Ausstellung im Erzgebirge: Erlebte Gewalt in Bildern verarbeitet

Ausstellung im Bürgerhaus Drebach lässt Betroffene künstlerisch zu Wort kommen

Drebach

Am 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Aus aktuellem Anlass sowie auch aufgrund der Situation im Erzgebirgskreis gibt es im Bürgerhaus Drebach, welches sich in Trägerschaft des AWO Kreisverbandes Annaberg/Mittleres Erzgebirge e. V. befindet, die Ausstellung „AUFBRUCH - erlebte Gewalt in Bildern verarbeitet“!

Kunst als Weg zur Bewältigung von Gewalterfahrungen

„Es ist wichtig, dass wir uns mit dem gesamten Thema Gewalt befassen und diese Problematik nicht totschweigen. Auf 23 Werken haben Betroffene ihre Erfahrungen auf künstlerische Weise ausgedrückt. Oft nutzen Betroffene nämlich Kunst, um die Gespenster der Vergangenheit zu vertreiben“, so Hausleiterin Saskia Kuban. Sie holte die Ausstellung ins Haus, die vom Verein Opferhilfe Sachsen e.V. im Rahmen seines 15-jährigen Bestehens ins Leben gerufen wurde.

Momente des Übergangs, des Aufbruchs und der Veränderung

In Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des Erzgebirgskreises, Tina Lämmel, wurde aus der anfänglichen Idee nun Wirklichkeit. Fälle von erzwungenen Anpassungen an den Partner, sexualisierten Misshandlungen, körperliche und psychische Gewalt, Torturen denen Betroffene im Tunnel der Angst ausgesetzt waren u.v.m. werden in Farbe geschildert. All die Arbeiten zeigen Momente des Übergangs, des Aufbruchs und der Veränderung – kraftvoll, nachdenklich und vielschichtig interpretiert.

Erschreckende Zahlen aus Erzgebirge

Auch in unserem beschaulichen Erzgebirgskreis gibt es erschreckende Zahlen zur Partnerschaftsgewalt und innerfamiliären Vorkommnissen. So wurden 478 Fälle im Jahr 2022 und 501 Fälle in 2023 zur Anzeige gebracht.

Dunkelziffer deutlich höher

„Die Dunkelziffer ist deutlich höher, denn viele trauen sich nicht, zur Polizei zu gehen. Dabei wächst die Zahl der Fälle an Frauen. Doch auch viele Männer sind solcher Gewalt ausgesetzt“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte.

Abschluss mit Lesung von Klaus-Dieter Kunick

Den Abschluss der Schau bildet am 25. November um 17.30 Uhr eine Lesung mit Klaus-Dieter Kunick aus seinem Buch „Der lange Weg zur Freiheit“.

Eintritt ist frei

Zu besichtigen ist die Ausstellung im AWO Bürgerhaus, Am Zechengrund 4 (barrierefrei) Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 14 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 Uhr bis 17 Uhr, gern auch außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei!

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