Auch Nachtwächter lernen von den Profis

Treffen Grünthaler fährt im Mai zur Zusammenkunft in Schwarzenberg

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Jürgen Meißner ist auch als der Grünthaler Nachtwächter bekannt. Foto: Jan Görner

Olbernhau. Wenn sich vom 10. bis 13. Mai Europas Nachtwächter und Thürmer in Schwarzenberg treffen, dann ist auch ein Olbernhauer mit von der Partie. Wenn auch nur als Gast.

Seit etwa acht Jahren mimt Jürgen Meißner den Grünthaler Nachtwächter. Zu seinem Kostüm gehören der lange Mantel, der Hut, seine Hellebarde, das Nachtwächterhorn und natürlich die Laterne. Mitglied der Zunft ist er aber nicht.

Er wurde rein zufällig Nachtwächter

Aber er will in Schwarzenberg von den Profis lernen und sich das eine oder andere für seinen Dienst abschauen. Den übt er in erster Linie während des Hüttenadvents auf dem Gelände der Grünthaler Saigerhütte aus. Dazu gekommen ist er rein zufällig. Frauen des auf dem Saigerhüttengelände beheimateten EVA-Vereins hatten das Kostüm des Nachtwächters entdeckt.

Damals war der Olbernhauer bereits als Weihnachtsmann unterwegs. Daher haben sie ihn gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, in eine weitere Rolle zu schlüpfen. "Das klang für mich interessant", so der 66-Jährige. Acht oder neun Jahre ist das her.

Geschichte reicht weit zurück

Seitdem hat er viele lustige Momente erlebt. Dabei kann er auch über die eine oder andere anzügliche Bemerkung, seine Hellebarde oder das Nachtwächterhorn betreffend, schmunzeln. Meißner hat sich auch mit der Geschichte der Grünthaler Nachtwächter beschäftigt. Dort hat es bereits im 17. Jahrhundert ganz sicher Nachtwächter gegeben. Seine Recherchen ergaben, dass hier bis um 1930 nochein Wach- und Betriebsschutz vor Ort war. Für Olbernhau sei dagegen kein Nachtwächter nachgewiesen.