Abkühlung gefälligst? Natürliche Kühlkammer im Erzgebirge bietet 8°C

Sommer In der Eispinge in Horní Blatná herrschen winterliche Temperaturen

Eine markante Hitzewelle steht für weite Teile Deutschlands an. Da sucht man nach Abkühlung. Eine ganz besondere, natürliche Abkühlung findet man im Erzgebirge. Mutter Natur hat diese vor Jahrhunderten geschaffen.

Unweit von Oberwiesenthal kurz hinter der deutschen Grenze, nahe Horní Blatná, gibt es die Eispinge. Mitten im Wald steht das Naturdenkmal. Auf nur 10 Metern gibt es enorme Wetterkontraste. Im Wald herrschen sommerliche Temperaturen, 10 Meter hinab in die Tiefe nur noch Temperaturen von um die 5 Grad Celsius. Man fühlt sich hier wie mitten in einer Kühlkammer. Besucher können etwa 30 Stufen hinabsteigen und befinden sich in einer engen Felswand. Hier gibt es sogar mitten im Hochsommer Schnee und das auch bei knapp 40 Grad Celsius.

Einmaliges Phänomen in der Region?

Die Eispinge ist etwa 150 Meter lang, 20 Meter tief, dabei nur etwa 1 bis 1,5 Meter breit. Die Vorsilbe "Eis-" kommt daher, dass sich aus dem im Winter angelagerten Schnee ab dem Frühjahr Höhleneis bildet, das das ganze Sommerhalbjahr über nicht vollständig abschmilzt. Im Felsspalt gibt es kaum einen Luftmassenaustausch. Kältere Luft ist schwerer als wärmere Luft und daher kann diese aus dem Felsspalt nicht entrinnen. Eine Art Kühlbox mitten im Erzgebirge. Für kreislaufschwache Menschen ist der Besuch der Eispinge natürlich nichts. Von knapp 30 °C geht es in wenigen Metern auf nur noch 5-10 °C herunter. Bei den jetzigen Temperaturen ist der natürliche Kühlschrank eine willkommene Abkühlung. Einige Heimatforscher behaupten sogar, dass dieser Kühlschrank einmalig in Deutschland ist.



Meistgelesen