Auch junge Leute haben Spaß am Schnitzen

Gewinner Das Goldene Schnitzermesser ging nach Ehrenfriedersdorf

Jannis, Emilian, Nico, Luis und Sebastian (v.l.) lieben ihr hölzernes Hobby. Foto: Ilka Ruck

Annaberg-B. Sie sind ein eingeschworenes Team, die Jungs der Volkskunstschule des Erzgebirgskreises im Schloss Schwarzenberg. Und etliche von ihnen räumten bei den 25. Erzgebirgischen Schnitzertagen am Sonntag im Annaberger Erzhammer vordere Preise ab. Den Spaß den die jungen Schnitzer bei ihrem Hobby haben, den merkt man ihnen an. Denn Schnitzen ist nicht nur eine Kunst fürs ältere Semester. "Es gibt auch wieder viele junge Leute, die das Schnitzmesser in die Hand nehmen und nicht nur vor dem Computer sitzen", freut sich Jens Lasch als Schnitzkoordinator des Erzgebirgsvereines.

Überhaupt konnte sich die Jubiläumsveranstaltung über rund 2.200 interessierte Besucher freuen. Die Exponate waren so vielfältig wie das Leben selbst. Denn neben Tradition setzen die Kunsthandwerker immer mehr auf Humor, Innovation und vor allem auf Alltaggeschichten.

Wie immer gab es zu den Erzgebirgischen Schnitzertagen jede Menge Preise abzuräumen. Sieger im Schnitzwettbewerb "Reisen" wurde in der Kategorie Kinder Pascal Seifert aus Schwarzenberg mit "Baron Münchhausen", in der Kategorie Jugend Toni Voigtländer aus Schwarzenberg mit seinem Werk "Dampflokomotive" sowie in der Kategorie Erwachsene Kai Redlich aus St. Egiden mit der Skulptur "Am Bahnhof". Vom Publikum wurde das Postkutschengespann von Joachim Heß aus Langenweißbach als Lieblingsarbeit gekürt.

Für sein Lebenswerk ehrten Dr. Gabriele Lorenz vom Erzgebirgsverein sowie Dietmar Lang vom Verband Erzgebirgischer Schnitzer den Ehrenfriedersdorfer Karl-Heinz Werner mit dem "Goldenen Schnitzmesser". Simeon Decker ist einer seiner Schüler. Der ehemalige Ehrenfriedersdorfer Holzbildhauer lebt heute in Berlin und hielt die Laudatio für seinen verehrten Schnitzlehrer, der von 1952 bis 2014 ehrenamtlich im Schnitz- und Krippenverein Ehrenfriedersdorf wirkte.

Das Engagement von Karl-Heinz Werner machte er an den drei Worten "Glaube, Liebe und Hoffnung" fest: "Es ist eine beachtliche Leistung 62 Jahre im Ehrenamt tätig zu sein. Karl-Heinz Werner liebt das was er tut. Doch ohne Leidenschaft geht es nicht. Beim Bau des Kulturhauses in Ehrenfriedersdorf war er von der Planung bis zur Fertigstellung dabei. Er war Leiter des Erwachsenenzirkels und hat die Eröffnung des Waldgeisterweges im Jahr 2002 mit angeschoben."

Karl-Heinz Werner hat das was er gerne tut mit anderen Menschen geteilt und hat sie gefördert. Er war und ist ein Hoffnungsträger und ein Vorbild contra Ellenbogengesellschaft. "Er gab die Hoffnung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter und er hat in Menschen investiert. Das ist das, woran unsere Gesellschaft krankt. Wir brauchen das Ehrenamt und die Hoffnungsträger", so das Fazit von Simeon Decker.