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Agentur setzt auf Qualifizierung und Ausbildung

Interview mit Jürgen Sieg, Leiter der Annaberger Arbeitsagentur

Für 2013 kann der Leiter der Annaberger Agentur für Arbeit, Jürgen Sieg, eine durchaus positive Bilanz ziehen. Das vergangene Jahr punktete mit dem niedrigsten Arbeitslosenbestand seit 20 Jahren. Auch der Ausblick für 2014 ist stabil:

Wie ist die Bilanz für 2013 und wer profitiert davon?

Aktuell sind 16.600 Menschen im Landkreis ohne Job und die Arbeitslosenquote liegt bei 8,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren drastisch gesunken und wir schauen auf einen stabilen Arbeitsmarkt zurück. Im Jahresverlauf 2013 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 432 Personen oder 2,5 Prozent. Am stärksten profitierten die Jugendlichen vom Rückgang. Das zeigt deutlich, dass junge Fachleute häufiger als früher nach der Ausbildung nahtlos in Arbeit übernommen werden, die Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich ihre Fachkräfte von morgen sichern. Auch sollen Menschen über 50 Jahre und Ältere mit speziell auf sie zugeschnittenen Maßnahmen in Beschäftigung gebracht werden.

Was sind die Ziele für 2014?

Für 2014 prognostiziert unser eigenes Forschungsinstitut (IAB) bei stabiler Wirtschaftslage für das Erzgebirge im Jahresdurchschnitt eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,4 Prozent. Unser Beitrag sind individuelle Kundenlösungen, vorhandenes Personal in Unternehmen zu sichern und Menschen Ausbildung und Beschäftigung zu bieten. Die 2013 begonnene Qualifizierungsoffensive wird fortgesetzt, das heißt, auch in diesem Jahr bietet die Agentur bedarfsgerechte Qualifizierungen an, um alle verfügbaren Reserven zu erschließen, die Jobofferten der Unternehmer bedienen zu können und Menschen in Arbeit zu bringen. Durch Netzarbeit sollen gemeinsame Projekte zur Fachkräftesicherung in der Region forciert werden. Dabei muss die gute Zusammenarbeit mit Kammern, Verbänden, Kommunen und Wirtschaftsförderung weiter ausgebaut werden.

Was sind die Perspektiven für junge Leute?

Wir wollen jedem Jugendlichen eine berufliche Perspektive bieten. Dazu gehören Berufsbildungsangebote, Berufsberatung sowie die bewährten Ausbildungsbörsen und - messen. Im Mai wird das neue Berufsinformationszentrum in Betrieb genommen. Damit erfolgt eine noch stärkere Focussierung auf Jugendliche. Um den Fachkräftebedarf zu sichern, wird es zudem gezielte und schnelle Qualifizierungen geben. Dazu gehören einzelbetriebliche Umschulungen in Unternehmen sowie das Programm zur Fortbildung gering qualifizierter oder älterer Beschäftigter. Auch potenzielle Arbeitskräfte aus Tschechin werden aktiv in die Vermittlungsbemühungen einbezogen.