Ein Straßeneinbruch sorgt in Annaberg-Buchholz für eine Vollsperrung der Bärensteiner Straße im Stadtgebiet.
Bereits seit einigen Wochen wurde der vorhandene minimale Einbruch mit Warnbaken halbseitig abgesichert. Am Dienstagmittag brach die Fahrbahn nun auf einem größeren Stück ein.
Polizei sperrt den Abschnitt komplett
Die Polizei sperrte den Straßenabschnitt komplett. Damit ist die Bärensteiner Straße im Stadtgebiet vorerst nicht mehr befahrbar.
Mitarbeiter der Stadt, der Energieversorgung, der Polizei und des Bergamtes verschafften sich einen Überblick.
Acht Meter tiefes Loch festgestellt
Vor Ort stellte man ein acht Meter tiefes Loch fest, das entlang der Bärensteiner Straße bergauf und bergab verläuft.
Als Ursache vermutet man einen alten Bergbaustollen. Sollte sich dies bestätigen, droht eine wochenlange Sperrung der Bärensteiner Straße.
Umleitung für Autofahrer wird zum Problem
Für Autofahrer bedeutet dies eine größere Umleitung, denn die Bärensteiner Straße war bereits die Umleitungsstrecke für den gesperrten Innenstadtring. An der Wilischstraße entsteht ein größeres Einkaufszentrum; die Bauarbeiten und die Sperrung werden hier ebenfalls noch mehrere Wochen andauern.
Neue Umleitungsstrecke wird noch erarbeitet
Wie die Umleitungsstrecke nun genau aussehen wird, wird derzeit noch erarbeitet.
Update der Stadt Annaberg
Auf der Bärensteiner Straße in Annaberg-Buchholz ist es am heutigen Dienstag zu einem erheblichen Straßeneinbruch gekommen. Betroffen ist der Bereich zwischen dem Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Ernährung des Erzgebirgskreises sowie der reifra Kunststofftechnik GmbH in Höhe der Hausnummer 5.
Nach ersten Erkenntnissen steht der Einbruch im Zusammenhang mit einem unterirdischen Hohlraum aus dem historischen Altbergbau. Der entstandene Verbruch weist eine beträchtliche Größe und Tiefe auf und machte umgehend umfangreiche Sicherungsmaßnahmen erforderlich.
Dank des schnellen und umsichtigen Handelns des städtischen Betriebshofes sowie der Polizei konnte die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Auch Fahrzeuge wurden nicht beschädigt.
Vor Ort befanden sich Vertreter des Oberbergamtes, der Stadt Annaberg-Buchholz unter Leitung des Fachbereichsleiters Bau, Christian Uhlig, die Polizei, die Stadtwerke Energie AG sowie weitere Fachfirmen. Gegenwärtig erfolgen umfangreiche Sicherungsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem die Absicherung des Einbruchbereiches sowie die vorsorgliche Trennung und Überprüfung betroffener Versorgungsleitungen.
Die Bärensteiner Straße ist im betroffenen Bereich beidseitig voll gesperrt. Nach aktuellem Stand muss von einer längerfristigen Vollsperrung ausgegangen werden. Entsprechende Umleitungen werden eingerichtet beziehungsweise angepasst.
Im Laufe des morgigen Mittwochs werden Vertreter des Oberbergamtes, der Stadtverwaltung, beauftragter Fachunternehmen sowie des Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) das weitere Vorgehen beraten und die nächsten Schritte zur Untersuchung, Sicherung und Verwahrung abstimmen. Auch die notwendigen verkehrlichen Maßnahmen werden beraten.
Die Stadt Annaberg-Buchholz bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen und darum, den Bereich weiträumig zu umfahren. Über die weiteren Entwicklungen, mögliche Auswirkungen auf den Verkehr sowie konkrete Maßnahmen wird die Stadt zeitnah über ihre offiziellen Informationskanäle informieren.
Update der Stadt Annaberg vom 17. Juni
Nach dem erheblichen Straßeneinbruch auf der Bärensteiner Straße in Annaberg-Buchholz sind am Mittwoch die weiteren Maßnahmen zur Sicherung und Verwahrung des Schadensbereiches abgestimmt worden.
Am Vormittag trafen sich Vertreter der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz aus den Sachgebieten Bau sowie Recht und Ordnung gemeinsam mit dem Sächsischen Oberbergamt, der Polizei sowie dem Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) vor Ort, um das weitere Vorgehen zu beraten und festzulegen.
Im Ergebnis der Abstimmungen wurde die Schadstelle offiziell an das Oberbergamt übergeben. Von dort wurde die weitere Bearbeitung an die Fachfirma BST Freiberg GmbH & Co. KG übertragen. Das Unternehmen wird die erforderlichen Baumaßnahmen ab Montag, dem 22. Juni 2026, aufnehmen. Bereits in den kommenden Tagen erfolgt die Einrichtung der Baustelle sowie die Vorbereitung der notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen.
Laut Mitteilung des Oberbergamtes weist der Hohlraum des Tagesbruches unter dem Asphalt eine Breite von zirka 4 m und eine Länge von 5 bis 6 m auf. Die Tiefe von Oberkante Asphalt bis auf die Verbruchmassen beträgt zirka 6 m. Belastbare Aussagen zur weiteren Ausdehnung des Verbruchbereiches können derzeit nicht getroffen werden.
Mit ersten gesicherten Erkenntnissen wird frühestens zu Beginn der kommenden Woche gerechnet, wenn die Untersuchungs- und Sicherungsarbeiten vor Ort aufgenommen werden.
Regelungen zum Bus- und Individualverkehr
Um die Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr so gering wie möglich zu halten, konnte bereits am Vormittag eine Ersatzhaltestelle auf der Annenstraße eingerichtet werden. Diese wird insbesondere für den Schülerverkehr bereits regulär bedient.
Nach Informationen des Regionalverkehrs Erzgebirge GmbH bedienen die Linien 411 und 430 die Haltestellen in Cunersdorf in Richtung Talstraße Annaberg. Fahrgäste haben dort die Möglichkeit, an der Talstraße oder am Unteren Bahnhof in die Stadtbuslinie A in Richtung Markt umzusteigen. In Gegenrichtung können die Linien 411 und 430 ebenfalls für die Fahrt nach Cunersdorf genutzt werden. Kleinrückerswalde wird weiterhin regulär über die Ersatzhaltestelle „Schule“ bedient.
Aktuelle Informationen zu Fahrplanänderungen und Einschränkungen stellt die RVE fortlaufend auf ihrer Internetseite zur Verfügung.
Für den Individualverkehr bleibt die Vollsperrung der Bärensteiner Straße weiterhin bestehen. Die Umleitung erfolgt bis auf Weiteres über die Bundesstraße 101 sowie durch den Ortsteil Cunersdorf. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die bereits aufgestellten mobilen Beschilderungen zu beachten. Die offizielle Umleitungsbeschilderung wird nach aktuellem Stand Anfang der kommenden Woche eingerichtet und aktiviert.
Aus derzeitigem Kenntnisstand kann noch kein voraussichtlicher Zeitraum für die Dauer der Vollsperrung genannt werden. Über neue Erkenntnisse und den Fortgang der Maßnahmen wird die Öffentlichkeit fortlaufend informiert.
Die Stadt Annaberg-Buchholz bedankt sich bei allen beteiligten Behörden, Einsatzkräften, Unternehmen und Verkehrsbetrieben für die schnelle und enge Zusammenarbeit und bittet alle Verkehrsteilnehmer um umsichtige Fahrweise und Einplanung längerer Fahrzeiten.
Update vom 26. Juni
Rund eine Woche nach dem erheblichen Straßeneinbruch auf der Bärensteiner Straße in Annaberg-Buchholz laufen die Sicherungs- und Erkundungsarbeiten im Schadensbereich planmäßig. Die Maßnahmen erfolgen im Auftrag und unter fachlicher Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes, nachdem der Schaden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Folge des historischen Bergbaus in Annaberg-Buchholz eingetreten ist.
Seit Beginn der Arbeiten am 22. Juni wurde die Baustelle vollständig eingerichtet, die Verkehrssicherung erweitert und mit den weiteren Aufbrucharbeiten im Bereich der Fahrbahn begonnen. In einer ersten Bauberatung am gestrigen Donnerstag wurden der aktuelle Baufortschritt bewertet und die nächsten Arbeitsschritte abgestimmt. Gegenwärtig wird das Baufeld weiter freigemacht, um die Voraussetzungen für die Einrichtung einer sogenannten Teufe zu schaffen. Über diese vertikale Erkundung sollen die Ausdehnung des Hohlraums sowie die geologischen und bergtechnischen Verhältnisse unterhalb der Fahrbahn umfassend untersucht werden. Diese Arbeiten werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Erst auf Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse kann über die konkrete Art und den Umfang der dauerhaften Sicherungsmaßnahmen entschieden werden.
Die bisherigen Untersuchungen führen zu der begründeten Annahme, dass der Tagesbruch im Bereich historischer Grubenbaue entstanden ist. Bereits vor dem eigentlichen Schadensereignis war Anfang Juni eine Fahrbahnabsenkung festgestellt worden. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen und einer Einengung der Fahrbahn wurde am 16. Juni bei einer Erkundungsöffnung ein größerer Hohlraum unmittelbar unter der Fahrbahn entdeckt. Dank des umgehenden Handelns aller beteiligten Behörden und Einsatzkräfte konnte die Gefahrenstelle innerhalb weniger Stunden abgesichert, die Gasleitung getrennt sowie die Stromversorgung angepasst werden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.
Für den Verkehr ergeben sich derzeit keine Änderungen. Die Vollsperrung der Bärensteiner Straße bleibt bestehen. Der öffentliche Personennahverkehr, insbesondere der Schülerverkehr, ist weiterhin über die eingerichtete Ersatzhaltestelle in der Annenstraße abgesichert. Die Gewerbestandorte an der Bärensteiner Straße bleiben uneingeschränkt erreichbar.
Nach aktuellem Kenntnisstand muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Sperrung der Bärensteiner Straße bis in das Jahr 2027 erforderlich sein wird.
Unabhängig vom Schadensereignis schreiten die Bauarbeiten im Bereich Wilischstraße/Bahnhofstraße/Theaterplatz planmäßig voran. Die Asphaltarbeiten im Bauabschnitt Wilischstraße sind abgeschlossen. Ab der kommenden Woche beginnen die Arbeiten im Abschnitt Bahnhofstraße bis Theaterplatz. Dort werden zunächst Asphaltflächen zurückgebaut sowie Kabel- und Leitungsanlagen erneuert. Anschließend werden die Gasleitung tiefer verlegt, Gehwege und Fahrbahn einschließlich der Querungsstelle neu hergestellt.
Die Verkehrsbeziehung zwischen Schlösselbrücke und Buchholzer Straße beziehungsweise Scheibnerstraße bleibt währenddessen bestehen. Parallel wird die Stützkonstruktion am Theaterplatz fertiggestellt. Nach Abschluss der Erneuerung der Straßenentwässerung erhält der verbleibende Bereich bis zur Schlösselbrücke eine neue Asphaltdecke.
Es ist vorgesehen, dass voraussichtlich Ende September der Verkehr wieder über die Bahnhofstraße und Wilischstraße fließen kann. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist weiterhin für Oktober 2026 vorgesehen.
Die Stadt Annaberg-Buchholz steht weiterhin in engem Austausch mit dem Sächsischen Oberbergamt, den beauftragten Fachfirmen sowie allen beteiligten Behörden und wird die Öffentlichkeit fortlaufend über neue Erkenntnisse und den Fortgang der Arbeiten informieren.
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