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Am 30. Juni 1992 verstummten bei MZ die Motoren

Technik Nach 70 Jahren Motorradproduktion standen die Bänder in Zschopau für immer still

Zschopau. 

Zschopau. Man kommt in Bezug auf die Motorradproduktion in Zschopau, die eine Reihe von Zulieferern im Erzgebirge hatte, an zwei Namen nicht vorbei. Die Erfolgs-Geschichte von DKW unter dem Firmengründer Jørgen Skafte Rasmussen begann bereits 1919 mit der Produktion eines Fahrrades mit Hilfsmotor. Die Initialzündung hatte Ingenieur Hugo Ruppe mit seinem Spielzeugmotor gelegt. Später folgte ein Einzylinder-Zweitakt-Motor mit einem PS, der hinten am Fahrrad angebracht wurde. Vertrieben wurde es unter dem Namen "Das kleine Wunder", kurz DKW. In der ehemaligen Bart´schen Tuchfabrik im Dischautal war damit der Grundstein gelegt für die Motorradproduktion. Mit den Motorrädern traf man den Nerv der Zeit, denn sie ermöglichten den Menschen Mobilität für weniger Geld. DKW avancierte in wenigen Jahren zum größten Motorrad-Hersteller der Welt.

Motorradproduktionsstätte im Rückblick

In den 30er-Jahren konnte DKW auch dank des innovativen sozialen Managements von Dr. Carl Hahn die Weltwirtschaftskrise weitgehend schadlos überwinden. Für die Belegschaft entstand 1929 die DKW-Siedlung mit günstigem Wohnraum. Vor 90 Jahren, genau am 29. Juni 1932, wurde in Chemnitz das nächste große Kapitel aufgeschlagen: Die Auto Union wurde gegründet. Doch nach dem Krieg wurde das Werk von den Besatzern demontiert, die Maschinen wurden nach Russland befördert. Anfang der 50er Jahre dann der Neustart, zunächst unter dem Namen IFA, ab 1956 dann unter MZ. In den Jahren der DDR stellte das Werk nicht selten Materialmangel vor Probleme. Nach der politischen Wende hatte die Treuhand zahlreichen Traditionsfirmen das Wasser abgegraben. So traf es auch die MZ-Belegschaft mitten ins Mark. Dem Treuhandbeschluss zufolge wurde die Liquidation den Mitarbeitern am 21.12.1991 auf der Belegschaftsversammlung in Hohndorf verkündet. Viele Mitarbeiter hatten da schon das sinkende Schiff verlassen. Die noch rund 1600 verbliebenen Mitarbeiter erwischte es kalt. Vor genau 30 Jahren, am 30. Juni 1992, gingen trotz aller Bemühungen der Belegschaft, die kein Gehör fand, im MZ-Werk in Zschopau nach 70 Jahren im Hauptwerk für immer die Lichter aus.

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