Amtsberg will sich von Waldwegen trennen

Gemeinderat Kontroverse Diskussion - Widerspruch ist möglich

amtsberg-will-sich-von-waldwegen-trennen
Foto: vitranc/Getty Images

Amtsberg. Rund ein Dutzend Waldwege will die Gemeinde Amtsberg entwidmen und ihnen so ihren öffentlichen Charakter entziehen. Das im Gemeinderat nicht unumstrittene Vorhaben wurde durch einen Ratsbeschluss eingeleitet, jedoch nicht einstimmig.

Sollten die Wanderwege ihren öffentlichen Status verlieren, ist die Gemeinde nicht mehr für ihre Unterhaltung zuständig. Zudem habe die Allgemeinheit keinen Rechtsanspruch mehr auf die Nutzung der Trasse, geht aus der Beschlussvorlage hervor. Während öffentliche Feld- und Waldwege der Bewirtschaftung von Feld- und Waldgrundstücken dienen und sie demnach einen Zweck erfüllen, haben die betroffenen Wege diese Zweckbestimmung und damit ihre Verkehrsbedeutung verloren, argumentiert die Gemeinde.

Die Einziehungen sind umstritten

Besonders über die drohende Einziehung des Leitenweges in Weißbach wurde diskutiert. Es entspräche nicht der Tatsache, dass es kein öffentliches Interesse für diesen Weg mehr gebe, sagte ein Anlieger. Mehrere Grundstücke entlang des Weges seien nur über diese Trasse erreichbar, erklärte er. Bis zu zehn Gartengrundstücke seien betroffen. Komme der Weg weg, gebe es keine Zufahrtsmöglichkeit mehr, hieß es.

Gehöre der Weg einem Privateigentümer bestehe tatsächlich die Gefahr der Sperrung, so der Weißbacher Ortsvorsteher Günter Müller. Er gehört zu den stärksten Kritikern des Vorhabens, Wege zu entwidmen. "Dann kommen die Anlieger nicht mehr zu ihren Gärten", fürchtet er. Die Gemeinde müsse sich um die Erhaltung eines umfangreichen Wegenetzes kümmern und könne nicht jeden Weg erhalten, hielt Gemeinderat Mathias Gläser dagegen.

Grundstückseigentümer, deren Flächen sich an den betroffenen Wegen befinden, haben nun drei Monate Zeit, gegen das Vorhaben der Amtsberger Verwaltung Widerspruch einzulegen.