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DFB sperrt einen Profi wegen Rassismus für ganze acht Wochen

Er sei kein Mensch, der „zwischen Hautfarben“ unterscheide, betont Spieler Dennis Erdmann. Das DFB-Sportgericht sieht das aber anders und bestraft den Drittliga-Fußballer wegen rassistischer Äußerungen sehr hart. Der Klub von Erdmann kündigt Berufung an.

Im jüngsten Rassismus-Skandal des deutschen Fußballs ist ein Urteil gefallen und es ist sehr hart. Das Sportgericht des DFB hat Dennis Erdmann, Profi des Teams von 1. FC Saarbrücken, wegen rassistischer Äußerungen im Spiel der 3. Liga gegen Magdeburg für ganze acht Wochen gesperrt. Zwei dieser Spiele hat der 30 Jährige Abwehrspieler bereits abgesessen.

Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro

Außerdem muss er dem Urteil vom Montag in Frankfurt zufolge noch eine Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro zahlen. Ein Sprecher seines Vereins kündigte aber an, in Berufung zu gehen. Auch will der Klub eine Aufhebung der Sperre bis zu der Verhandlung vor dem DFB-Bundesgericht erwirken.
Das Sportgericht ist im Ergebnis der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der Spieler sinngemäß folgende Äußerungen in Richtung des Magdeburger Profis Amara Condé gemacht hat „Er soll mit seinen Eltern in die Heimat paddeln“ so der stellvertretende Vorsitzende des Sportgerichts Stephan Oberholz. Auch habe er ihn mindestens einmal mit dem N-Wort beschimpft. Erdmann streitet alle Vorwürfe ab.

Am ersten Prozesstag hat neben Condé auch seine Magdeburger Mitspieler Baris Atik, Sirlord Conteh und Leon Bell Bell die Vorwürfe gegen Erdmann bestätigt. Dagegen sagten die als Zeugen geladenen Saarbrücker Spieler Adriano Grimaldi, Alexander Groiß und Luca Kerber, sowie der wegen einer Erkrankung nur telefonisch zugeschaltete Kapitän Manuel Zeitz, keine rassistischen Äußerungen von Erdmann während des Spieles am 25. August 21 gehört zu haben.

Diese Aussagen hätten dem Sportgericht zufolge aber die der Magdeburger Spieler nicht in Zweifel ziehen können, obwohl die von Atik einige Zweifel hinterlassen hätten. „Er war nicht der Glaubwürdigste unter der Sonne“ so Oberholz. Dafür sei hier die von dem Hauptbelastungszeugen Conté glaubwürdig gewesen. Erdmann wies alle Anschuldigungen am zweiten Verhandlungstag noch einmal deutlich zurück. „Es waren keine leichten anderthalb Wochen, es fällt mir immer noch nicht leicht, abends ins Bett zu gehen“ kommentierte er und versicherte vor dem Sportgericht „Sie haben gesehen, dass ich kein Typ bin, der zwischen Hautfarben unterscheidet.“

1. FC Saarbrücken hatte hier bereits kurz nach Aufkommen dieser Rassismus-Vorwürfe diese als „unbelegt“ entschieden zurückgewiesen und betont, dass Rassismus „in unseren Reihen keinen Platz“ hat. „In Anbetracht dieser Faktenlage entbehren die einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe Magdeburger Spieler jeder belastbaren Grundlage“ so in einer Mitteilung.
Der Vertreter des DFB-Kontrollauschusses, Fred Kreitlow, hatte in seinem Plädoyer alle Vorwürfe gegen Erdmann „im Kern für zutreffend“ befunden. Conté habe hier ausgesagt, dass die Beleidigungen sehr weit über den „Trash-Talk“ unter den Spielern hinausgegangen sei. „Er hat das N-Wort mehrfach von Erdmann vernommen“ so Kreitlow.

Erdmann erhält Bedrohungen

Horst Klettke, der Anwalt des beschuldigten Spielers, sah die seiner Ansicht nach sehr „unpräzisen Aussagen“ der Saarbrücker Spieler zu den Vorwürfen als nicht genug für eine so schwere Strafe an. „Dennis Erdmann hat sich eingelassen und bestimmt gesagt, diese Äußerungen nicht getan zu haben“ kommentierte der Jurist.
„Er hat klar gemacht, dass das überhaupt nicht seine Welt ist.“ Seit dem über die zunächst über die Medien öffentlich gemacht Anschuldigungen, haben der Spieler und seine Familie laut Klettke ungefähr „1500 übelste Beschimpfungen und Bedrohungen“ bekommen. Er hat einen Freispruch gefordert und hält die harte Verurteilung „für nicht gut begründet“.

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