Amtsberg nimmt syrische Familien auf

Flüchtlingskrise Kaum Wohnraum für Asylbewerber vorhanden

Nachdem die Gemeinde Amtsberg lange Zeit aufgrund von Wohnungsmangel keine Asylbewerber aufnehmen konnte, sind in den vergangenen Wochen zwei Familien aus Syrien in der Kommune angekommen. Während eine Frau mit drei zum Teil erwachsenen Kindern eine Unterkunft in Dittersdorf fand, wohnt eine Familie mit zwei Kindern, darunter einem Säugling, seit zwei Wochen in Schlösschen. Und auch die letzte derzeit für Flüchtlinge zur Verfügung stehende Wohneinheit in der Gemeinde wird in Kürze belegt, kündigte Bürgermeister Sylvio Krause an. Nächste Woche wird eine weitere Familie aus Syrien - Frau, Mann und zwei kleine Kinder - in Dittersdorf erwartet.

Über weiteren freien Wohnraum verfügt Amtsberg derzeit nicht, so das Gemeindeoberhaupt. Doch Krause weiß, dass der Druck, Platz für Asylbewerber zu finden, weiter zunehmen wird. Im November sind bisher täglich 700 Schutzsuchende nach Sachsen gekommen, sagte ein Vertreter der Landesdirektion Sachsen bei einem Besichtigungstermin der neuen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Einsiedel.

In dem Nachbarort von Amtsberg werden in den kommenden Wochen die ersten Asylbewerber im ehemaligen Pionierlager erwartet. Das Objekt grenzt unmittelbar an den Amtsberger Ortsteil Dittersdorf. Als Nachbarn waren deshalb die Gemeinde Amtsberg sowie der Erzgebirgskreis von der Stadt Chemnitz aufgefordert worden, Stellungnahmen zur Baugenehmigung für die Umnutzung des alten Pionierlagers in eine Unterkunft für Asylbewerber abzugeben. Die Baugenehmigung erteilte die Stadt Chemnitz vergangenen Montag. Einen Tag später konnte das künftige Flüchtlingsheim von der Bevölkerung besichtigt werden. Dort sollen künftig maximal 544 Hilfesuchende unterkommen. Betreut wird das Objekt vom Deutschen Roten Kreuz.