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Formel 1 – Der stressige Aufbau vor Brasilien GP

Die Transport-Kosten von fast halber Million

Die Formel 1 hat einen Supergau noch gerade abgewendet. Am Donnerstag trafen endlich in Sao Paulo die letzten Frachtcontainer ein, aber trotzdem waren die betroffenen Teams noch unglücklich. Man bezahlte viel und müsse nun eine Nachtschicht einlegen.

Die Formel 1 Saison neigt sich langsam dem Ende zu, doch der Puls schießt noch einmal in die Höhe. Nämlich zu dem hektischen Reisestress, der ohnehin schon groß ist, kommen nun die Probleme mit der Fracht.

Bei den Lagern von Ferrari, McLaren, Haas und Alfa Romeo waren die Garagen bis Donnerstag Mittag immer noch leer. Keine Autos und keine Motoren in Sicht. Die anderen Teams hatten wenigstens ihre Autos schon da, wenn auch bei allen Teams die Power Unit fehlten, und dem Team von Red Bull sogar auch die Werkzeugkästen, um die beiden Autos überhaupt zusammen zuschrauben.

Die Fracht aus Mexiko kam mit einer Verspätung an. Erst einmal bremste der Nebel am Abflugort die Cargo-Maschinen am Dienstag Vormittag aus. Dann kam auch noch das Gesetz in die Quere. Die Crews von der Fracht hatten bei dem Zwischenstopp in Miami die maximale Arbeitszeit komplett ausgereizt. Der Zwischenstopp wurde hier aber notwendig, weil die Flugzeuge in Mexiko Stadt aufgrund ihrer Höhenlage nicht voll aufgetankt werden konnten. Offenbar gab es sogar Probleme überhaupt an den Treibstoff zu kommen. In Mexiko gibt es derzeit wohl einige Engpässe.

Bei McLaren kam die Fracht endlich am Donnerstag gegen 10:45 Uhr an der Rennstrecke ein. Nacheinander rollten die großen Transporter über die Zielgerade. Bei Alfa Romeo dauerte es anscheinend sogar bis 14 Uhr bis die Autos und die Motoren endlich in der Garage waren. Bis dahin warteten die Mechaniker geduldig auf ihre ersehnten Utensilien.

Auf die vielen Teams kam eine lange Nachtschicht oder zumindest ein langer Abend zu. McLaren Teamchef Andreas Seidl hat die Hoffnung „Wir müssen ranklotzen, vielleicht schaffen wir es bis Mitternacht“. Damit die Mechaniker wenigstens einige Stunden schlafen bekommen. Eins steht schon jetzt fest, der ohnehin schon anstrengender Triple-Header am Schluß der Saison ist durch das Cargo-Chaos noch viel anstrengender geworden.

Die große Frage war, was wäre der späteste Zeitpunkt gewesen, an dem die Autos da sein sollten?

„Wenn es abends geworden wäre, hätten wir es auch noch geschafft, aber natürlich unter mehr Stress“ Laut den Mercedes Team dauert es rund 60 Mannstunden bis die Autos aufgebaut sind. Vorausgesetzt natürlich, der Ablauf ist wie gewohnt. Ganze fünf Mechaniker kümmern sich um jedes Auto, dazu kommen noch die, die für den Zusammenbau des Motors, das Benzin, die Reifen und Verbundwerkstoffe zuständig sind. Also eine Vielzahl an Mechanikern mit vielen flinken, sowie geübten Fingern.

Je später man mit dem Aufbau beginnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch mal ein Fehler mit einschleicht. Das erhöht schon mal den Druck für den Freitag mit einer Stunde Training und der Qualifikation.

Mit dem sogenannten Triple-Header an sich hat dieses Fracht-Chaos nichts zu tun. Das hätte auch bei jedem aufeinanderfolgenden Grand Prix passieren können. In den meisten Fälle ging es bisher eigentlich gut, jetzt halbwegs schief, ohne aber im Supergau zu enden.

Jedes der Teams verfrachtet fast 26 bis 28 Tonnen von Mexiko nach Brasilien und 11.500 Kilogramm sind frei. Jedes der Kilo kostet sie ansonsten ca. 30 Dollar. Macht eine Summe von fast einer halben Million Dollar. Man darf auch mal fluchen, auch wenn den Formel 1vOrganisatoren in so einen Fall höhere Gewalt dazwischen kommt. Haas Teamchef Guenther Steiner „Die FOM wird sich das anschauen. Aus diesem Fall wird man seine Rückschlüsse ziehen um beim nächsten Mal besser gewappnet zu sein“

Die Regeln für die sogenannten, übliche Sperrstunde sind hier übrigens außer Kraft gesetzt. Für die technische Abnahme haben die Rennställe zudem bis drei Stunden vor Beginn des ersten Trainings Zeit der FIA alle Dokumente zukommen zu lassen.

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