Adventsausstellung mit Leihgaben

Heimatmuseum Erzgebirgische Flachschnitzereien

Die diesjährige Weihnachtsausstellung im Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide besteht erstmals aus rund 800 Leihgaben, und zwar fast ausschließlich aus dem Fundus der Firma Emil Helbig. Erstmals wurde diese Ausstellung 2013 zum 80 Firmenjubiläum im Spielzeugmuseum Seiffen gezeigt.

Im Jahr 1933 gründete im Spielwarendorf Grünhainichen der ehemalige Fachschullehrer Emil Helbig seine Firma für Kunstgewerbliche Schnitzerei. Als "marxistisch gesinnt" eingestuft, wurde er davor von den Nazis aus dem Dienst an der Gewerbeschule entfernt und am 17. März inhaftiert. Nach der Entlassung aus dem KZ Sachsenhausen war er gezwungen, sich eine neue Tätigkeit zu suchen. So entschloss er sich, den schwierigen Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Zunächst wurden Spielzeuge wie Steckenpferde oder Fahrtiere, später Auftragsarbeiten wie Leuchter, Krippen oder Pyramiden gefertigt. Die Spezialisierung auf die später für Helbig typischen Flachschnitzereien entstand durch ein Unglück. Bei der Lieferung von 100 Stück "Weißer Hirsch mit Blumenkind" zerbrachen alle Hirsche, nur das flachgeschnitzte Blumenkind blieb heil. So baute man nach überstandenen Finanzproblemen das Sortiment an Miniaturfiguren beständig aus - Tiere, Kinder, Zwerge, Krippenfiguren, Engel, Weihnachtsmann, auch als kleine Szenerien. Geschnitzt mit wenigen, präzisen Schnitten, dezent und doch farbenfroh bemalt sind die Helbigfiguren nahezu einmalig und haben einen hohen Wiedererkennungseffekt. Zu sehen sind neben den bereits beschriebenen Figuren auch Pyramiden, Krippen und bildhauerische Arbeiten, z.B. aus Emil Helbigs Zeit als Modelleur in der Porzellanmanufaktur in Meissen.

Geöffnet ist zwischen 28. November und 28. Februar jeweils samstags, sonntags und feiertags von 13 bis 18 Uhr. Anlässlich des Weihnachtsmarktes gibt es zusätzlich noch Handwerksvorführungen.