Abriss muss bis nächsten Winter warten

Investruine Gutachter finden Spuren von Fledermäusen und Nester von Kleinvögeln

Grießbach. 

Grießbach. Seit dem Ende der 1980er-Jahre prägt ein großer Wohnblock, der nie ganz fertiggestellt wurde, das Ortsbild in Grießbach. Das zu DDR-Zeiten als Lehrlingswohnheim geplante Gebäude, inzwischen auch bekannt als "Investruine", sollte schon seit längerer Zeit abgerissen werden. Doch mit diesem Schritt muss sich die Gemeinde Drebach, zu der Grießbach als Ortsteil gehört, noch etwas gedulden. Wie Bürgermeister Jens Haustein bei der Vorstellung der Prioritätenliste der Baumaßnahmen informierte, wird das große Haus nicht vor dem kommenden November verschwinden.

Bewohner müssen berücksichtigt werden

"Der Abriss wird nur im Winter genehmigt", so Hau-stein. Grund dafür ist die Tatsache, dass es in dem Objekt - zumindest während der wärmeren Jahreszeit - tatsächlich einige Bewohner gibt. Die Rede ist nicht von Menschen, sondern von Tieren. Dies ist das Ergebnis einer Studie durch ein Ingenieurbüro, das eine artenschutzrechtliche Beurteilung erstellen sollte. "Eine gelegentliche Nutzung wahrscheinlich durch einzelne Zwergfledermäuse während des Schwärm- und Paarungszeitraumes muss aufgrund der Kotbefunde unterstellt werden", heißt es in einem entsprechenden Bericht.

Eigenheime für menschliche Bewohner sollen bald entstehen

Darüber hinaus schauen wohl ab und zu jagende und erkundende Fledermäuse vorbei. Ebenso wurden Nester von Kleinvögeln gefunden, "sodass das Gebäude Fortpflanzungsstätte für geschützte Vogelarten ist". Um die Tiere während der Fortpflanzungszeit nicht zu stören, kann nicht vor dem 1. November mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Dennoch hat die Gemeinde, die das Objekt zu einem symbolischen Preis erworben hat, schon jetzt viel zu tun. Schließlich sollen auf der etwa 9500 Quadratmeter großen Fläche Eigenheime entstehen. "Wir wollen schon jetzt dafür Werbung platzieren", betont der Bürgermeister, dem bereits erste Anfragen von Interessenten vorliegen. Mit dem bevorstehenden Abriss und der Planung des Baulandes werde ein "Zeichen an die Bevölkerung" gesetzt, dass sich bald etwas tut.