81-Jähriger entdeckt Kinderfahrzeuge seines Urgroßvaters

Schau Depot Pohl-Ströher plant Ausstellung in Kinderwagenstadt Zeitz

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Ernst-Albert Naether und Kristin Otto hatten ihren Spaß mit den originalen Kinderfahrzeugen aus der Naether-Produktion. Foto: Ilka Ruck

Gelenau. Im Gelenauer Depot Pohl-Ströher strömen nicht nur die Besucher zur diesjährigen Sommerschau unter dem Thema "Opas Blechspielzeug" herbei. Manchmal zieht es auch sehr illustre Gäste in die Ausstellungsräume.

Erst kürzlich konnten sich Depotleiter Michael Schuster und der Chemnitzer Sammler Eckart Holler über den Besuch von zwei sehr interessierten und man könnte sagen, auch involvierten Herrschaften freuen. Ernst-Albert Naether, der Urenkel des Begründers der deutschen Kinderwagenindustrie, war gemeinsam mit Kristin Otto, der Leiterin des Zeitzer Museums Schloss Moritzburg angereist.

Der 81-Jährige Hamburger ist in Zeitz geboren und hatte im Depot Kinderfahrzeuge aus der Produktion seines Urgroßvaters entdeckt. Schmunzelnd verriet er: "Ein Bekannter hatte mich ganz aufgeregt angerufen und gesagt: Im Depot in Gelenau steht Naether. Das hat mich elektrisiert und ich bin hergefahren, um festzustellen: Diese Sammlung ist einmalig und weckt Emotionen. Ich war total überwältigt. Als Zeitzer bin ich stolz auf die Kinderwagenindustrie. Mein Urgroßvater erfand 1846 in Zeitz in der Werkstatt seines Vaters den 'geschobenen Kinderwagen', wie wir ihn heute kennen. Nach der Enteignung der Firma im Jahre 1946 wurde der Kinderwagenbau in Zeitz sehr erfolgreich weitere 50 Jahre unter der Marke ZEKIWA fortgeführt."

Im Depot finden sich über 20 Fahrzeuge aus der Naether-Produktion. Grund für das Treffen mit den beiden war jedoch die Planung einer gemeinsamen Ausstellung im Zeitzer Museum im Herbst 2018. Doch vorerst gibt's alles im Depot zur Sommerschau bis zum 6. August immer dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr zu erleben.



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