Aue: Das Interesse der Bürger hält sich in Grenzen

Bürgerversammlung Aue stellt Entwurf der Öffentlichkeit vor

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Bad Schlemas Bürgermeister Jens Müller (li.) und Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl haben den Vertragsentwurf vorgestellt und sich den Fragen der Bürger gestellt. Foto: R. Wendland

Aue. Etwas mehr Interesse an der geplanten Fusion der Stadt Aue mit der Gemeinde Bad Schlema zum 1. Januar 2019 hätte man sich seitens der Verwaltung schon erhofft. Doch zur Bürgerversammlung, die jetzt im großen Saal des Kulturhauses in Aue stattgefunden hat, kamen gerade einmal 70 Auer Bürger. Dabei hätte dort jeder Bürger die Chance gehabt, Fragen zu stellen und Anmerkungen zu geben.

Jedes Jahr können 1 Millionen Euro mehr genutzt werden

Vorgestellt worden sind die einzelnen Punkte, die man im Vertragsentwurf zur Fusion fixiert hat. Es ist klar formuliert - Aue und Bad Schlema begegnen sich auf Augenhöhe. Beide Kommunen haben ihre Vorstellungen und Wünsche eingebraucht. Oberbürgermeister Heinrich Kohl sagt: "Durch die Fusion stehen uns rund 1 Million Euro an finanziellen Mitteln mehr zur Verfügung und das nicht einmalig, sondern jährlich."

Bad Schlemas Bürgermeister Jens Müller fügt an: "Wenn man dieses Geld zusätzlich mit Fördermitteln von durchschnittlich 40 Prozent veredelt, kann die neue Stadt jedes Jahr gut 3 bis 4 Millionen Euro investieren." Und im Grunde geht es genau darum: ums Geld. Die Zahl der Einwohner sinkt perspektivisch, was die Kürzung geldlicher Zuweisungen bedeutet.

"Die Bürger müssen mitgenommen werden"

Aus dem Publikum kam die Frage, die konkret Andre Ficker aus Aue gestellt hat, nach einem Bürgerentscheid: "Es ist, denke ich, wichtig, dass die Bürger mitgenommen werden." Heinrich Kohl hat das Vorgehen versucht deutlich zu machen: "Wir haben den Bürgerentscheid von den zwei Bremsern Schneeberg und Lößnitz aufgedrückt bekommen. Doch in dem Prozess jetzt sind beide Städte nicht mehr an Bord."

In der Zweier-Konstellation Aue und Bad Schlema hat man die Entscheidung bei den gewählten Bürgervertretern gelassen und die Räte haben auf beiden Seiten der Fusion zugestimmt. Man dürfe nicht mit dem Bauch, sondern müsse mit dem Hirn entscheiden, sagt Kohl. Der Vertragsentwurf zur Fusion liegt im Übrigen noch bis 17. April öffentlich aus und kann von interessierten Bürgern eingesehen werden. Danach folgen eine Abwägung und die Entscheidung, ob es zur Fusion kommt.