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EM-Kompakt: Epochale Ergebnisse im Achtelfinale!

FUSSBALL Neben Deutschland ist ebenso der Welt- sowie der Europameister ausgeschieden.

Europa. 

Europa. Das Favoritensterben hat begonnen. Die größte Überraschung ist dabei das Aus von Weltmeister Frankreich gegen die Schweiz. Auch Portugal hat es erwischt, der Titelverteidiger muss nach einem 0:1 gegen Belgien die Heimreise antreten. Und das gilt auch für Deutschland, die gegen England unterlagen. Damit sind übrigens alle drei Vertreter der sogenannten "Todesgruppe F" im Achtelfinale aus dem Turnier ausgeschieden.

Das Ende der "Ära Löw"

Die deutsche Nationalmannschaft ist aus der "EURO 2020" ausgeschieden. Gegen England verloren die Schützlinge von Joachim Löw mit 0:2. Die beiden Gegentreffer fielen in der Schlussviertelstunde der zweiten Halbzeit. Damit endete die Ära Löw als Nationaltrainer nach 198 Länderspielen. Vor 45.000 Zuschauern im Londoner "Wembley-Stadium" fand sein letztes Spiel statt - und dieses startete nicht schlecht, als Thomas Müller Leon Goretzka mustergültig mit einem Steilpass auf die Reise in Richtung englischen Strafraum schickte. Der Spieler von Bayern München konnte im letzten Augenblick mit einem Foul gestoppt werden. Für die Gastgeber hatte Raheem Sterling die erste Chance, die Manuel Neuer sicher abwehrte. In der 32. Minute inszenierten die Chelsea-Kicker Kai Havertz und Timo Werner die nächste gute Gelegenheit. Werner scheiterte allerdings beim Versuch, Jordan Pickford zu tunneln. In der Nachspielzeit legte Thomas Müller eine hochkarätige Chance für die "Three Lions" auf, die final vom Duo Matthias Ginter und Mats Hummels geklärt werden konnte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Duell zwischen Deutschland und England recht chancenarm, Kai Havertz seinen fulminanten Volleyschuss direkt nach der Pause parierte Pickford glänzend. Es sollte bis zur 75. Minute die spektakulärste Möglichkeit bleiben. Danach knipste Raheem Sterling und leitete das Ende der 15 Jahre dauernde Ära von Joachim Löw ein. Wenn wenige Zeigerumdrehungen später Thomas Müller - allein auf Pickford zulaufend - den Ball nicht am Pfosten vorbeigeschoben hätte, wäre wieder alles möglich gewesen. Spätestens als Harry Kane in der 86. Minute das 2:0 köpfte, war das Achtelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft besiegelt.

Gegner der Engländer, die bis dato noch kein Gegentor bei dieser EM kassiert haben, ist das Team von Andriy Shevchenko. Denn die Ukraine konnte sich vor 9.221 Zuschauern im "Hampden Park" in Glasgow mit 2:1 nach Verlängerung gegen Schweden durchsetzen. Nahm langsamen Beginn nahm die Partie immer mehr Tempo auf, in der 27. Minute erzielte Oleksandr Zinchenko die ukrainische Führung, welche wiederum von Emil Forsberg von RasenBallsport Leipzig noch vor der Pause egalisiert wurden. Nach dem Seitenwechsel hatte der RB-Akteur Pech mit zwei Aluminiumtreffern, auf der Gegenseite traf Serhiy Sydorchuk ebenso den Pfosten. Dementsprechend ging es 1:1 in die Verlängerung - und dort flog Marcus Danielson mit der roten Karte nach 99. Minuten vom Platz. Der Schwede traf zwar den Ball, verletzte dabei aber seinen Gegenspieler schwer. Als alles auf das Elfmeterschießen hinauslief, köpfte Artem Dovbyk in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer für die Ukraine.

Absoluter Wahnsinn! 2 Spiele, 240 Minuten, 14 Tore, 10 Elfmeter.

Die EM hat richtig an Fahrt aufgenommen - und mittendrin statt nur dabei waren vor allem vier Nationen: Die Schweiz und Frankreich sowie Spanien und Kroatien lieferten sich epische Duelle mit einem dramatischen Spielverlauf. Beginnen wir in Bukarest, wo die Eidgenossen vor 22.642 Zuschauern in der "Arena Nationala" gegen den amtierenden Weltmeister ihr Sommermärchen erlebten. Und es ging sehr gut los: Haris Seferovic köpfte nach einer Viertelstunde zur Führung ein, die den Pausenstand bedeutete. In der 55. Minute hatte Ricardo Rodriguez nach einem Foulspiel am sehr aktiven Steven Zuber die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Er scheiterte aber an Hugo Lloris. Fünf Minuten später führte auf einmal die "Équipe tricolore" dank eines Doppelpacks von Karim Benzema. Als dann Paul Pogba mit einem sehenswerten Schlenzer auf 3:1 stellte, schien das Spiel entschieden zu sein - allerdings schlugen die nimmermüden Schweizer zurück. Saris Seferovic erzielte in der 81. Minute seinen zweiten Treffer und sorgte für neue Hoffnung , welche schließlich in der 90. Minute belohnt wurde. Der eingewechselte Mario Gavranovic schoss den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Der Außenseiter damit wieder oben auf, während sich der amtierende Weltmeister nachdenklich und angeschlagen präsentierte. Da in der Verlängerung kein Team zielstrebig den Sieg forcierte, musste das Elfmeterschießen über den Einzug ins Viertelfinale entscheiden. Alle neun Schützen hatten sicher verwandelt, als letzter Kicker stand Kylian Mbappé am Elfmeterpunkt. Der französische Superstar scheiterte aber am Schlussmann von Borussia Mönchengladbach, Yann Sommer - und mit dieser Parade steht die Schweiz nach dem 8:7 im Elfmeterschießen erstmals in einem EM-Viertelfinale.

Auch in Kopenhagen ging die Post ab. Spanien und Kroatien lieferten sich ein ähnliches dramatisches Duell, welches aber bereits in der Verlängerung sein Ende fand. Nach 90. Minuten hieß es ebenfalls 3:3. Der Auftakt war dabei äußerst kurios und unglücklich: Nach 20 Minuten passte Pedri den Ball zu seinem Schlussmann Unai Simon zurück, dem der Ball jedoch über den Fuß sprang - 1:0 für Kroatien. Spanien schüttelte sich kurz und kam in der 38. Minute zum völlig verdienten Ausgleich. Pablo Sarabia hämmerte den Ball kompromisslos in die Maschen. Nach der Pause blieb "La Furia Roja" tonangebend und führte nach Treffern von Cesar Azpilicueta und Ferran Torres eine knappe Viertelstunde vor Schluss mit 3:1. Die Entscheidung?! Mitnichten! Die eingewechselten Mislav Orsic und Mario Pasalic sorgten für die unerwartete Wende und damit die Verlängerung. In dieser bestraften Alvaro Morata und Mikel Oyarzabal eiskalt die Fehler der Kroaten und sorgten für den Endstand. Spanien ist mittlerweile die Torfabrik, in den letzten beiden Spielen erzielte das Team von Luis Enrique zehn Treffer. Sie ist damit das erste Team der EM-Geschichte, das in zwei aufeinanderfolgenden Spielen so viele Tore schoss.

Titelverteidiger scheidet aus & Italien kassiert Gegentor

Das Duell zwischen Titelverteidiger Portugal und Belgien mit seiner "goldenen Generation" war ein absoluter Kracher, der ein Offensiv-Spektakel versprach. Die Partie begann vor 11.504 Zuschauern im "Olimpico de la Cartuja" in Sevilla kontrolliert und ohne jegliches Risiko, keiner wollte den ersten Fehler machen. Ergo gab es kaum Chancen. Besonders die beiden Starstürmer - Cristiano Ronaldo und Romelu Lukaku - hatten einen sehr schweren Stand. In der 42. Minute patzte Portugal in der Vorwärtsbewegung, Thomas Meunier von Borussia Dortmund passte den Ball zu seinem Teamkollegen Thorgan Hazard, der mit einem fulminanten Flatterball aus etwas mehr als 20 Metern das siegbringende Tor erzielte. Für den 28-Jährigen war es das zweite EM-Tor. Nach der Pause spielte der Titelverteidiger deutlich offensiver, allerdings kamen CR7 und Co. gegen abgeklärte "Rote Teufel" kaum zu nennenswerten Möglichkeiten. Die mit Abstand beste hatte Raphael Guerreiro. Der BVB-Kicker traf in der 84. Minute mit einem satten Rechtsschuss den Pfosten. Damit muss Titelverteidiger Portugal bereits im Achtelfinale die Segel streichen und Belgien sich nun mit dem nächsten Schwergewicht messen. Im Viertelfinale wartet Italien, das sich mit 2:1 nach Verlängerung gegen Österreich durchsetzte - und das war kein Spiel für schwache Nerven.

Die Italiener dominierten und kontrollierten vor 18.910 Zuschauern im "Wembley-Stadium" in London von der ersten Minute an. Zur Pause stand infolgedessen ein Chancenverhältnis von 11:1 zu Buche. Die beste Möglichkeit hatte Ciro Immobile, der einen kernigen Distanzschuss ans Lattenkreuz zimmerte. Auch nach dem Seitenwechsel beeindruckenden die Österreicher mit ihrer kämpferischen und spielerischen Vorstellung die Italiener, die davon mehr und mehr genervt waren, sodass der Zu-Null-Rekord mehrmals wackelte. In der 64. Minute war es dann so weit, als Marko Arnautovic den Ball einnetzte - allerdings versagte der "Video-Assistant-Referee" (VAR) dem Treffer wegen einer hauchzarten Abseitsposition die Gültigkeit. Kurze Zeit später wurde Stefan Lainer von Borussia Mönchengladbach nach einem Ellbogenschlag der Elfmeter verwehrt. Nach 90. Minuten stand es 0:0, und es ging in die Verlängerung - und in dieser verhielten sich die Italiener abgezockter. Der eingewechselte Federico Chiesa sorgte in der 95. Minute für die Führung, und der ebenso eingewechselte Matteo Pessina erhöhte in der 105. Minute auf 2:0. In der 114. Minute konnte Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart zwar noch verkürzen, schlussendlich scheidet das ÖFB-Team von Franco Foda nach einer sehr starken Leistung trotzdem aus. Immerhin: Nach 1.168 Minuten hat Italien endlich mal wieder ein Gegentor kassiert - und damit dessen ungeachtet einen neuen Rekord aufgestellt.

Oje Oranje & "Danish Dynamite" zündet erneut

Für die größte Sensation im Achtelfinale sorgte die tschechische Nationalmannschaft. Vor 52.834 Zuschauern in der "Puskas-Arena" in Budapest konnten die ambitionierten Niederländer besiegt werden. Die Oranje kam bereits in der ersten Minute zur ersten Chance und blieb in der Folgezeit das spielbestimmende Team. Tschechien rührte mit einer exzellenten Defensive Beton an und raubte dem Kontrahenten mit der tief-stehenden Fünferkette und konsequenter Manndeckung die Spielfreude. Dazu wurden feine Nadelstiche in Form von Kontern gesetzt. Torlos ging es in die Pause - und sieben Minuten nach dem Seitenwechsel flog Matthijs de Ligt nach klarem Handspiel als letzter Mann mit der roten Karte vom Platz. Diese Karte spielte Tschechien vollkommen in die Karten. Tomas Holes köpfte nach einem Eckball sein Team in der 68. Minute in Führung, in der 80. Minute legte er, nach einer entschlossenen Balleroberung, mustergültig auf Patrik Schick von Bayer Leverkusen auf. Mit dem 2:0 wurde das überraschende Achtelfinal-Aus der Oranje manifestiert.

Im Spiel zwischen Dänemark und Wales gab es ein einseitiges Schützenfest, geschuldet war dieses einer taktischen Finesse des dänischen Trainers Kasper Hjulmand. Denn bis zur 20. Minute waren die Waliser vor 14.645 Zuschauern in der "Johan Cruijff ArenA" in Amsterdam das bessere Team. Sie hatten mehr Torschüsse, waren zudem zweikampfstärker und passsicherer. Doch dann kam es zum entscheidenden Formationswechsel: "Danish Dynamite" spielte nicht mehr mit einer Dreier-, sondern einer Vierer-Abwehrkette. Und das mit zündendem Erfolg: In der 27. Minute erzielte Kasper Dolberg die Führung. War zuvor allen voran Gareth Bale immer wieder in Richtung dänisches Tor angerannt, war das nun nicht mehr so einfach möglich. Als unmittelbar nach der Pause erneut Kasper Dolberg traf, waren die Messen gelesen. Dänemark änderte infolgedessen seine Formation zurück und brachte den Einzug ins Viertelfinale sicher und ruhig über die Bühne. In der Schlussphase kam allerdings noch einmal Hektik auf. In der 88. Minute erhöhte Joakim Maehle auf 3:0, zwei Minuten später kassierte Harry Wilson die rote Karte. Der Schlusspunkt war das aber ebensowenig. In der Nachspielzeit traf Martin Braithwaite noch mit einem platzierten Flachschuss zum 4:0.

Das Viertelfinale bestreiten:

Schweiz - Spanien: Fr, 2.7. 18 Uhr

Belgien - Italien: Fr, 2.7. 21 Uhr

Tschechien - Dänemark: Sa, 3.7. 18 Uhr

Ukraine - England: Sa, 3.7. 21 Uhr