Ausbessern, was misslungen

Das Wort zum Sonntag von H.-J. Schwarz

Am 21. November ist Buß- und Bettag. Das Wort "Buße" ruft bei manchen falsche Verknüpfungen hervor. Muss ich büßen für begangene Sünden? Droht mir eine Strafe? Das Wort "Buße" klingt nicht gut in vielen Ohren - weder in evangelischen, nicht in katholischen und nicht in anderen. Der eine verbindet das Wort mit geduckter Haltung und gesenktem Kopf durchs Leben zu gehen. Erwartet sogar Strafe, fürchtet sich vor Drohungen seiner Mitmenschen. Im Großen und Ganzen vermutet er darin nichts Gutes.

Sehen wir Buße als etwas Gutes. Bußzeiten waren schon in der Antike bekannt. Theologisch sind sie dreifach begründet. Zunächst als Tage des fürbittenden Eintretens der Kirche für die Schuld der Gläubigen vor Gott. Dann soll die Kirche an den Bußtagen ihre Wächterfunktion den Sünden der Zeit gegenüber ausüben. Und schließlich sollten Bußtage dem einzelnen dazu dienen, sein Gewissen vor Gott zu prüfen.

Ich lehne mich an meinen holländischen Freund an, der mir beibrachte, dass es bei ihm "butten" heißt und bei den Fischern soviel wie Ausbessern der Netzte bedeutet. Bessern wir also aus, was uns misslungen ist. Wir leben doch im Zeitalter des Vernetzens. Soziale Netzwerke sind endstanden. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass wir uns durch das Internet nicht ganz aus den Augen verlieren.