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Avus in Berlin „Die Rennstrecke und Legende“

Sie war und ist noch heute einmalig, nämlich die Avus in Berlin. Zum 100. Geburtstag der ehemaligen Rennstrecke erzählt eine Doku von ihrer wechselvollen Geschichte. Die Rennstrecke liegt am Rande von Berlin und ist noch bis heute eine Legende. Die Avus ist die alte Rennstrecke in der deutschen Hauptstadt.

Erste Straße der Welt wo nur Autos fahren durften

Bei der Eröffnung 1921 war es die erste Straße der Welt, auf der nur die Autos fahren durften. Eine einzigartige und gefährliche Steilkurve die schon bald Proteste aus löste. Für viele Berliner war es dennoch ein „Symbol der Freiheit“. In September wird die Strecke 100 Jahre alt und der Sender Arte nimmt dies zum Anlass für die Doku „Avus – Rennstrecke und Legende“.

Der Name Avus bedeutet „Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße“. Zu der Eröffnung gab es ein Autorennen zwischen Berlin und Wannsee und danach wurde die Straße werktags für den privaten Verkehr freigegeben. Die fast geradlinige Rennstrecke verband von der Nordkurve in Charlottenburg mit der am Nikolassee gelegenen Südkurve zu einem fast 19 Kilometer langen Rundkurs und mit vier gefährlichen Kurven. Die „Hochgeschwindigkeitsstrecke“, die die Entwicklung des Autos in Deutschland vorantreiben sollte, war zwar schnell, aber auch sehr umstritten.

1926 fand der erste «Große Preis von Deutschland» statt und durch Unfälle aufgrund schlechter Witterungsbedingungen und dem Streckenzustands (bis zu zehn Zentimeter hohe Bodenwellen) starben leider dabei vier Menschen. Nur ein Jahr später wechselte das Rennen erstmals auf den neu eröffneten Nürburgring in der Eifel.

Der Großindustrielle Hugo Stinnes, hat den Bau der Avus finanziell unterstützt, seine junge Tochter Clärenore umrundete als erste Frau in einem Auto die Erde und ließ sich dann bei ihrer Rückkehr 1929 auf der Avus feiern. Die Nazis ließen im Jahr 1937 die Nordkurve zu einer monumentalen Steilkurve mit einem Durchmesser von 184 Metern und einer Erhöhung um über 43 Grad ausbauen. Sie sollte die Rennstrecke zum „Prestigeobjekt“ machen und auch für die langen Rennautos namens „Silberpfeile“. 1940 wurde der Anschluss zu dem Berliner Ring fertiggestellt, der Verkehr nahm nach dem Krieg immer mehr zu und genauso wie die Legendenbildung.

Elias von Salomon (31, «Rennlegenden»), der Autor, lässt einige Zeitzeugen wie die ehemaligen Formel 1 Rennfahrer Hans-Joachim Stuck (70) und Hans Herrmann (93), sowie den Motorsport-Journalisten Ulf Schulz (43) zu Worte kommen. Sie erzählen ehrfürchtig wie wehmütig, wie sehr diese einmalige Straße die einzigartige Geschichte Berlins und die große Faszination für den Motorsport mit gestaltet und geprägt hat. Die Fans, die früher als die Zuschauer dabei waren, schildern spektakuläre Unfälle, wie den des Franzosen Jean Behra (1959) der tödlich verlief.

Der Rennbetrieb jedoch wurde erst am 26. April 1998 eingestellt. Zwei Historiker berichten von der Kultur des Automobils und der wachsenden Akzeptanz und Begeisterung der Berliner, aber auch von vielen Protesten der Anwohner gegen den Bau. Der nämlich eine beträchtliche Schneise durch den Grunewald als „Naherholungsgebiet“ geschlagen hat. Das Thema Lärm- und Umweltschutz war damals aber noch keines.

Auf der Avus gilt seit Mai 1989 ein Tempolimit von 100 km/h, trotz teils massiver Proteste seitens der Berliner. Die restaurierte Tribüne mit dem neuen Dach und dem verglastem Mittelteil, ist rechtzeitig zum Jubiläum fertig geworden. Diese Begeisterung für dieses besondere und einmalige Symbol für Freiheit und Schnelligkeit mag sich nicht jedem erschließen, es ist schließlich und bleibt es eine Straße, wenn gleich eine sehr ungewöhnliche.

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