Auf Visionen nicht verzichten

Das Wort zum Sonntag von Carsten Weber

Haben Sie schon einmal den Satz geprägt: "Das war wirklich eine Offenbarung!" Wenn ich diesen Satz im Alltag höre, dann geht es manchmal um einen besonders gelungenen Konzertabend oder auch um die Entdeckung eines neuen Fleckchens für den Urlaub. Mit Offenbarungen anderer, gar religiöser Art, haben so manche Menschen ihre Probleme. In der Kirche wird ganz selbstverständlich von "Gottes Offenbarung" geredet. Aber göttliche Offenbarung - das erweckt schnell den Eindruck von übersinnlichen Erscheinungen.

Offenbarung: Ich selbst finde diesen Begriff auch erklärungsbedürftig. Wie offenbart sich Gott Menschen wie mir, die keine Visionen haben? In Jesus und in seinem Wort, so offenbart sich Gott. Diese ganz und gar theologisch korrekte Feststellung beantwortet meine Frage aber nur halb. Denn ich weiß immer noch nicht: Wie offenbart sich mir Gott? Wie kommt er bei mir an, in meinem Kopf und in meinem Herzen? Für mich sind das diese Momente, in denen mir etwas einleuchtet. Ich glaube, wenn das passiert, lässt Gott von sich hören. Das ist eine seiner Arten, sich zu offenbaren. Für mich. Und für andere Menschen vielleicht, die mit Übersinnlichem wenig anfangen können. Aber wir wollen dennoch auf Visionen nicht verzichten.