45-Jähriger weckt altes Gasthaus "Linde" aus Dornröschenschlaf

Menschen Marco Panhans kehrt nach 25 Jahren in seine Heimat zurück

Cranzahler Marco Panhans kehrt nach 25 Jahren in seine Heimat zurück. Foto: Thomas Fritzsch

Cranzahl. Von Cranzahl nach Oberbayern und wieder zurück: Marco Panhans arbeitete in Westdeutschland 25 Jahre bei der Deutschen Bahn. Nun fand der Bahn-Disponent eine adäquate Stelle in Leipzig, wieder in der Betriebszentrale als Disponent. Damit kehrte er in seinen Heimatort zurück und erfüllt sich einen Traum. Er steckt derzeit mitten in der Sanierung eines traditionsreichen Hauses an der Hauptstraße des Ortes. "Der Grund für meine Rückkehr liegt darin, dass die Arbeit gepasst hat. Gleichzeitig habe ich beim Anblick der "Linde" gedacht, nun ist es soweit: Jetzt gehe ich in meine Heimat zurück", erinnert sich der 45-Jährige, der das leerstehende ehemalige Gasthaus "Linde" im September des letzten Jahres von einem privaten Investor kaufte und damit vor dem Verfall bewahrte. Denn es gehört zum Ortsbild von Cranzahl.

Er wusste, er würde irgendwann zurückkehren

Die älteren Einwohner haben noch die besseren Zeiten des Gasthauses erlebt, doch bot es seit der Wende zunehmend einen traurigen Anblick, wie es Marco Panhans seit seiner Kindheit kennt. Seine Lehre im Eisenbahnbetriebsdienst absolvierte er zwischen 1990 und 1993 bei der Deutschen Reichsbahn noch in Chemnitz. "Gleich im Anschluss bin ich nach Bayern rüber. Dort startete ich meine Laufbahn als Eisenbahner. Ich arbeitete anfangs in allen möglichen Bereichen, war bei der S-Bahn Aufsicht, dann Fahrdienstleiter, zuletzt Disponent in der Betriebszentrale München bei der Deutschen Bahn", so Marco Panhans.

Dabei wusste der 45-Jährige schon bei seinem Weggang, irgendwann nach Cranzahl heimzukehren. "Ich selbst wollte seinerzeit nicht fortziehen, doch als Kind hat man eben kein Mitspracherecht beim Entschluss der Eltern, umzuziehen", erinnert sich Marco Panhans an die Zeit der Wiedervereinigung.

Große Pläne: Pension "Linde"

Derzeit steckt Marco Panhans mitten in den Sanierungsarbeiten einer ersten Wohnung im 1. Stock und gibt Gas, da er sich leicht im Verzug seines selbst auferlegten Zeitplanes befindet. "Die will ich bis Spätherbst fertig haben und selbst einziehen. Nächstes Jahr kommt im ehemaligen Saal und der Gaststätte eine weitere Wohnung dazu. Und dann im Obergeschoß einen Hobbyraum mit meinem Modelbahnzeug.

Ich plane, die Bimmelbahn-Linie Cranzahl - Oberwiesenthal originalgetreu nachzubauen im Maßstab 1:87. Und danach werde ich die Pensionswohnungen einbauen. Ich gehe davon aus, es werden zwei große oder drei mittlere, aber das ist derzeit noch in Planung", blickt der 45-Jährige voraus.

Und der Name, den das Haus tragen soll, ist nahe liegend: Pension Linde. Das Gasthaus "Linde" brannte am 01. September 1939 bis auf die Grundmauern nieder und wurde während des Krieges wieder aufgebaut.