Adam Ries: hat er uns noch was zu sagen?

Geschichte Neue Biografie in Annaberg-Buchholz vorgestellt

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Prof. Dr. Bernd Rüdiger, OB Rolf Schmidt und der Vorsitzende des Adam-Ries-Bundes, Prof. Dr. Rainer Gebhardt (v.li.) mit der neuen Biografie. Foto: Ilka Ruck

Annaberg-B. Bernd Rüdiger ist ein Kenner der Materie wenn es um Adam Ries geht. Am Dienstag stellte der Autor im Annaberger Adam-Ries-Haus seine brandneu erschienene Biografie des berühmten Rechenmeisters vor. Anlässlich des 525. Geburtstages von Adam Ries in diesem Jahre gibt der Adam-Ries-Bund e. V. diese neue und erste umfassende Biografie heraus und würdigt damit dessen Lebensleistung.

Getreu dem Motto von Adam Ries "Mit Lust und Fröhlichkeit das Rechnen zu vermitteln", machte auch Bernd Rüdiger bei der Vorstellung in puncto Lebendigkeit seiner Recherchen Lust aufs Lesen. Recherchieren scheint für den Professor ein Lebenselixier zu sein. An der Universität Leipzig hat er vor allem auf den Gebieten Historische Quellenkunde, Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit unterrichtet und geforscht.

Wenn Tauschhandel nicht mehr ausreicht

Seine neue Biografie reiht viele neue Fakten im geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext aneinander. "Der Einstieg erfolgt im Mittelalter. Zu der Zeit begann das Handwerk zu florieren und im Tauschhandel ging nichts mehr. Man musste alles in Zahlengrößen umrechnen können. Als Müllersohn 1492 in Staffelstein geboren, wurde hier zweifellos bei dem jungen Adam das Interesse an komplizierteren Dreisatz-ähnlichen Aufgabenlösungen geweckt", erklärt der Autor.

Das Leben des Rechenmeisters

Adam Ries hatte die Situation erkannt, sofort umgesetzt und betont "Das Volk muss rechnen können". Die Biografie sagt auch viel über das wahre Leben des Rechenmeisters aus. Laut Bernd Rüdiger war die Familie Ries keineswegs eine Musterfamilie, sondern auch hier gab es so manchen Crash. Zudem hatte sie mit acht Kindern ganz elementare Not zu leiden. Es gibt zuverlässige Quellen wo der Meister arm und elend erscheint. Und doch war sein Leben recht bunt und interessant. So wie es das Buch für den Leser sein dürfte.