Abenteuer auf Schienen: Familie aus dem Erzgebirge machte abenteuerliche Erfahrungen auf dem Weg in die Adria

Zugfahren kann echt an die Substanz gehen

Marienberg

"Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erleben" - so ein bekanntes Sprichwort von Matthias Claudius (1740 - 1815). Gemeint sind bereichernde Erfahrungen, neue Eindrücke und Erlebnisse, die unterwegs gesammelt werden.

Startpunkt in Dresden

Anfang Juli machte sich eine Marienberger Familie zu einer solchen Reise mit abenteuerlichen Zuständen auf Bahnhöfen und Schienen auf. Diesmal sollte das Auto zu Hause bleiben. Das sei entspannter und man tue sogar der Umwelt damit Gutes. Geplant war die Tour mit der Bahn von Dresden nach Prag/Tschechien, nach Wien/Österreich und nach Triest/Italien. Die Reise rückte näher, die Vorfreude stieg, die Koffer wurden gepackt.

Erster Zugausfall

Knapp zwei Wochen vor Beginn dann die Info per Mail: Zug von Dresden nach Prag ersatzlos gestrichen! "Gut, dann starten wir eben von Prag aus", beschlossen die Urlauber. Mit einem regionalen Taxiunternehmen ging es los. In Prag angekommen, mussten die reisefreudigen Fünf feststellen, dass ihr Zug nach Wien auf der Anzeigetafel nicht erschien.

Mit Verspätung nach Wien

Erst mit mit knapp zweieinhalb Stunden Verspätung ging es dann los. Ein Stromausfall soll schuld gewesen sein. Es gab fünf bezahlte Fahrkarten, aber nur vier Plätze. Kinder müssen scheinbar auf dem Schoß der Erwachsenen mitreisen. In Wien angekommen, war es natürlich schon Abend. Am nächsten Tag ging es dann weiter in Richtung Italien. Natürlich mit Verspätung. Zwischenstopp in Villach. Man musste umsteigen. Auch hier rollte der Zug mit Verspätung ein. Zudem fehlte der Wagen mit den reservierten und bezahlten Plätzen! Mutig stiegen trotzdem alle ein. In irgendeinen Wagen, wo gerade Platz war. Nach einer Stunde kontrollierte der Schaffner die Fahrkarten. Für ihn schien alles in Ordnung zu sein. Hauptsache es konnten bezahlte Fahrkarten vorgezeigt werden. Bis Triest verlief dann die Fahrt unspektakulär. Jetzt stand erst einmal die Adria auf dem Plan.

Erneuter Zugausfall bei der Heimreise

Nach einer wunderschönen zweiwöchigen Schiffsreise sollte das Abenteuer jedoch von Neuem beginnen. Noch auf dem "Boot" flatterte die Info der Bahn ein, dass der Zug ab Triest gecancelt sei und auf Schieneneresatzverkehr umgestiegen werden müsse. Um es erneut abzukürzen: Der Bus fuhr über Ljubljana/Slowenien. Auf dem dortigen Bahnhof fehlte der gebuchte Zug wieder und die Familie stieg wissentlich in einen falschen Zug Richtung Wien - nur um irgendwie voranzukommen.

Stillstand durch Polizeieinsatz

Die Bahn fuhr los, der Schaffner scannte die Fahrkarten und merkte wieder nichts. Sie fuhren! Aber nicht lange, dann stand die Bahn lange still. Polizeieinsatz! Irgendwann ruckte der Zug wieder an und irgendwann kam das Grüppchen in Wien an. Nach zwei Tagen dort sollte es mit dem Nachtzug wieder nach Sachsen gehen. Dieser rollte - man war es schon gewöhnt - mit Verspätung an. Da er morgens um 6 Uhr ankommen sollte, hatte man Liegewagen gebucht. Nichts für Menschen mit Platzangst. Auch hier hatte das Kind schlechte Karten… Kein Platz dafür vorgesehen. Und das Frühstück, welches die Buchung beinhaltete wurde ebenfalls nicht gesehen. Aber egal: Hauptsache das Erlebnis auf den Schienen hatte eine Ende. Bemerkt sei außerdem, dass Zugreisende mit Gepäck, sprich Koffern, sehr sehr schlecht dran sind. Die Zeit, um einzusteigen ist nämlich sehr knapp bemessen.

Freie Plätze im überfüllten Wagen

Kaum drin, fährt der Zug los. Die "Zugestiegenen" - in unserem Falle die Marienberger - standen in allen Zügen erstmal in überfüllen Wagen und mussten sich dann mit dem Gepäck Wagen für Wagen vorkämpfen, bis mal ein Plätzchen gesichtet wurde. Ihre Platzkarten waren eigentlich sinnlos, aber trotzdem teuer. Und: Platz für Gepäck ebenfalls Fehlanzeige. Die Züge sowieso überfüllt - da darf man doch nicht auch noch hoffen, sein Gepäck angemessen unterzubringen.

Fazit der Reise

Nun, alle Familienmitglieder im Alter von fünf bis 66 Jahren sind sich sicher: "Auf Reisen kann man tatsächlich was erleben und nicht immer sind die Eindrücke schön. Fazit: Nie wieder Wegfahren mit dem Zug!"

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