Auf eigene Weise zum Ring

Erinnerungen IIMit Opel P4 und Seitenwagen längs der Autobahn

Der Dresdner Rolf Pöschel verbrachte ein großes Stück seines Lebens in einem Renn-Seitenwagen. Viele Jahre davon auch auf und am Sachsenring.

Neben Karli Pusch (siehe Beitrag links), der schon 1951 hinter den Hessen Noll/Cron am Sachsenring Zweiter wurde, sind noch weitere Piloten an Pöschels Seite gewesen. So fuhr Pöschel mit dem Güstrower Fritz Suhrbier, mit Willy Krenkel aus Dresden, Max Deubel (Mühlenau) und Friedrich Staschel (Bremerhaven) große Rennen. Sein bestes Ergebnis am Sachsenring wäre der vierte Platz 1954 gewesen. "Aber schon 1952 konnte ich mit Max Suhrbier und unseren beiden BMW in den Klassen 500-ccm und 750-ccm auf dem fünften und sechsten Platz landen und ich erinnere mich genau. Das war im September vor über 250.000 Besuchern", schwelgt der Sachse. Vieles sei in seinen Erfolgsjahren einfacher als heute gewesen. Über eine Sachsenring-Geschichte würde er heute noch herzhaft lachen können "So haben wir unser Seitenwagen-Gespann aus Dresden in den 1950er-Jahren an einen Vorkriegs Opel P4 mit einem Strick angehängt. Ich habe mich auf das Renngespann gesetzt und ab ging es zum Sachsenring - immer längs der Autobahn. An steilen Bergstücken musste ich sogar mal absteigen. Sonst hätte der alte Opel das nicht geschafft" lacht der rüstige Pensionär und fügte hinzu: "Die Volkspolizisten wussten schon Bescheid, wenn sie uns erspäht hatten, winkten sie uns zu und meinten später: Der Pöschel fährt wieder auf seine Weise zum Sachsenring!"