
London – der Inbegriff der englischen Sprache. Und genau dort musste ich mich bei einem englischsprachigen Unternehmen in der Marketingbranche bewerben. Meine Englischkenntnisse? Gut, aber noch nicht auf dem professionellen Niveau, das ich mir gewünscht hätte. Die Aussicht auf ein Vorstellungsgespräch auf Englisch? Nervös war ich, und wie!
Die Sorge, dass mir im entscheidenden Moment die Worte fehlen könnten, war groß. Doch eines stand für mich fest: Ich wollte diesen Job unbedingt. Deshalb habe ich alles darangesetzt, mein Englisch zu verbessern und mich gezielt auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Mein Ziel war nicht nur, die Fragen zu beantworten, sondern mich selbstbewusst und überzeugend zu präsentieren – um zu zeigen, dass ich die ideale Besetzung für die Stelle bin.
In der Geschäftswelt reicht es nicht, flüssig Englisch zu sprechen. Es geht darum, sich professionell und kompetent auszudrücken – ob bei Fragen zur eigenen Erfahrung, Stärken oder bei der Diskussion von fachlichen Themen. Genau darauf habe ich mich konzentriert, um nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich zu überzeugen.
Stehen Sie vor einer ähnlichen Herausforderung und müssen ein Vorstellungsgespräch auf Englisch führen? Lassen Sie sich nicht entmutigen. Mit der richtigen Vorbereitung können auch Sie diese Hürde meistern. Hier sind die Strategien, die mir geholfen haben – vielleicht sind sie auch für Sie hilfreich.
2014 sind wir nach London gezogen, weil mein Mann Daniel eine Stelle bei einem Online-Unternehmen angenommen hatte. Wir wollten beide die Chance nutzen, berufliche und kulturelle Erfahrungen in einem englischsprachigen Umfeld zu sammeln.
Nach unserem Umzug habe ich mich zunächst um einen Kindergartenplatz für unseren Sohn Roman gekümmert, der gerade ein Jahr alt geworden war. Danach habe ich angefangen, nach einer Stelle im Bereich Online-Marketing zu suchen – dem Bereich, in dem ich bereits in Deutschland gearbeitet hatte.
Mein erster Schritt war, meinen Lebenslauf ins Englische zu übersetzen und an die britischen Standards anzupassen. Dabei habe ich schnell gemerkt, wie unterschiedlich deutsche und englische CVs aufgebaut sind und präsentiert werden.
Während meiner Jobsuche hatte ich mehrere Online- und Telefoninterviews. Schließlich wurde ich zu einem persönlichen Gespräch bei einer Agentur eingeladen, die eigene Online-Projekte betreute. Ich war ziemlich nervös, doch die erste Runde lief erfolgreich. In der zweiten Runde sollte ich eine Präsentation über eine E-Commerce-Kampagne vorbereiten und halten.
Die Aufgabe war eine Herausforderung, aber ich habe sie gemeistert – und so meinen ersten Job in London bekommen.

Im Folgenden teile ich meine Erfahrungen und Strategien, die mir bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche auf Englisch geholfen haben.
Um meine Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch auf Englisch zu optimieren, musste ich zuerst verstehen, worauf die Interviewer wirklich achten. Natürlich hängt das von der Branche und der spezifischen Position ab, aber einige Schlüsselbereiche sind fast immer relevant.
Hier sind die fünf Aspekte, die ich in den Fokus gerückt habe – inklusive Tipps und Beispielen, die Ihnen helfen können, Ihr eigenes Business-Englisch auf das nächste Level zu bringen.
Interviewer legen großen Wert darauf, dass Sie sich klar und deutlich ausdrücken können. Dabei geht es nicht nur um Aussprache, sondern auch darum, Ihre Gedanken präzise zu formulieren.
Beispiel:
Ich habe mich auf kurze, einfache Sätze konzentriert, die eine klare Botschaft vermitteln, um Unsicherheiten und Abschweifungen zu vermeiden. Dabei hat mir auch eine Liste von Begriffen geholfen, die in meinem Gespräch relevant waren, wie:
Überlegen Sie, welche Begriffe in Ihrer Branche häufig verwendet werden, und bereiten Sie sich darauf vor, sie sowohl zu verstehen als auch aktiv zu verwenden.
Ein gutes Hörverständnis ist essenziell, um die Fragen eines Interviewers vollständig zu erfassen – besonders, wenn Englisch nicht Ihre Muttersprache ist.
Beispiel:
Ich habe gezielt Podcasts und britische TV-Serien genutzt, um mich an unterschiedliche Akzente zu gewöhnen. Besonders in London trifft man auf eine Vielzahl von Akzenten, vom formellen Queen’s English bis hin zu Cockney. Das Üben mit authentischen Inhalten hat mir geholfen, entspannt und selbstbewusst auf verschiedene Sprachstile zu reagieren.
Jede Kultur hat ihre eigenen Kommunikationsstile, und es ist wichtig, diese zu kennen, um nicht unbeabsichtigt als unhöflich zu erscheinen.
In Großbritannien spielt Höflichkeit eine zentrale Rolle. Das zeigt sich nicht nur in der Sprache, sondern auch im Verhalten.
Beispiel:
Ich habe mich darauf vorbereitet, sowohl formelle als auch informelle Situationen zu meistern, indem ich mich mit britischen Gepflogenheiten vertraut gemacht habe – von der Kleidung bis hin zur Art, wie man höflich Smalltalk führt.
Mein Tipp für Sie: Lesen Sie unbedingt die Artikel „Die schwierigsten Sprachen zu lernen – Laut Sprachlernexperten“ und „Warum das Erlernen einer zweiten Sprache Ihr Gehirn stärkt„. Beide Artikel bieten spannende Einblicke in die Herausforderungen und Vorteile des Sprachenlernens und können Ihnen wertvolle Informationen für Ihre Sprachlernreise liefern.
Nichts untergräbt Ihre Professionalität schneller als schwerwiegende grammatische Fehler oder eine falsche Aussprache wichtiger Begriffe.
Beispiel:
Ich habe branchenspezifische Begriffe wie ROI oder market penetration (Marktdurchdringung) intensiv geübt, um sicherzustellen, dass ich sie richtig verwende.
Ihre Körpersprache sagt oft mehr aus als Ihre Worte. In Großbritannien ist eine entspannte, aber professionelle Haltung wichtig.
Beispiele:
Ich habe britische TV-Serien und Nachrichtensendungen genutzt, um die Körpersprache von Moderatoren und Schauspielern zu analysieren. So konnte ich meine eigene Haltung anpassen und professionell wirken, ohne meine Persönlichkeit zu verlieren.
Ein kurzer Blick ins Internet nach typischen Interviewfragen, angepasst an meine Branche, gab mir eine solide Grundlage, um mich gezielt vorzubereiten.
Möchten Sie wissen, welche Fragen mir dabei besonders geholfen haben?
Hier sind einige der häufigsten Fragen, an denen ich intensiv gearbeitet habe, um in meinem Vorstellungsgespräch sicher und überzeugend aufzutreten:
Um meine Antworten gut zu strukturieren und überzeugend zu gestalten, habe ich die STAR-Methode genutzt. Diese Methode hilft dabei, klare und schlüssige Antworten auf Verhaltensfragen zu entwickeln:
Um meine Antworten zu testen, simulierte ich Interviews mit meinem Ehemann Daniel. Sein ehrliches Feedback half mir, Schwächen zu erkennen und sicherzustellen, dass meine Antworten authentisch und klar formuliert waren.
Allgemeine Tipps zum Sprachen lernen
Da ich mich für eine Marketing-Position beworben habe, war es entscheidend, mich auf fachspezifische Fragen vorzubereiten. Ich habe mein Wissen über die neuesten Trends und Methoden im Marketingbereich aufgefrischt und Antworten auf folgende Fragen entwickelt:
Zur Vorbereitung las ich englischsprachige Marketingblogs wie HubSpot und Marketing Week. Diese Ressourcen halfen mir, relevante Fachbegriffe und aktuelle Entwicklungen in meinen Antworten zu integrieren.
Beispiel:
Als ich mich auf mein Vorstellungsgespräch im Bereich Business und Marketing vorbereitete, war mir eines sofort klar: Ohne fließendes und selbstbewusstes Englisch würde es schwierig werden. Besonders der erweiterte Wortschatz spielte eine zentrale Rolle, um die nötige Professionalität auszustrahlen.
Ich entschied mich für eine einfache, aber effektive Methode: Karteikarten mit Fachbegriffen und branchenspezifischen Wörtern. Diese kleinen Helfer wurden zu meinem ständigen Begleiter. Egal ob Return on Investment (Kapitalrendite) oder Customer engagement (Kundenbindung) – ich übte nicht nur die Bedeutung, sondern auch die richtige Anwendung in Sätzen.
Dabei ging es mir nicht nur darum, die Wörter auswendig zu lernen. Ich wollte sie so in meinen aktiven Sprachgebrauch integrieren, dass sie mir im Gespräch natürlich über die Lippen kamen. Ich baute die neuen Begriffe in alltägliche Gespräche ein – sei es mit Kollegen, Freunden oder meinem Sprachpartner. Dadurch wurden sie schnell vertraut, und ich fühlte mich sicher, sie auch im Vorstellungsgespräch zu verwenden.
Diese gezielte Vorbereitung hat mir nicht nur das nötige Fachvokabular vermittelt, sondern auch das Selbstbewusstsein gegeben, im Gespräch souverän aufzutreten. Und das war letztlich entscheidend.
Ich habe eine Liste mit Begriffen erstellt, die in meinem Bereich häufig vorkommen, und sie aktiv geübt.
Beispiele:
Diese Begriffe habe ich in Übungssätzen verwendet, um sie sicher in Gesprächen anwenden zu können:
Haben Sie einen Sprachpartner, einen Freund oder einen Tutor? Nutzen Sie diese Möglichkeit für Rollenspiele. Sie können typische Szenarien im Vorstellungsgespräch nachstellen, etwa: „Why do you think you are the right fit for this role?“ („Warum sind Sie die richtige Wahl für diese Position?“)
Solche Übungen reduzieren die Angst vor echten Gesprächen und stärken Ihre Sprachgewandtheit. Vorbereitung nimmt den Stress und lässt Sie souverän auftreten – das habe ich selbst erlebt.
Ich habe auch Sprachlern-Apps genutzt, die speziell auf Vorstellungsgespräche zugeschnittene Lektionen anbieten. Diese sind ideal, um wichtige Phrasen zu üben und die Sprache im beruflichen Kontext zu trainieren.

Im Business-Englisch ist aktives Zuhören genauso wichtig wie das Sprechen. Es reicht nicht, nur zu antworten – Sie müssen die Frage verstehen, bevor Sie eine passende Antwort formulieren.
Um das Zuhören zu üben, habe ich regelmäßig englische Podcasts und Radiosender gehört. Danach habe ich das Gehörte jemandem nacherzählt, um das Verstehen und die Reaktionsfähigkeit zu trainieren.
Englisch lernen: Tools und Methoden
Der beste Weg, um Ihr Englisch zu verbessern? Sprechen Sie so viel wie möglich! Gespräche mit Freunden, Tutoren oder in Sprachgruppen sind unschlagbar – sie bringen Sie schneller voran als jedes Lehrbuch. Englisch wird lebendig, wenn es gesprochen wird, und genau das ist der Schlüssel zu mehr Selbstvertrauen.
Wenn persönliche Gespräche nicht möglich sind, ist das Zuhören von Muttersprachlern eine hervorragende Alternative. Ich habe mich auf Sprachlernplattformen angemeldet und internationale Networking-Events besucht, um aktiv mit englischen Muttersprachlern ins Gespräch zu kommen. Diese Erfahrungen haben nicht nur meine Sprachpraxis erweitert, sondern auch meine Hemmungen abgebaut.
Da ich gezielt Marketing-Englisch lernen wollte, habe ich stundenlang Videos von Branchenexperten wie Rand Fishkin angesehen. Diese Lektionen waren Gold wert, um zu verstehen, wie in meiner Branche auf Englisch gesprochen wird – von der Wortwahl bis zur Tonalität.
Mein Tipp: Hören Sie aufmerksam zu, und wenn Ihnen eine besonders gute Formulierung auffällt, pausieren Sie das Video. Sprechen Sie den Satz laut nach, nehmen Sie sich auf und vergleichen Sie Ihre Aussprache mit dem Original. Es mag anfangs ungewohnt sein, aber mit jeder Wiederholung werden Sie Fortschritte spüren.
Der Schlüssel liegt in der Beständigkeit: Üben, Schwächen erkennen und Schritt für Schritt daran arbeiten.
In den Wochen vor meinem Vorstellungsgespräch habe ich begonnen, meine berufliche Sprache in meinen Alltag einzubinden – auf Englisch! Das mag ungewöhnlich klingen, aber es war eine der effektivsten Übungen, um mich sicherer im Umgang mit Marketing-Begriffen zu fühlen.
Ich habe meine Kinder spielerisch gefragt, welche „Markenpositionierung“ (brand positioning) ihre Kleiderwahl an diesem Tag widerspiegelt. Mein Mann Daniel musste oft geduldig zuhören, wenn ich einen Fußballzug als „tolle Conversion-Übung“ (great conversion exercise) bezeichnete.
Diese spielerische Herangehensweise hat mir geholfen, Marketing-Jargon wie Sales Funnel (Vertriebstrichter) oder pain points (Kunden-Schmerzpunkte) selbstverständlich in Gesprächen zu verwenden – sowohl sprachlich als auch in der richtigen Aussprache.
Wenn ich neue Ideen in der Familie diskutierte, behandelte ich diese als Verhandlung auf Business-Englisch. Ich habe geübt, überzeugend zu sprechen und meine Argumente klar darzustellen. Meine Regel war: Wenn ich meine Familie überzeugen konnte, war ich bereit, das auch im Vorstellungsgespräch zu tun.
Ein entscheidender Teil meiner Vorbereitung auf ein Marketing-Interview auf Englisch war die Technik – insbesondere die Fähigkeit, über gängige Tools und Begriffe in meiner Branche zu sprechen. Neben den typischen Fachbegriffen musste ich lernen, Programme und Konzepte im Business-Englisch sicher und flüssig zu erklären.
Dazu habe ich gezielt englischsprachige Tutorials zu Programmen wie Canva, PowerPoint und Slack angesehen, um sowohl die Funktionen als auch die korrekten englischen Begriffe zu verinnerlichen.
Auch Produktivitätstools wie Monday und das Lesen von Daten aus Tabellenkalkulationen standen auf meiner Liste. Begriffe wie ROI (Return on Investment), CTR (Click-Through Rate) oder KPIs (Key Performance Indicators) habe ich bewusst geübt, um sie sicher und kompetent anwenden zu können.
Tipp: Machen Sie sich mit den Tools und Techniken Ihrer Branche vertraut und üben Sie, diese fließend zu beschreiben. Wenn Sie im Interview zeigen können, dass Sie die Fachsprache und die technischen Details beherrschen, wird das Ihre Professionalität unterstreichen und Ihnen einen echten Vorteil verschaffen.
Heutzutage gibt es viele spezialisierte Tools, die dabei helfen, sich gezielt auf Business-Englisch vorzubereiten. Für mich war Babbel eine der hilfreichsten Plattformen, speziell der Business-Englisch-Kurs (auch lesen: Business Englisch mit Babbel: Bringt der Kurs Ihre Karriere wirklich voran?).

Babbel bietet eine breite Palette an Business-Englisch-Modulen, die sich perfekt für berufliche Anforderungen eignen. Besonders hilfreich fand ich die realistischen Geschäftsszenarien und die praxisnahen Übungen, die den Kurs besonders effektiv machen.
Merkmale:
Durch diese realistischen Szenarien und Übungen konnte ich meinen Wortschatz gezielt erweitern und mich besser auf berufliche Kommunikation vorbereiten.
Während meiner Vorbereitung habe ich Babbel genutzt, um typische Business-Phrasen zu üben, die in Marketing-Meetings häufig vorkommen (Lohnt sich Babbel für das Englischlernen? Meine Erfahrungen im Test). Zusätzlich habe ich branchenspezifische Artikel und Blogs gelesen, um mein Vokabular und mein Wissen über aktuelle Trends zu erweitern.
Ein Beispiel aus meiner Übung:

Solche konkreten Sätze habe ich aktiv geübt, um sicherzustellen, dass ich im Interview selbstbewusst und präzise kommunizieren konnte.
Babbels Business-Englisch-Kurs bietet eine hervorragende Grundlage, besonders für den Einstieg ins Business-Englisch. Um jedoch wirklich sicher und flüssig zu werden, empfehle ich, den Kurs mit weiteren Ressourcen zu kombinieren.
Meine Strategien waren wie folgt:
Fließendes Englisch und eine überzeugende Präsentation im beruflichen Kontext erfordern mehr als nur eine solide Vorbereitung. Natürlich sind Grammatik und Aussprache wichtig, aber es geht vor allem darum, selbstbewusst aufzutreten, in Englisch zu denken und Ihre Fähigkeiten souverän zu präsentieren – auch wenn es nicht Ihre Muttersprache ist.
Trainieren Sie Ihre Sprachgewandtheit, indem Sie aktiv zuhören, das Gehörte bewusst verstehen und klar darauf reagieren. Der Schlüssel liegt darin, nicht nur die richtigen Worte zu finden, sondern sie auch mit Selbstsicherheit zu vermitteln.
Denken Sie dabei über das Vorstellungsgespräch hinaus: Sobald Sie Ihren Traumjob in der Tasche haben, werden Sie im Arbeitsalltag mit englischsprachigen Kollegen kommunizieren. Ob in Meetings, bei Projekten oder in lockeren Gesprächen – bereiten Sie sich darauf vor, in jeder Situation authentisch und sicher aufzutreten.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Vorbereitung.
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