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EM-Kompakt: Drei Nationen buchen ihr Achtelfinal-Ticket vorzeitig!

Fussball So lief der zweiter Vorrundenspieltag

Der zweite Vorrundenspieltag der Europameisterschaft ist beendet. BLICK-Sportredakteur Marcus Hengst fasst diesen sowie den ersten Sieg der deutschen Nationalmannschaft zusammen.

Gruppe A: Italia fantastica!

Die Italiener knüpfen an die Leistung aus dem ersten Gruppenspiel gegen die Türkei an und besiegen im "Olimpico" in Rom auch die Schweiz mit 3:0. Manuel Locatelli schoss die Squadra Azzurra mit einem Doppelpack vor 12.445 Zuschauern in Front, in der Schlussminute besorgte Goalgetter Ciro Immobile den 3:0-Endstand. Damit wollen die Italiener, nach der verpassten Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2018 in Russland, ein ernstes Wörtchen um den EM-Titel mitreden. Und diesbezüglich haben sie sehr gute Argumente: Die letzten zehn Spiele wurden - bei einem Torverhältnis von 31:0 - allesamt gewonnen, die letzte Niederlage gab es am 10. September 2018 in der Nations-League gegen Portugal - und das ist mittlerweile 29 Spiele her.

Im zweiten Spiel besiegte Wales - trotz verschossenem Elfmeter von Gareth Bale - die Türkei durch Tore von Aaron Ramsey und Connor Roberts mit 2:0.

Gruppe B: Gedenkmoment für Eriksen

Die ganze Fußballwelt blickte nach Kopenhagen, wo sich Dänemark und Belgien gegenüberstanden. Im Vorfeld verständigten sich beide Teams darauf, in der zehnten Minute den Ball ruhen zu lassen und eine Minute für Christian Eriksen zu applaudieren. Die 23.395 Zuschauer im "Parken" schlossen sich an, supporteten den dänischen Mittelfeldregisseur lautstark und hielten mehrere Spruchbänder in die Höhe. Ein wahnsinnig emotionaler Moment!

Bereits in der zweiten Minute erlebten die dänischen Anhänger einen Höhepunkt, als Yussuf Poulsen den Ball nach 99 Sekunden im Netz zappeln ließ - der Stürmer von RasenBallsport Leipzig erzielte damit das zweitschnellste Tor der EM-Geschichte. Das schnellste Tor gehört weiterhin dem Russen Dmitri Kirichenko, der 2004 nach 67 Sekunden im Vorrundenspiel gegen Griechenland traf. Zur Pause schickte der belgische Trainer Roberto Martinez seinen Superstar Kevin De Bruyne aufs Feld - und der Kicker von Manchester City drehte im Alleingang die Partie. Den Ausgleich legte er in der 55. Minute mustergültig für Thorgan Hazard von Borussia Dortmund auf. Eine Viertelstunde später hämmerte De Bruyne den Ball unhaltbar zum Sieg in die Maschen, wodurch die "Roten Teufel" das Achtelfinal-Ticket buchten.

Im zweiten Spiel feierte Russland im Nachbarschaftsduell gegen Finnland seinen ersten EM-Sieg. Zu Beginn hatte das Team von Stanislav Cherchesov Glück, als dem Treffer von Joel Pohjanpalo aufgrund einer hauchzarten Abseitsposition die Gültigkeit verwehrt wurde. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erzielte Aleksey Miranchuk vor 24.540 Zuschauern in der "Gazprom-Arena" das Tor des Tages.

Gruppe C: Oranje boven!

Auch die Niederlande zieht vorzeitig ins Achtelfinale ein. Gegen Österreich stellte Memphis Depay bereits nach elf Minuten die Weichen auf Sieg. Nach einem Foul von David Alaba, der erneut als eine Art Libero spielte, verwandelte der Kicker von Olympique Lyon sicher. Mitte der zweiten Halbzeit besorgte Denzel Dumfries vor 15.243 Zuschauern in der "Johan Cruijff ArenA" den 2:0-Endstand. Bei den Österreichern wurde im Angriff Marko Arnautovic vermisst, die Europäische Fußball-Union brummte dem "Alpen-Zlatan" nach seinem beleidigenden Torjubel gegen Nordmazedonien ein Spiel Sperre auf. Damit kann er im Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale gegen die Ukraine mitwirken.

Diese wiederum siegte dank ihres treffsicheren Sturmduos gegen Nordmazedonien mit 2:1. Andrey Yarmolenko und Roman Yaremchuk trafen in der 29. und 34. Minute, für beide war es das zweite EM-Tor. Nach dem Seitenwechsel erhielten beide Mannschaften jeweils einen Elfmeter: Der Nordmazedone Ezgjan Alioski scheiterte zwar, konnte aber den Nachschuss über die Linie schieben und damit verkürzen; Ruslan Malinovskyi war im Duell mit dem nordmazedonischen Schlussmann Stole Dimitrievski nur zweiter Sieger.

Gruppe D: "Battle of Britain" kennt keinen Sieger!

England schwächelte gegen starke Schotten, welche die gesamte Spielzeit über ihre Schotten dicht halten konnten. Doch nicht nur das: Bei dem "Battle of Britain" hatten sie vor 20.306 Zuschauern im Londoner "Wembley-Stadium" die besseren Chancen, ein Treffer wollte aber letztlich nicht fallen. Bei den "Three Lions" hatte John Stones nach einem Eckball die beste Gelegenheit, sein Kopfstoß landete am Pfosten. Damit endete die 115. Ausgabe des englisch-schottischen Kräftemessens torlos. Während die englischen Fans wieder auf den Boden der sportlichen Tatsachen gelandet sind, feierten die Schotten den Punkt wie einen Sieg.

Auch das zweite Spiel in der Gruppe D endete mit einem Remis. Vor 5.607 Zuschauern im "Hampden Park" zu Glasgow trennten sich Tschechien und Kroatien mit 1:1. Den Führungstreffer für Tschechien erzielte Patrick Schick in der 37. Minute via Foulelfmeter. Diesen hatte der Stürmer von Bayer Leverkusen selbst herausgeholt. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel knallte Ivan Perisic den Ball zum 1:1 ins lange Eck.

Gruppe E: Schweden auf der Pole Position

Bei Schweden steht zum zweiten Mal die Null in der Defensive. Wie schon gegen Spanien blieb das Team von Janne Andersson auch gegen die Slowakei ohne Gegentor. Diesmal hingegen gelang ebenso ein eigener Treffer, diesen erzielte Emil Forsberg von RasenBallsport Leipzig via Strafstoß in der 77. Minute, herausgeholt wurde dieser vor 11.525 Zuschauern in der "Gazprom-Arena" in Sankt Petersburg von Robin Quaison, welcher beim FSV Mainz 05 unter Vertrag steht.

Im zweiten Spiel trafen vor 12.500 Zuschauern im "Olimpico de la Cartuja" Spanien und Polen aufeinander. Alvaro Morata brachte "La Furia Roja" in der ersten Halbzeit in Führung, in der 54. Minute egalisierte Robert Lewandowski vom FC Bayern München den Rückstand. Vier Minuten nach dem Ausgleichstreffer durch den Weltfußballer hatte Gerard Moreno die Möglichkeiten zur erneuten Führung. Als Gefoulter trat er selbst zum Elfmeter an - und schob den Ball an den Pfosten und Morata den Nachschuss neben das Tor von Wojciech Szczesny. Die besten Chancen auf das Weiterkommen hat Schweden, die mit vier Punkten auf dem ersten Platz stehen.

Gruppe F: "Die Mannschaft" schlägt Titelverteidiger!

Das Team von Joachim Löw begann bockstark und schnürte Portugal in der Anfangsviertelstunde in deren Hälfte ein. In der fünften Minute vollendete Robin Gosens von Atalanta Bergamo mit einem sehenswerten Seitfallzieher nach Kimmich-Vorlage zur frühen Führung, jedoch stand dabei Serge Gnabry knapp im Abseits. In der 15. Minute ging "Die Mannschaft" nach eigenem Eckball vor 12.926 Zuschauern in der Münchner "Allianz-Arena" in Rückstand. Der Titelverteidiger konterte perfekt und am Ende musste Cristiano Ronaldo den Ball nur noch über die Linie kicken - eine bittere Pille, welche die DFB-Elf da schlucken mussten. Dessen ungeachtet ließ sie in der Folgezeit weiter den Ball munter zirkulieren - und so gab es in der 35. und 39. Minute einen Doppelpack. Dabei traf jedoch kein deutscher Akteur, sondern beide Treffer waren Eigentore der Portugiesen. Erst bugsierte Ruben Dias - leicht gestört von Kai Havertz - den Ball nach straffer Hereingabe von Robin Gosens ins eigene Netz. Danach war es Raphael Guerreiro von Borussia Dortmund, der eine Kimmich-Vorlage zum Eigentor vollendete.

Nach der Pause erhöhte Kai Havertz schnell auf 3:1 und löste mit 22 Jahren und acht Tagen Olaf Thon als jüngsten EM-Torschütze ab. Die deutsche Spielfreude blieb und der nächste Treffer folgte nach einer Stunde. Joshua Kimmich bediente Robin Gosens mustergültig. Diogo Jota sorgte final noch für etwas Ergebniskosmetik. CR7 hat damit auch das fünfte Duell gegen Deutschland verloren.

Im Duell zwischen Frankreich und Ungarn gab es eine Überraschung. So brachte Attila Fiola die Gastgeber vor 55.998 frenetischen Zuschauern in der "Puskas-Arena" in Budapest, die einem Hexenkessel glich, in Führung. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schloss der Mittelfeldspieler einen schnellen Gegenstoß sensationell ab. Mehr als der Ausgleich durch Antoine Griezmann gelang dem Franzosen nach dem Seitenwechsel nicht mehr.