenigen Monaten ein Wandel ein. Zum Glück!

Social Media im Wandel?

Die Algorithmen von gängigen Plattformen wie Tik Tok und Instagram verändern sich und zeigen nun vermehrt positiveren Content (zumindest wenn man es zulässt und nicht gegensteuert). Auch die User laden aktuell viel mehr herzerwärmenden Content hoch. Dieser Trend nennt sich "Hopecore", also wie Hardcore nur mit Hoffnung. Dabei wird eine bestimmte Ästhetik, die Hoffnung und positive Emotionen hervorrufen soll, verfolgt.

Kurz gesagt: "Hopecore" ist Content, der einen kurz glauben lässt, dass die Welt okay ist. Vielleicht ist euch auch schon aufgefallen, dass ihr solchen Content vermehrt angezeigt bekommt. Bei mir zum Beispiel sind das oft nostalgische Videos, die mich an meine Jugend erinnern. Vor allem Videos rund um das Hannah Montana- und High School Musical-Jubiläum. Aber auch alte Musik, die ich in den 2000er und 2010ern gehört habe, spielt eine Rolle und alte Serien.

"Hopecore" soll Hoffnung schenken und Herzen erwärmen

Auch Tiercontent bekomme ich sehr oft angezeigt. Das war schon immer so, weil ich das einfach gern konsumiere und darauf interagiere. Doch aktuell sind es immer mehr herzerwärmende Stories, in denen Tiere aus dem Tierheim vermittelt werden; Clips, in denen Welpen von Schrottplätzen gerettet werden usw. Manchmal heule ich fast, wenn ich das sehe. Aber es ist halt auch schön und kitschig. Vor allem, wenn dann noch emotionale Musik drunter gelegt wird, oft aus Filmen.

Der dritte Teil meines Algorithmus bezieht sich auf allgemein emotionale Geschichten von Menschen. Das können klassische Underdog-Geschichten sein oder "You made it that far"-Clips. Auch Hochzeitsvideos, in denen beispielsweise der Opa das erste Mal seine Enkelin im Brautkleid sieht und weint, werden mir in die Timeline gespült, und das nicht wenig - oder Umfragen im Altersheim, bei denen alten Menschen über ihr Leben reden und was sie heute anders machen würden oder was sie am liebsten noch einmal erleben könnten, wenn sie wieder jung werden. Da bekomme ich sogar gerade beim Schreiben Gänsehaut.

So kannst du deinen Algorithmus trainieren

Ich freue mich, dass mein Algorithmus voll im Hopecore-Trend angekommen ist, da es mich einfach besser fühlen lässt. Ich kann einen Moment all das Schlechte auf der Welt vergessen und mich den #goodnews zuwenden. Das ist zwar keine Endlösung für all die Probleme auf der Welt, aber es kann der Psyche helfen und für Ablenkung sorgen. Ich befürworte diesen Trend mehr, als nur sinnfreie oder negative Videos, die einen eher runterziehen als aufbauen. Deshalb: Trainiert euren Algorithmus doch auch hin zum Hopecore, wenn ihr noch nicht dort angekommen seid. Klickt folgende Videos an und speichert diese. Schon weiß der Algorithmus, was er euch demnächst vermehrt anzeigen soll.