Auch Männer werden zu Erziehern

Ausbildung Sozialer Bereich ist nicht nur für Frauen attraktiv

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Theresa Tolonics (li.) und Kay Hartwig (re.) absolvieren die Erzieher-Ausbildung. Foto: R. Wendland

Aue. Berufe im sozialen Bereich werden nach wie vor von Frauen dominiert, obgleich auch die Anzahl der männlichen Arbeitnehmer steigt. An der Schule für Sozialwesen (SFS) in Aue werden Staatlich anerkannte Sozialassistenten und Erzieher ausgebildet. Derzeit lernen dort 204 Schüler. Wie Katrin Hofmann-Gewarowski, die an der Einrichtung unterrichtet erklärt, sei ein Großteil der Auszubildenden weiblich.

Männliche Schüler seien es pro Klasse im Schnitt nur drei bis vier, sagt sie. Aus Erfahrung weiß Hofmann-Gewarowski, dass die Akzeptanz mittlerweile höher ist an den Einrichtungen und es auch von der Gesellschaft anders wahrgenommen wird, wenn Männer in sozialen Berufen tätig sind.

Einziger Mann in der Schulklasse

Kay Hartwig ist gelernter Zimmermann und konnte aus gesundheitlichen Gründen diesen Beruf nicht weiter ausführen. Deshalb hat sich der Eibenstocker umorientiert und eine Ausbildung zum Erzieher begonnen. In seiner Klasse ist er der einzige Mann. Doch wie der Hahn im Korb fühlt sich Kay Hartwig nicht. Theresa Tolonics, die ebenfalls zur Klasse gehört sagt: "Wir absolvieren alle gemeinsam die Ausbildung und Kay passt gut ins Team."

Seine berufliche Zukunft sieht der 40-jährige positiv: "Wahrscheinlich werde ich nach Johanngeorgenstadt in den Bereich Streetwork gehen. Dort habe ich auch meine Praktika absolviert und es werden Leute gebraucht." Hartwig gesteht: "Zwar ist es auch vorstellbar, aber ich bin jetzt nicht so unbedingt der Kinderkrippen und Kindergarten-Mann. Mit Jugendlichen zu arbeiten, ist da eher meins." Die Ausbildung zu durchleben, beschreibt Kay Hartwig schon als Herausforderung: "Es war eine riesen Umstellung.

Die ersten acht Wochen waren besonders hart, weil man Schulausbildung einfach nicht mehr gewohnt ist, wenn man zuvor so lange auf dem Bau gearbeitet hat." Doch mit der Zeit habe er sich daran gewöhnt: "Jetzt sind wir auf der Zielgraden und stehen kurz vorm Abschluss. Bereut habe ich die Entscheidung nicht. Wenn ich dann noch den Abschluss in der Tasche habe, ist das dann das I- Tüpfelchen."