Alzheimer Gesprächskreis bietet Hilfe für Angehörige

Interview mit Marion Schubert, Vorstandsmitglied im Verein zur Unterstützung Pflegender

Bereits seit einigen Jahren besteht der Alzheimer Gesprächskreis Annaberg-Buchholz innerhalb des gemeinnützigen Vereins zur Unterstützung Pflegender (Vup). Am 20. November um 15 Uhr lädt der Verein zum nächsten Treffen in das Annaberger Begegnungszentrum "Zur Spitze" ein. Marion Schubert ist Vorstandsmitglied im Verein. BLICK sprach mit ihr über das Anliegen des Gesprächskreises

Was genau soll mit dem Gesprächskreis bezweckt werden?

Der Gesprächskreis Demenz ist eine Informations- und Kommunikationsplattform die sich umfassend mit dem Thema Demenz auseinandersetzt. Hier treffen sich Menschen die einen demenzkranken Angehörigen betreuen zum Erfahrungsaustausch. Das Gespräch mit Betroffenen in einer ähnlichen Situation kann ein Weg sein, die Betreuung zu Hause oder auch in einer Pflegeeinrichtung besser zu bewältigen. Die Teilnehmer tauschen sich über ihre Situation und Schwierigkeiten bei der Betreuung aus. Da oft ähnliche Erfahrungen gemacht wurden, können sie sich gegenseitig Anregungen, Halt und Zuversicht geben. Für unseren Verein ist es wichtig, den Gesprächskreis wieder zu aktivieren.

Was bedeutet diese Krankheit für die Angehörigen?

Von Alzheimer oder Demenz Betroffene zu betreuen, bedeutet für die Angehörigen viel Engagement, Verzicht auf Freizeit und die Bereitschaft, gegebenenfalls rund um die Uhr zu begleiten und zu unterstützen. Pflegende Angehörige stehen daher häufig unter hohem psychischem und sozialem Druck. Teilweise verschlechtert sich während der Pflege ihre eigene körperliche Gesundheit, sie müssen Beruf und Pflege koordinieren oder ihre Hobbys aufgeben. Teilweise ziehen sich Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder zurück. Als besonders belastend werden problematische Verhaltensweisen wie Wahnvorstellungen oder Aggressivität bei den Erkrankten empfunden.

Wie kann pflegenden Angehörigen geholfen werden?

Im Gesprächskreis werden die Teilnehmer von zwei Fachkräften für Gerontopsychiatrie angeleitet. Sie vermitteln Kenntnisse über die Krankheitsbilder Demenz, ihre Formen und beraten und informieren über praktische Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten bei der Pflege und Betreuung. Die betroffenen Angehörigen können sich über ihre Erfahrungen austauschen und über ihre Sorgen sprechen. Nur so werden sie erfahren, dass es anderen ähnlich geht. Zudem bietet der Gesprächskreis themenspezifische Vorträge. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen unter Telefon: 03733/1350.