Aphasiker-Zentrum als Stütze für Betroffene

Selbsthilfe Einrichtung zählt aktuell knapp 100 Mitglieder

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Thomas Barthold hat beim Aphasiker-Zentrum Südwestsachsen den Hut auf. Foto: Ralf Wendland

Stollberg. Der Begriff Aphasie ist vielen Menschen nicht unbedingt geläufig. Was dahintersteckt? Als Aphasie bezeichnet man eine erworbene Sprachstörung, die nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Tumor und ähnlichen Ereignisse auftreten kann. Betroffene erleiden eine Schädigung der Sprachzentren im Gehirn. Damit umzugehen, ist nicht immer einfach.

Thomas Barthold ist Vorsitzender des Aphasiker-Zentrums Südwestsachsen. Der heute 52-jährige weiß genau wovon er spricht. Er selbst hatte 1997 einen schweren Motorrad-Unfall, lag im Koma und konnte dann kein Wort mehr reden. "Die Rehabilitation ging sehr schleppend", erinnert er sich und ergänzt: "Gerade, weil es so lange dauert, bis man Ergebnisse spürt, ist es ein ganz schmaler Grat hin zur Depression. Mir selbst geht es heute gut und ich bin zufrieden."

Menschen mit Sprachstörungen erhalten Hilfe

Durch das Aphasiker-Zentrum hat er damals Mut geschöpft. Dort nimmt man Betroffene an die Hand und sucht gemeinsam einen Weg, wie man trotz des Handicaps sein Leben meistern kann. Der gemeinnützige Verein hat aktuell knapp 100 Mitglieder und hat seinen Sitz im Kreiskrankenhaus (KKH) in Stollberg.

Tätig ist man regional gesehen aber in ganz Südwestsachsen. Im Zentrum fährt man Projekte. Aktuell ist es "Impuls Sachsen". Dort geht es darum, Aphasikern Impulse zu geben, so Thomas Barthold. Man fahre mittlerweile auch in Kliniken und versuche, möglichst frühzeitig den Kontakt zu Betroffenen herzustellen. Es laufen Vorträge und Einzelgespräche.