Aus dem Rübenauer Ortskern verschwunden

Abriss Ehemaliges Gemeindeamt von Rübenau agerissen

Rübenau. 

Rübenau. Nachdem im Vorjahr in Rübenau die Schule der Abrissbirne zum Opfer fiel, musste in der vergangenen Woche auch das ehemalige Rathaus im Ortskern unmittelbar an der Kreuzung von Zöblitzer und Olbernhauer Straße weichen. Das alte Gemeindeamt im kleinen Marienberger Ortsteil, das um 1750 erbaut wurde, war viele Jahrzehnte ein zentraler Punkt für die Anwohner der Grenzgemeinde. Dabei diente es anfangs als Postamt, erst am 1. Oktober 1931 zog das Gemeindeamt ein.

Anfang 2018 hatte die Stadt Marienberg das leerstehende marode Gebäude von den Stadtwerken gekauft, um es abreisen zu können. "Das historische Gebäude war lange Zeit das Postamt", bestätigt der 71-jährige gebürtige Rübenauer Andreas Beckert, der zwar seit Mitte der 60er Jahre seinen Lebensmittelpunkt in Dresden hat, jedoch nie den Kontakt zum erzgebirgischen Heimatort verlor und heute noch, wann immer es ihm möglich ist, in den Ort, wo sein Elternhaus steht, heimkehrt. Er weiß auch, dass um den Erhalt der Schule gekämpft wurde und in einer Bürger-Petition Unterschriften gegen den Abriss gesammelt wurden. Doch erfolglos. Was den Rathausrückbau betrifft, so gibt es geteilte Meinungen im Ort. So findet manch einer die Straßenkreuzung nun bedeutend übersichtlicher. "Die Stelle war für Autofahrer ein Nadelöhr", weiß auch Andreas Beckert, der wenige Tage vor dem Abriss sich ein letztes Mal im Innern des Gebäudes umsah. "Angesichts des Gewölbes im Eingangsbereich blutet einem schon das Herz", so der gebürtige Rübenauer. Er erinnert sich, dass es hier zu DDR-Zeiten neben der Verwaltung und Mietwohnungen auch eine Sparkasse gab, später das Haus eine Allgemeinarztpraxis und zum Schluss einen Zahnarzt beherbergte. "Schade, dass dieses historische Gebäude aus dem Ortsbild verschwunden ist", sagte die 70-jährige Lisa Reichl, die im Mai des Jahres 1971 im Standesamt-Zimmer des Rathauses ihrem Mann das Jawort gab.