Auf den Bart gekommen

Friseur Schwarzenbergerin pflegt seltengewordene Rasierkultur

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Katja Sarfert in ihrem Friseurstudio in Schwarzenberg bei der Rassur mit einem Messer. Foto: Georg Dostmann

Schwarzenberg. Die Inhaberin der Haarschneiderei in Schwarzenberg, Katja Sarfert, ist ihrem Wissen nach die Einzige im Erzgebirgskreis, die Männer noch klassisch mit einem Rasiermesser enthaart. "Für mich gehört das zur Arbeit des klassischen Friseurberufs", sagt die 35-Jährige. Vor jeder Rasur legt sie eine heiße Kompresse auf die Haut. Anschließend schäumt sie den Bart für zehn Minuten ein, damit dieser weich wird und Hautirritationen vermieden werden. Danach rasiert sie erst einmal komplett mit dem Strich, schäumt schließlich erneut ein und rasiert zum Schluss noch einmal gegen den Strich. "Dabei ist es wichtig, dass die Haut immer straff gehalten wird, damit die Kunden nicht geschnitten werden", erzählt die Friseurin. Danach legt sie eine eiskalte Kompresse auf die Haut und gibt Rasierwasser oder Balsam darauf.

Die klassische Rasur hat viele Vorteile

Der gesamte Vorgang dauert etwa 30 Minuten und kostet 23,50 Euro. Die klassische Rasur hat einige Vorteile: "Es wird glatter und hält länger, da man das Haar tiefer erwischt. Außerdem wächst der Bart gleichmäßiger nach", erklärt die Schwarzenbergerin. Katja Sarfert hat nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung zur Friseuse in Chemnitz absolviert. Währenddessen hat sie bereits den Umgang mit dem Rasiermesser gelernt. Zwei Jahre nach der Ausbildung machte sie sich als mobile Friseuse selbstständig. Nach weiteren drei Jahren eröffnete sie in Schwarzenberg ihren ersten Salon. 2015 ist sie auf die Untere Schlossstraße in Schwarzenberg gezogen. Mit dem Umzug hat sie die klassische Rasur in ihr Angebot aufgenommen.

Demnächst möchte Katja Safert zudem das Ausbrennen der Haare im Ohr anbieten. Sie sagt: "Damit möchte ich mein Angebot komplettieren, die Methode ist gründlicher und tut auch weniger weh, als es mit Wachs der Fall ist."