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Alarmstufe Rot auf Schloss Wildeck

aktion Veranstaltungstechniker machen auf Notstand ihrer Branche aufmerksam

Zschopau. 

Zschopau. Wer am Montag zu später Stunde einen Blick auf das Schloss Wildeck in Zschopau wirft, könnte sich über den Anblick wundern. Ab 22 Uhr wird das Wahrzeichen der Stadt in einem roten Licht erstrahlen, das erst 1 Uhr am nächsten Morgen erlischt. "In unserer Branche herrscht nun mal Alarmstufe Rot", sagt Verhaltenstechniker Steffen Müller aus Dittersdorf, der sich zusammen mit seinem Berufskollegen Robin Beyer aus Schlößchen an einer bundesweiten Aktion beteiligt. "Night of Light" heißt diese und soll auf den Notstand der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen, der durch die Corona-Krise ausgelöst wurde. Vielerorts werden dafür markante Objekte ausgewählt. Die beiden Amtsberger entschieden sich für das Wahrzeichen von Zschopau, das auch zu später Stunde aus großer Entfernung - unter anderem von der Bundesstraße B 174 - gut zu sehen ist.

Klare Ansagen fehlen

"Wir sehen alles ein", sagt Steffen Müller voller Verständnis für die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen, um die Bevölkerung vor der Pandemie zu schützen. Folge der Beschränkungen war, dass seit Mitte März keine großen Feiern und Feste mehr stattfinden. Veranstaltungstechniker, die sonst für den Ton auf der Bühne, Beleuchtung und Spezialeffekte sorgen, werden nicht gebraucht. Müller selbst, der auch schon beim Tag der Sachsen oder beim Enduro-Prolog von "Rund um Zschopau" das Publikum mit Laser-Shows begeistert hat, sind so schon zehn Aufträge durch die Lappen gegangen. Viele weitere Absagen werden wohl noch folgen. Wie viele - das ist noch nicht absehbar. Und genau das kritisiert der 49-Jährige: "Es fehlen einfach klare Ansagen von der Politik, alle hängen in der Luft."

Zweites Standbein gefragt

Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern wird es mindestens bis Ende Oktober nicht geben. In kleinerem Rahmen wäre einiges möglich - aber nur theoretisch. "Das ist eine Art Grauzone", findet Müller. Veranstalter trauen sich nicht, etwas auf die Beine zu stellen, sodass die Technik-Experten das Nachsehen haben. "Wir wollen ein Zeichen setzen und die Politik dafür sensibilisieren, dass die Firmen Hilfe brauchen", sagt Robin Beyer über den Hintergrund der "Night of Light". Er selbst kann sich als Musikschullehrer über Wasser halten, während Steffen Müller statt auf seine "Color and Lightning Art" nun vermehrt auf sein zweites Standbein als Maler setzt. Trotzdem wollen beide ihre Branche unterstützen. Deshalb bilden sie das Schloss Wildeck, in dem sie bei der Zschopauer 725-Jahr-Feier eine beeindruckende Lasershow boten, nun mit 30 Scheinwerfern in der Alarmstufe Rot ab.

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