Aphasikerverein Stollberg bringt Inklusion voran

Ganztagesbetreuung Kinder werden zu Modelleisenbahnern

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Foto: Maik Bohn

Hohndorf. Den Aphasikerverein Südwestsachsen, in diesem Fall die Stollberger Truppe, gibt es schon seit einigen Jahren. Die Betroffenen sind zumeist durch erworbene Schädigungen der linken Hirnhemisphäre im Bereich der Sprache beeinträchtigt. Diejenigen, die trotz ihres Krankheitsbildes nicht aufgeben, versuchen immer wieder neue Strategien anzuwenden, um ins Alltagsleben zurückzukehren.

Gründung der Modellbahn AG

Genau aus diesem Grund gibt es im Verein kreative Köpfe wie Sieghardt Neubert und Detlef Kusche, die gerne neue Einfälle einbringen. Vor etwa zwei Jahren entstand die zündende Idee, eine Modellbahn AG zu gründen. Das damalige Ziel war, Betroffene und Schüler zusammenzubringen, die gemeinsam an Projekten arbeiten.

Im Jahr 2016 gab es den Startschuss in den Räumen der Schule in Hohndorf. Diese wurden dafür kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein Jahr Probezeit ging schnell vorbei: die Modelleisenbahn-Anlagen sind von einer zu sieben Stück angewachsen. Die Schienengesamtlänge aller Anlagen beträgt etwa 100 Meter.

Kinder bauen komplette Anlage

Eine Spendenflut setzte ein, die immer mehr neue Materialien und Zubehör brachte. Die Arbeitsgruppe Modelleisenbahn ist nun im Bereich Ganztagesbetreuung an der Schule Hohndorf im Einsatz. Immer Donnerstags von 14 bis 16 Uhr sind insgesamt zehn Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse dabei.

Das Besondere des Projekts liegt darin, dass eine komplette Anlage von den Kindern selbst gebaut wird - natürlich unter Anleitung. "Sie sollen den Teamgeist und die Kreativität unter den Kindern fördern", sagt Sieghardt Neubert, der gerne mit den Schülern arbeitet. Auch Detlef Kusche ist von der Arbeit der Kleinen begeistert: "Die Kinder kommen gerne zu uns, fehlen auch kaum, sind fleißig und sehr kreativ."