Abgabepflicht sorgt für Staunen

Künstlersozialversicherung Referent klärt Besucher des Netzwerktreffens auf

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Referent Andreas Kießling von der Künstlersozialkasse brachte mit seinen Angaben viele Zuhörer zum Staunen. Foto: A. Bauer

Zschopau. Unternehmen, die freiberufliche und publizistische Leistungen in Auftrag geben, müssen auf die Künstlersozialabgabe achten. "Nehmen sie dieses Thema ernst", warnte Andreas Kießling beim zehnten Netzwerktreffen des Branchenverbandes Kultur- und Kreativwirtschaft Erzgebirge in Zschopau. Die Organisatoren aus dem Erzgebirge hatten den Referenten der Künstlersozialkasse eingeladen, weil sie wissen, "dass die Künstlersozialabgabe den wenigsten Auftraggebern ein Begriff ist".

Tatsächlich staunten viele der knapp 60 Zuhörer nicht schlecht, in welchen Fällen bereits eine Zahlung fällig wäre. Von Bildern eines Fotografen, die beispielsweise auf der Homepage oder in Broschüren veröffentlicht werden, bis hin zu Auftritten von Musikern bei Feiern in der Firma gilt es vieles zu beachten. Ist die Feier firmenintern, besteht keine Abgabepflicht. Doch das ändert sich, sobald Kunden dabei sind. "Dann handelt es sich um Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise Eigenwerbung", erklärte Kießling, der viele solche Beispiele zu bieten hatte.

Seltene Aufträge mit niedrigem Honorar unterliegen nicht der Abgabepflicht, was jedoch lange für Diskussionen sorgte, da keine klare Grenze vorgegeben war. "Unternehmen, die sich selbst oder eigene Produkte bewerben und in diesem Zusammenhang nicht nur gelegentlich Entgelte für freischaffende künstlerische oder publizistische Leistungen zahlen, sind ebenfalls abgabepflichtig", heißt es nach einer Festlegung.

Wie der Referent erklärte, ist das "nicht nur gelegentlich" seit dem Jahr 2015 klarer definiert. Weil das Bundesverfassungsgericht diese Lücke rügte, wurden 450 Euro pro Jahr als Grenze vorgegeben. Bei vielen Unternehmen bleiben dennoch Fragen, weshalb laut Kießling viele Unternehmen von sich aus eine Prüfung veranlassen, um spätere hohe Nachzahlungen zu vermeiden.