Alte Säulen einer modernen Messung

Geschichte Ein Wolkensteiner hat ein ungewöhnliches Hobby

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Frieder Berger. Foto: A. Leischel

Grünhain. Ein nicht alltägliches aber dennoch nicht minder uninteressantes Hobby betreibt Frieder Berger aus Wolkenstein. Der ehemalige Lehrer für Sport und Geografie hat sich der Registrierung der "Triangulierungssäulen - Vermessungssäulen im Königreich Sachsen" verschrieben.

"Im Jahr 1860 begann der preußische General Baeyer mit der Mitteleuropäischen Gradmessung. Es sind noch 125 Triangulationssäulen, entweder aus Granit, viele aus Sandstein oder auch aus Ziegeln erhalten und wurden teilweise durch Vereine aufwendig restauriert und mit Hinweistafeln dokumentiert. Das war für mich der Anreiz, einzelne dieser Zeugen aus den Anfängen der Landesvermessung aufzusuchen, zu fotografieren und aufzulisten", sagte Berger bei seinem Vortrag auf dem Spiegelwald bei Grünhain.

Berger selbst hat 60 dieser Säulen durch zeitaufwendiges Suchen im Gelände gefunden. Interessant ist, dass es ganz in der Nähe im Grünhainer Wald eine solche Säule, noch gut erhalten und gepflegt, gibt - die Triangulierungssäule am "Schatzenstein" - nordwestlich der Stadt Elterlein an den Gemeindegrenzen zu Zwönitz und Grünhain-Beierfeld. Weitere bekannte Säulen in der Region befinden sich auf dem höchsten Punkt im Erzgebirge - dem Fichtelberg.

Diese Säule wurde aber um 80 m vom ursprünglichen Messpunkt versetzt. Am Auersberg bei Eibenstock fand man die Säule als Treppenstufe vor dem Aussichtsturm und eine weitere befindet sich am Katzenstein bei Affalter. Diese Säulen gehörten einmal zu einem der modernsten Vermessungssysteme Europas.