30 Jahre nach dem Uranbergbau: Zeitzeugen schildern ihre Erfahrungen

Wismut-Kumpel Friedrich-Ebert-Stiftung schafft Podium

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Bei der Podiumsveranstaltung mit Zeitzeugen saßen auch Bad Schlemas Altbürgermeister, Konrad Barth (vorn li.), Sachsens Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (Mitte), und Horst Richter, Generaldirektor der SDAG Wismut (1989-1991) mit vorn. Foto: R. Wendland

Bad Schlema. Spannende Geschichten aus erster Hand gab es jetzt bei der Podiumsveranstaltung mit Zeitzeugen im Kulturhaus "Aktivist" in Bad Schlema. Dazu eingeladen hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Erzählsalon stand unter dem Thema: "Die Lebensleistungen der Wismut-Kumpel".

Es entstand ein vielseitiger Dialog

Wie die Initiatorin Katrin Rohnstock erklärt, wolle man den Menschen eine Stimme geben. In Bad Schlema haben zum einen die Gäste im Podium mit Bad Schlemas Altbürgermeister, Konrad Barth, Sachsens Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, und Horst Richter, Generaldirektor der SDAG Wismut (1989-1991) gesprochen und zum anderen hatten auch Zuhörer im Publikum Gelegenheit, sich zu äußern.

Auch 30 Jahre nach dem Ende des Uranbergbaus sind die Auswirkungen noch spürbar

Der Kernpunkt lag darin, was das Ende des Uranbergbaus für die Menschen bedeutete, die aktiv damit verbunden waren. Der Uranbergbau endete vor gut 30 Jahren im Erzgebirge und bis heute sind die Spuren zu sehen und die Auswirkungen spürbar, auch wenn sich bereits vieles geändert hat und einstige Halden zum Großteil saniert sind. Bad Schlema ist ein gutes Beispiel. Dort ist in den letzten Jahr sehr viel passiert und hat sich in die positive Richtung gewandelt, was die Hinterlassenschaften des Bergbaus angeht.

Viele Schicksale sind eng mit dem Bergbau verbunden

Lothar Kircheis saß im Publikum. Auch ihn verbindet eine ganze Menge mit der Wismut und dem Bergbau. Der gebürtige Stollberger sagt: "Die Wismut hat mir das Tor zu einem Leben aufgestoßen, was sonst nicht machbar gewesen wäre." Kircheis ist 1931 geboren. Er erinnert sich noch ganz genau: "Meine erste Schicht war am 1. Oktober 1948. Damals war ich gerade einmal 17 Jahre alt." Er hat alle Facetten erlebt und auch zu Johanngeorgenstadt einen engen Bezug.

Im Erzählsalon ist das Schicksal vieler deutlich geworden, die einst bei der Wismut ihr mühevolles Tagewerk vollbrachten. Viele der Kumpel mussten sich mit Ende des Bergbaus einer neuen Herausforderung stellen und den Strukturwandel akzeptieren.